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Malmö – Zwischenstopp am Öresund


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Am besten sucht man sich einen Tag aus, an dem sich das Ostsee-Hoch über dem Öresund festgesetzt hat. Sonnenschein, klare Luft, frische Farben und blauer Himmel über weißen Segeln: So soll er sein, der Tag für Malmö. Nicht dass Schwedens drittgrößte Stadt keine Museen, Einkaufsmeilen und andere „Regenziele“ zu bieten hätte. Alles da, reichlich und in bester Qualität. Aber ehrlich: Welcher Maler kann schon diese Farben festhalten, die das Licht des Nordens auf den Hafen und den roten Backstein zaubert? Wozu Völkerkunde in Vitrinen, wenn sich Malmös „Multikulti“ – 100 Sprachen werden hier gesprochen – in den Straßencafés am Lilla Torget, dem kleinen Markt mit dem alten Fachwerk, trifft? Warum Seefahrtsmuseum, wenn für gleiches Geld eine Runde Kanu oder Tretboot auf den Kanälen und durch die Parkanlagen lockt? Und kommt Skandinaviens größtes Spaßbad, das Aqvakul im Zentrum, wirklich an gegen einen Sonnentag am Ostsee-Strand?
Ribersborg heißt der übrigens, liegt nur ein paar Radminuten entfernt vom Zentrum und wird deshalb gerne „die Copacabana von Malmö“ genannt. Feiner Sand bester Güte, das Wasser klar, nur eben etwas „frischer“ als vor Rio. Aber dafür wartet gleich ein langer Abschnitt am Sund mit solchen Traumstränden auf, belebte und einsame, alle höchstens eine Autostunde außerhalb der Stadt und damit auch nicht weiter als die 50 Golfplätze oder die vielen verträumten Dörfer, Schlösschen und Wälder hier „unten“, im Süden des Nordens.
Die Eröffnung der Öresund-Brücke im Juli 2000 hat für frischen Durchzug in der Hauptstadt der Provinz Schonen gesorgt. Vergessen die Jahre, als die großen Reiseströme in den Norden an Malmö vorbeiliefen, verscheucht das Gespenst des Werften-Sterbens, als nur noch Erfolge der Fußballer für Farbe sorgten, und vorüber die Tage, da Touristen höchstens auf einen Sprung mit dem „Flugboot“ aus Kopenhagen herüberkamen – wenn noch Zeit war... Im Schatten der neuen Brücke, die auch eine schnelle S-Bahn-Verbindung in die dänische Hauptstadt garantiert, ist eine Zukunftsregion zwischen zwei Ländern gewachsen mit über drei Millionen Menschen rechts und links des Öresunds, zwei Universitäten, Hightech und der besten Verkehrsanbindung Skandinaviens.
Wer ehemalige Zwangspause auf der Fähre vermisst, findet in Malmö reichlich Chancen zum Relaxen. Vielleicht doch noch Wellen bei einer Rundfahrt durch Schwedens zweitgrößten Hafen spüren, dazu reichlich Fachwerk im malerischen St.-Gertrud-Viertel, Backsteingotik und der höchste Altar Nordeuropas in St. Petri – oder ganz einfach ein Eis am Stiel unter dem Denkmal auf dem Großen Markt. Der da oben, grünspanig und hoch zu Ross, auf das schmucke Rathaus blickt ist Schwedenkönig Karl X. Gustav, der den Dänen 1658 die Provinzen Schonen, Blekinge und Halland entriss und damit Malmö dem Reiche einverleibte.
Diese Schlachten wurden vor den Wällen von Schloss Malmöhus geschlagen. Heute sind hier eher die „inneren Werte“ gefragt, ein halbes Dutzend Museen, darin ein Spektrum von altem Spielzeug bis zu tropischen Fischen. Herausragend sind unter anderem ein begehbares U-Boot und Schwedens älteste intakte Orgel. In Sachen Moderne Kunst besitzt die Kunsthalle europäischen Ruf. Freunde skandinavischen Designs dürfen das Form Design Center am Lilla Torget (dem Platz mit dem Straßencafés) nicht verpassen.
Wer sehen will, wie Südschweden Sommer feiert, sollte sich die Woche vom 14. bis 21. August vormerken. Beim 25. Malmö Festival mit der größten Krebs-Party der Welt wird die Stadt acht Tage Kopf stehen. Musik, Kultur und Sport – als Höhepunkt ein Drachenboot-Rennen durch die Kanäle – bereichern den gut sortierten Veranstaltungskalender.


Informationen:
Turistbyra, Skeppsbron, S-21120 Malmö,
Telefon: 0046/40/3412-00,
Fax: -09, E-Mail: malmo.turism@malmo.se,
Internet: www.malmo.se.

Literatur:
Der Øresund-Reiseführer von Scandlines stellt auf 36 Seiten mit kurzen, informativen Texten und ansprechenden Fotos die wichtigsten Sehenswürdigkeiten rechts und links des Øresunds vor.
Infos: www.scandlines.de

Die im Januar erschienene Neuauflage des Dumont-Reisetaschenbuchs „Schweden. Der Süden“ führt auf zehn Entdeckertouren von Malmö bis Öland. Euro 14.95

Der Regionalguide „Südschweden - Skåne und Småland entdecken“ aus der Vision Travel Edition enthält neben Tipps für den idealen Tag in Malmö auch Empfehlungen für Paddeltouren und andere beliebte Aktivitäten in der Heimat von Astrid Lindgren. Alles im praktischen Pocketformat für 7.50 Euro.

Anreise:

Durch die Einführung eines neuen Tarifsystem hat die Lübecker Fährreederei TT-Line den Einstiegspreis für eine Pkw-Fährfahrt nach Schweden gesenkt. Für 95 Euro gibt es bereits das TT-Line-Fährticket von Travemünde nach Trelleborg für einen Pkw mit vier Personen. Dieser Standardtarif gilt ganzjährig und auch für Wohnmobile bis sechs Meter Länge.

Darüber hinaus bietet die Reederei einen Malmö-Städtetrip mit Schiffsreise und zwei Übernachtungen ab 139 Euro.
Infos: www.ttline.com
Malmö
http://www.malmo.se
http://www.ttline.de
http://www.scandlines.de
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