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Märchenhaftes Marrakesch


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Marokko oder "Maghreb el Aksa", wie es bei den Einheimischen heißt, ist durch seine Nähe zu Europa, aufgrund der vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten, seiner orientalischen Traditionen und wegen der vielfältigen Naturschönheiten prädestiniert für einen ersten Besuch in die faszinierende Märchenwelt der arabischsprachigen Kultur.
Namensgeber des Landes ist die quirlige Stadt Marrakesch, die sich nach der vermuteten Gründung Anfang des 11. Jahrhunderts zu einer echten Hauptstadt mit Handel, Kultur und Handwerk entwickelte. Aber Kriege, Verwüstungen und Brände haben die Stadt oftmals zerstört, und ihre Funktion als Hauptstadt des Landes wechselte im Lauf der Geschichte. Heute ist Rabat der Regierungssitz Marokkos und des jetzigen Monarchen Mohammed VI. Der König, der seit 1999 sein islamisches Land mit modernen Methoden reformiert, hat eine sprichwörtliche Vorliebe für Marrakesch und hält sich gerne und häufig im alten Königspalast auf. Seine großzügige Ummauerung, die gesamte Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert und die meisten Gebäude im Zentrum sind von leutend rotbrauner Farbe, was Marrakesch den Namen "rote Stadt" eingetragen hat. Eine Rundfahrt mit einer der hier üblichen Kaleschen - vorbei an den bezinnten Mauern, den üppig grünen Palmengärten und mit dem Hintergrund der weißen Silhouette des Atlasgebirges - bietet ein bezaubernd malerisches Bild, ein eindrucksvolles Ensemble aus Farben und Formen.

Wahrzeichen Marrakeschs ist die 1190 erbaute Koutoubia-Moschee mit dem berühmten Minarett, das außen mit Reliefs, Bögen, bemaltem Putz und Majolika-Arbeiten von jeder Seite anders gestaltet ist, eine Seltenheit bei den Moscheen des Orients. Eine Treppe im hohen Turm führt zum oberen Rundgang, darüber erheben sich auf der Kuppel drei große vergoldete Kupferkugeln - charakteristische Orientierungspunkte der Stadt. Sehenswert ist das Palais de la Bahia, die "Brillierende". Der Palast war Besitz des Großwesirs Ba Achmed, wurde im 19. Jahrhundert errichtet und stellt ein Beispiel hoher marokkanischer Wohnkultur jener Zeit dar. Um mosaikbepflasterte Innenhöfe mit muschelförmigen Marmorbrunnen, duftende Rosenbeete, alte Orangerien und hohe Palmen gruppieren sich die kostbar eingerichteten Innenräume, unter anderem die Gemächer von Achmeds 20 Haremsdamen und die - davon streng getrennten - Räume seiner vier angetrauten Frauen. Kunstvolle Wandbilder aus Mosaik, Holzwerk mit erlesener Intarsienarbeit, arabeskengeschmückte Säulen und Dekorationen aus Majolika vermitteln den Eindruck großer Pracht - die "Brillierende" macht ihrem Namen jede Ehre.
Kernpunkt Marrakeschs ist der in der Medina gelegene Djemna El Fa. Durch verwinkelte, pittoreske Marktgassen (Souks) gelangt man zu diesem weltberühmten Platz, dessen unglaublich buntes orientalisches Ambiente kaum zu überbieten ist. Den Touristen wird empfohlen, diesen höllischen Rummel nicht ohne Führer zu besuchen. Tatsächlich sind Anzahl und Penetranz der Händler und Schausteller teilweise verwirrend, jedoch nicht beängstigend. Die gesamte Szenerie mit feilschenden Verkäufern, Schlangenbeschwörern, Fakiren, Zahnausreißern, Märchenerzählern und Affendompteuren wirkt eher heiter und ist ein Teil des unerhört lebendigen Flairs dieser Stadt.

