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Zwischen Meurthe, Mosel, Maas und Marne


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Wer glaubt, in der Grenzregion zu Deutschland, Luxemburg und Belgien werde nichts geboten, wird bei einer Reise nach Lothringen schnell eines Besseren belehrt. In diesem Landstrich, der in der Geschichte so häufig von Kriegen heimgesucht wurde, lässt es sich heute wunderbar abschalten und genießen: mildes Klima, reine Luft und unberührte Natur locken. Vergessen die Zeiten von Schwerindustrie und Bergbau mit Erz- und Kohleförderung, ausgebrannter Erde und vom Krieg gezeichneter Dörfer. Diese Periode ist in Lothringen vorbei und betraf von jeher auch nur die nordöstlichste Ecke im saarländisch-luxemburgischen Grenzgebiet.
Die Hochöfen sind längst erloschen, der Industriestaub ist vom Regen abgewaschen, die außergewöhnliche Landschaft der drei Lothringer Departements blühte wieder auf. Das Departement Meuse, nach dem Fluss benannt, der im Deutschen Maas heißt, ist eine landwirtschaftlich geprägte Erholungsregion. Am Lac de Medine machen Franzosen Ferien und während einer Fahrt mit dem Kajütenboot über Flüsse und Kanäle Lothringens kommt man bei Stenay zwangsläufig an schönen, gut erhaltenen Wassermühlen vorbei. Aus gutem Grund heißt eines der bekanntesten Biere in Frankreich und Belgien "Meuse". Der Name weist auf die Brautraditionen dieses Departements hin, die die Bierherstellung maßgeblich beeinflussten. Das dazugehörige Biermuseum - funktionierender Schankraum inklusive - fehlt verständlicherweise nicht. Nach der Reblausplage im 19. Jahrhundert gaben die Winzer hier auf. Inzwischen sind die alten Weinberge aber wieder aufgestockt worden. Mit gepflegtem, frischen Meuse-Wein wollen die "Viniculteurs" ihren Nachbarn aus der Champagne Kunden abwerben.
In Moselle, dem mittleren der drei Lothringer Departements, erleben die Besucher eine ganz andere Mosel, als sie es vom tiefen und engen Moseltal unterhalb von Trier gewohnt sind. Hier ist die "Moselle" ein lieblicher Fluss mit vielen Nebenarmen, der nichts von der betonierten Schwere der deutschen Mosel hat.
Der Name des im Süden Lothringens gelegenen dritten Departements Vosges leitet sich vom gleichnamigen Mittelgebirge der Region – den Vogesen – ab. Die Vogesen und das Gebiet rund um Gerardmer bieten Urlaubern unterschiedlichste Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Gleich mehrere Seen laden ein zum Baden, Surfen, Tretbootfahren, Segeln, Campen und Spazieren gehen. Der Lac de Gerardmer ist mit 2.200 Metern Länge der größte der Vogesen. Die Wandersaison in den Hochvogesen ist deutlich kürzer als in den niederen Regionen. Die wetterstabilste Zeit sind die Monate Juni bis Oktober. Problemlos sind Aufstiege auf die Gipfel, wie z. B. auf den 1.362 Meter hohen Hohneck, dem zweithöchsten Berg der Vogesen. Die Wege sind beschildert und gut angelegt. Bei schönem Wetter sieht man bis in die Rheinebene, den Schwarzwald, die Alpen und über die Hänge der Vogesen.
Doch über die Schönheit der Landschaft sollte man nicht den Reiz der lothringischen Städte wie Nancy oder Metz vergessen.
Am Zusammenfluss von Seille und Mosel gelegen, besitzt die Hauptstadt Metz eine sehenswerte Altstadt mit engen Gassen und gut erhaltenen Häusern aus unterschiedlichen Epochen. Die aus gelblichem Sandstein erbaute Kathedrale St. Etienne mit herrlichen Chagall-Fenstern zählt zu den eindrucksvollsten gotischen Gotteshäusern Frankreichs. Im Mittelalter hatte die Stadt eine führende Rolle und war zeitweise nach Köln zweitgrößte Stadt im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Heute versprühen wie Straßencafés anmutende Plätze und quirlige Fußgängerzonen südländischen Charme. Nancy ist die Stadt mit den goldenen Toren und besitzt eine der schönsten Innenstädte Europas. Das architektonische Ensemble aus dem 18. Jahrhundert wurde 1983 von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen. Besonders nachts, wenn die vergoldeten Gitter rund um den Platz Stanislas im künstlichen Licht funkeln und die Altstadt beleuchtet ist, erstrahlt Nancy in voller Pracht.
Lothringen
http://www.tourisme-lorraine.fr
http://www.franceguide.com
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