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Auf den Spuren von ABBA durch Stockholm


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Sie sind der erfolgreichste Exportschlager Schwedens: ABBA. Auch heute – mehr als 25 Jahre nach dem Ende des legendären Gesangsquartetts - ist das Interesse an den Schwedenhappen ungebrochen. Gerade hat der Verlag der Zeitschrift „Frau im Spiegel“ ein ABBA Sonderheft in der Reihe „Legenden“ herausgebracht. Durch den anhaltenden Erfolg des Musicals „Mamma Mia!“, welches seit seiner Premiere 1999 in London weltweit bereits von 24,5 Millionnen Besucher gesehen wurde und auch in Hamburg und Stuttgart seine Tore geöffnet hat, ist ABBA wieder in aller Munde.
Eingefleischte Fans pilgern sogar zu einem Kurztrip nach Stockholm und wandeln auf den Spuren der größten Popgruppe aller Zeiten, die hier noch überall zu finden sind.

Im April 1972 erschien die erste Single der vier Schweden. Da hießen sie noch Björn & Benny, Agnetha & Anni-Frid und ihre Single nannten sie "People need love". Noch kein großer Hit. Zwei Jahre später gewannen sie als ABBA mit "Waterloo" den Grand Prix D'Eurovision de la Chanson und wurden eine der größten Popgruppen aller Zeiten. Der Rest ist Popgeschichte.
Zehn Jahre später endet die Geschichte von ABBA - einfach so. Die Popwelt schien ABBA zu vergessen, doch mit der „Best Of Compilation Gold - Greatest Hits“ begann 1992 ein ABBA-Revival, das bis heute anhält.
ABBA-Coverbands wie die A-Teens stürmen die Charts und das Musical "Mamma Mia", das auf den größten ABBA-Hits basiert, ist seit seiner Premiere 1999 in London das meistgespielte Musical weltweit. Die Besucherzahl beläuft sich auf 24,5 Millionen Menschen. Nach Angaben des Show- und Musicalveranstalters Stage Entertainment kommen pro Tag fast 9600 Zuschauer hinzu.

Ausgangspunkt der ABBA-Erfolgsstory ist Schwedens Hauptstadt Stockholm. Noch immer werden hier alle Entscheidungen über CD-Veröffentlichungen und andere ABBA-relevante Themen getroffen. Und bis auf Frida Lyngstad, die sowohl in der Schweiz, in einem Haus auf Mallorca sowie auf ihrem Landgut in Südschweden wohnt, leben alle Ex-ABBA Mitglieder immer noch in Stockholm oder dessen Umgebung

