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Das Licht der Provence


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Keine andere Region Frankreichs verzaubert ihre Besucher so wie die Provence mit ihren malerischen Hügeln, ihren Jachthäfen und ihrem Licht, das Maler und Schriftsteller – von van Gogh bis Picasso von Scott Fitzgerald bis Pagnol – gleichmaßen inspirierte.

Licht und Farben der Provence haben Künstler aller Epochen nach Südfrankreich gelockt. Wer einmal in diesem Licht gebadet hat, weiss, warum es so viele Maler hierher zog. Leuchtende Sonnenblumenfelder und Zypressen fürs Auge, saftige Oliven und würzige Weine für den Gaumen, frischer Lavendel- und Pinienduft für die Nase. Hier kommen alle Sinne auf ihre Kosten.
Wie ein Kaleidoskop breitet die Provence ihre Schönheiten aus: in Städten wie Avignon, St. Remy, Aix-en-Provence und Arles vibriert die junge Kulturszene vor der Kulisse der römischen Antike. In den bizarren oder wildromantischen Höhenzügen der Alpilles und des Lubéron locken vielfältige Aktivangebote für Wanderer, Biker und Alpinisten. Alte Bergdörfer und manch schlichtes Bistro wecken mit feiner Küche auch die Lust, über Märkte zu bummeln.
Überschaubar, von typisch südländischem Charakter und eher geruhsam: So präsentiert sich beispielsweise Arles, die von den Römern gegründete Stadt an der Rhône. Weltweit bekannt geworden durch einige der schönsten Bildmotive Vincent van Goghs, künden noch heute eine Fülle steinerner Bauten und Relikte von ihrer glanzvollen Vergangenheit. Auf einer Anhöhe liegt das zweistöckige römische Amphitheater mit stolzen 136 m Länge und 107 m Breite. Bis zu 12000 Zuschauern bietet es Platz, wenn hier während der Sommermonate statt der einstigen Gladiatorenkämpfe die Courses Camarguaises stattfinden. Bei dieser unblutigen, französischen Variante des Stierkampfes muss dem Stier eine zwischen seinen Hörnern befestigte Kokarde entrissen werden. In den Räumen des Musée de l'Arles Antique & Musée achéologique erwarten den Besucher neben römischen Skulpturen und Mosaiken frühchristliche Sarkophage und schattige Kühle.
Liebhaber mittelalterlicher Kunst und Architektur kommen aber auch in Les Baux zum Zuge. Denn niemand geht durch die Felsenstadt, ohne nostalgisch zu werden. Hier zeigt das Werk der Zeit mehr als anderswo, was aus den ehrgeizigsten Unternehmen wird: Mauerruinen und Löcher ins Leere. Die im Mittelalter majestätische, ins Felsplateau gehauene Burg mächtiger Lehnsherren wurde 1632 von Kardinal Richelieux geschliffen. Heute säumen wieder schön restaurierte Häuser die engen Gassen hinauf zur nach wie vor zerstörten Burganlage.

Berühmtester Künstler der Region ist Paul Cézanne. Von seinen 350 Landschaftsbilder sind 250 über die Provence gemalt. So bietet anfangs das elterliche Landhaus, das Jas de Bouffan, vor den Toren seiner Heimatstadt Aix-en-Provence dem zwanzigjährigen Paul eine unendliche Inspirations-Quelle. Er braucht nicht weit zu gehen, um ein Motiv zu finden: die Maronenbaum-Allee, das Waschhaus, die Mauern des Grundstücks - alles wird auf Leinwand verewigt. Heute ermöglichen es fünf gekennnzeichnete Wege vom Stadtzentrum aus, mit den Augen des Malers die Landschaften Cézannes zu entdecken.
Wieder magisch angezogen fühlt sich Paul Cézanne jedoch vom Gebirge Saint-Victoire, „seinem Berg“. Wie besessen bannt der Wegbereiter der Moderne das schroffe weiße Kliff im Meer provenzalischer Farben auf Leinwände. Dutzendfach in Öl, aber auch als Aquarell oder bloße Skizze verewigt er die zwölf Kilometer lange Kalksteinscholle bei Aix-en-Provence aus diversen Perspektiven. Die Liebe zu seinem Hausberg trieb ihn etliche Male dazu, Staffelei, Pinsel und Farben im Atelier zu lassen und sich als Wanderer auf den Weg zu den Anhöhen unter dem Gipfelkreuz "Croix de Provence" zu machen. „Schauen Sie diesen Sainte-Victoire. Welcher Schwung, welcher gebieterische Durst nach Sonne und welche Melancholie am Abend, wenn diese ganze Schwere sich darauf senkt“ hielt der Dichter Joachim Gasquet die Reflexionen seines Freundes fest. Für den rastlosen Cézanne verkörpert der Berg auch Sinnbild der Harmonie und Beständigkeit. In der Nacht zum 23. Oktober 1906 stirbt Paul Cézanne im Alter von 67 Jahren an den Folgen eines Unfalls in seinem Lieblingsgebirge.
Auch heute noch, ein Jahrhundert nach dem Tod des Impressionisten, ist die Region Provence-Alpes-Cote d'Azur, wie die Gegend im amtsfranzösisch korrekt heisst, ein angesagtes Kunstzentrum. Neben Ausstellungen, Vernissagen und Retrospektiven bringen Tausende von Malern ihre oft verkitschten provenzalischen Farben auf Leinwand und an die Touristen. Doch egal ob Hochkultur oder Kitsch, eines verlischt nie: das „Licht der Provence“. (Andreas Guballa)

weitere Infos:
Maison de la France / Französisches Fremdenverkehrsamt
Postfach 100128
D-60001 Frankfurt/Main
Tel: 0900 1 57 00 25
(0,49 € /Min)
Internet: http://www.franceguide.com
L'OFFICE DE TOURISME
2, place du Général de Gaulle
F - 13100 Aix en Provence
Tel.: 33 (0)442 161 161
www.aixenprovencetourism.com
(Homepage auch auf deutsch)
Provence
http://www.franceguide.com
http://www.aixenprovencetourism.com
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