Zu einer Erkundungsfahrt ins Atlas-Gebirge verläßt man Marrakesch in südöstlicher Richtung und nimmt Kurs auf Asni, einen Ort am Fuß des "Toubkal", dem höchsten Berg in Nordafrika.
Unterwegs begegnet man auf den Landstraßen vielen Bauern, die mit hochbeladenen Eseln zum wöchentlichen Souk reiten - ein stimmungsvolles Bild, das man festhalten möchte. Aber die meist älteren Leute wirken äußerst ernst und distanziert. In ländlichen Gegenden ist das Fotografieren nicht immer gern gesehen. "Man will mit dem Bild nicht seine Seele geben" ist eine noch nicht ganz überholte moslemische Vorstellung.
In dieser Region wird der Weg von vielen "Kasbahs" gesäumt. Es sind frühere Wehrburgen, festungsähnliche Kolosse aus ockerfarbenem Lehm, die alle den gleichen architektonischen Grundcharakter aufweisen. Sie unterscheiden sich lediglich in der Ausschmückung mit individueller Ornamentik aus Backstein. Falls nicht verfallen, dienen die Kasbahs heute vielen Einheimischen als ihr Zuhause, beherbergen Wohnungen, Werkstätten und Läden - sind Zentralpunkt ihres Lebens. Auch weiter oben in der Abgeschiedenheit des Gebirges finden sich zahlreiche Kasbahs, eingebettet in schützende Täler oder an steilen Bergwänden klebend. Obgleich teilweise durch Alter und Umwelteinflüsse zerstört, vermitteln sie noch heute den Eindruck imponierender Trutzburgen.
Völlig unwirklich, fast gespenstisch taucht noch weiter oben und in absoluter Einsamkeit ein alter Sultanpalast auf. Er ist restauriert, bewohnt und in der Hand eines wohl recht romantischen deutschen Millionärs.
Nach einer Fahrt durch die fantastische Bergwelt mit schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund gelangt man in das Dorf Ourgane, das vielfach als typisches Berberdorf angepriesen wird. Wer annimmt, hier die geheimnisvollen Ureinwohner Marokkos (deren Herkunft unbekannt und deren Sprache, Lebensgewohnheiten und Kleidung eigenständig sind) in Reinkultur zu erleben, sieht sich getäuscht.
In Ourgane hat der Tourismus längst Einzug gehalten. Man verkauft Ansichtskarten und Souvenirs. Halbwüchsige verkaufen für ein Bakschisch Fotos eines angeblich 97jährigen „echten Berbers“. In einer Jagdhütte "Au Sanglier qui Fume" werden französische Speisen serviert. Aber Lage und Aussicht, die man von hier auf das - von Störchen umflatterte - Dorf genießt, sind traumhaft.

Zurück in Marrakesch darf man einen Blick auf das konträre, luxuriöse Marrakesch nicht vergessen. Die Portale der zahlreichen prächtigen Privatpaläste und Villen bleiben dem normalen Touristen verschlossen. Statt dessen lohnt ein Besuch des Luxushotels "La Mamounia". Der ehemalige Palast ist heute das vornehmste Hotel des Landes und eine der bekanntesten Luxusherbergen der Welt. Diener in marokkanischer Livree empfangen den Gast, führen in die Halle mit vielen Kunstgegenständen und edlen Porzellanen. Auf einer Staffelei steht das Gemälde des Monarchen. Pompige Salons mit viel Samt und Seide erinnern an die Zeit des Orient-Expreß. In eleganten Speiseräumen werden einem internationalen Publikum die feinsten kulinarischen Genüsse aus aller Welt beschert. "La Mamounia" ist rund um die Uhr in Action. Dafür sorgen mehrere Nachtclubs, Bars und ein gut florierendes Spielcasino.
Beeindruckend ist der weitläufige orientalische Garten, ein riesiges buntes Paradies. In diesem Areal baute sich der französische Schauspieler Alain Delon seine Sommervilla. Viele prominente Persönlichkeiten waren Gäste des Hotels, unter anderem Winston Churchill, der mit Oscar Wilde zu sagen pflegte: "Ich habe einen ganz einfachen Geschmack, ich bin mit dem besten zufrieden!"


INFOS:
Etliche deutsche Veranstalter haben Marokko im Programm.

Air Berlin (AB) fliegt einmal pro Woche ab Hamburg nach Agadir und Marrakesch
Condor (DE) fliegt einmal pro Woche ab Hamburg nach Agadir
TUIfly fliegt von Hannover nach Agadir.

Staatliches Fremdenverkehrsamt
Graf-Adolf-Str. 59
40210 Düsseldorf
Tel 02 11/37 05 51, Fax 37 40 48.
marokkofva@aol.com
Marrakesch
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