Vom Zentrum aus führt der erste Weg in die Altstadt Gamla Stan. Dort sind einige der berühmtesten ABBA-Fotos entstanden, etwa auf dem Stortorget. Der Stortorget ist der zentrale Marktplatz der Stadt, auf dem sich bis ins 18. Jahrhundert das Stockholmer Leben abspielte. Auf den Treppen zum Sergeltorget sitzt Agnetha Fältskog in dem Video zu "I wasn´t the one", einer ihrer Solohits aus den 80er. Von hier aus führt der Bus 65 auf die Insel Skeppsholmen, wo der einzige aktuelle ABBA-Bezug existiert. Auf dem ehemaligen Flottenstützpunkt betreibt Benny Andersson seine Plattenfirma Mono Music AB und ist an Wochentagen hier auch anzutreffen. Steht ein goldfarbener Mercedes vor der Tür, weiss der Eingeweihte, dass Björn Ulvaeus zu einem Arbeitsbesuch da ist. Görel Hanser, die ehemalige ABBA-Sekretärin hat hier ihre eigene Künstleragentur. Von Skeppsholmen geht eine Fähre nach Djurgarden, dem größten Naherholungsgebiet Stockholms. Auf Djurgarden liegen das ältesteste Freilichtmuseum der Welt, Skansen, und der Vergnügungspark Gröna Lund. Zu Beginn ihrer Karriere haben ABBA hier oft Konzerte gegeben. Das Freilichtmuseum zeigt verschiedene Häuser aus den verschiedenen Landschaften Schwedens. In einem der Häuser, dem Julius Kronberg Atelje, haben ABBA 1981 das Cover für ihre letzte LP "The Visitors" aufgenommen. Das Haus sieht heute noch genauso wie damals aus. Im Sommer ist die Kronberg - Großnichte oft zu Besuch. Sie plaudert gerne über ihre Familie und zeigt weitere Bilder aus der Coversession. Skansen beherbergt auch einen Zoo, mit Tieren aus dem Norden Europas. Seit 1999 gibt er hier zwei Braunbären, die Benny und Björn heißen und von ihren berühmten Namensgebern eigenhändig getauft wurden. Auf Djurgarden ist auch der Circus beheimatet, eines der schönsten Theater Europas. Hier wird bis Ende 2006 „Mamma Mia!" in schwedischen Sprache gespielt. Ansehen lohnt sich auf jeden Fall. Djurgarden ist auch Hintergrund mancher ABBA-Fotos oder Videos geworden.
Für einen anderen bekannten Hintergrund geht es quer durch Stockholm nach Drottningholm. Schloss Drottningholm ist eines der bislang fünf schwedischen Kulturdenkmäler auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Seit 1981 lebt hier die schwedische Königsfamilie. 1977 haben ABBA in dem wunderschönen Schlosspark Fotos für das Cover der Single "The Name Of The Game" gemacht. Der Park ist zu jeder Jahreszeit sehenswert und lädt zum Spazierengehen ein. Von hier geht es mit dem Bus zurück in die St. Eriksgatan. Hier waren einst die Polar Music Studios, die ABBA Ende der 70 er gebaut und in denen sie ihre Platten aufgenommen haben. Die Studios gehörten während ABBAs aktiven Jahren zu den bestausgerüstetsten Studios und wurden auch von internationalen Gruppen wie Queen und Led Zepplin genutzt.
Im Frühjahr 1978 entstanden hier die Aufnahmen zur Single „Summer Night City“, die im September des Jahres veröffentlicht wurde. Das Video, veröffentlicht auf der DVD „The Definitive Collection“, zeigt Stockholm von seiner schönste Seite: ein Schwenk über die Altstadt Gamla Stan mit Königspalast, Oper und die Museumsinsel Skeppsholmen.
Heute sind die Studios geschlossen und die Stockholmer pumpen hier Gewichte. Leider hat es die Stadtverwaltung versäumt, aus dem Gebäude einen Anlaufpunkt für Musikfans zu schaffen, ähnlich den Apple Studios der Beatles in London. Auch anderswo vermisst man eine museale Aufarbeitung der Erfolgsgeschichte der Popgruppe. Allerdings hat das Musikmuseum am Nybroplan ( Sibyllegatan 2 ) im Februar 1996 im Rahmen der Dauerausstellung "Ensembler i Sverige" (Ensembles in Schweden) eine ABBA-Ecke eröffnet. Sie beinhaltet neben Bennys Yamaha GS-1-Synthesizer aus den 70er Jahren und Björns Gitarre unter anderem Fridas blaue Satinjacke, die sie 1975/76 in der deutschen Fernsehshow Musikladen getragen hat. In dem ABBA-Informationscomputer gibt es eine riesige Datenbank mit über 1000 ABBA- und Solo-Platten, Cassetten und CDs, einer Liste mit Videos und Büchern, den Liedtexten und einer kurzen Erfolgsgeschichte der Gruppe. Eine Gratis-Musikbox enthält über 800 Titel aller auf CD veröffentlichten Aufnahmen.
Auf der Suche nach weiteren musikalischen Raritäten stöbert man am besten in einem der vielen Second Hand Läden, die quer über die Stadt – vor allem in der St. Eriksgatan - vereilt sind.
Für den kleinen Hunger zwischendurch bietet sich das City-nahe Hardrock Café (Sveavägen 75) an, in dem ebenfalls eine kleine ABBA-Fan-Ecke zu sehen ist.
Stilecht übernachtet der wahre ABBA-Anhänger im Szene-Stadteil Stockholms auf Südermalm. Im September 2003 hat Benny Andersson, der im Dezember seinen 60. Geburtstag feiert, hier das Hotel Rival eröffnet, ein luxuriöses Boutiquehotel im Art déco-Stil. Vergeblich sucht man hier nach typischen ABBA Andenken – vielleicht Björns Gitarre oder Fridas orangefarbenen Overall. Vielmehr verwirklichte Innenarchitektin Karin Ahlgren eine Vision des Besitzers, der den Glanz der Anfangszeit des Hotels als Aston Hotel in den 1930er Jahren wieder einfangen wollte.

Auch wenn man kein ABBA-Fan ist. Ein Besuch in Stockholm lohnt sich allemal, denn sie ist wahrscheinlich eine der schönsten Hauptstädte der Welt. Selbstbewusst nennen die Stadtväter sie daher auch „Capital of Scandinavia“. Und wer durch Stockholm geht, wird vielleicht selber Plätze entdecken, die ihm irgendwie bekannt vor kommen - ABBA läßt grüßen.
Stockholm
http://www.stockholmtown.com
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