Kultur
Lifestyle
Touristik
Medien
Referenzen
Archiv
Marokko – nicht nur für Cineasten



Marokko im Kino – da fällt selbst Filmmuffeln der Kultfilm „Casablanca“ ein. Wie kein anderer hat er unser Bild der arabischen Medina geprägt. Umso überraschender, dass gerade dieser Film nicht in Marokko enstanden ist, sondern (bis auf eine einzige Sequenz) in den amerikanischen Filmstudios der Warner Bros. Erst seit wenigen Monaten kann man Rick’s Café in Casablanca real betreten – eine Amerikanerin hat die berühmteste Bar der Filmgeschichte in einem ehemaligen Patrizierhaus detailgetreu nachgebaut.

Zahlreiche andere weltbekannte Spielfilme wurden in der Tat in Marokko gedreht. Schon kurz nach der Erfindung des Kinematografen kam Louis Lumière nach Marrakesch und drehte 1897 "Le chevrier marocain" (Der marokkanische Ziegenhirte). Eine erste Erfahrung, der bald andere berühmte Regisseure folgten: Josef von Sternberg (Marokko, 1930), Alfred Hitchcock (Der Mann, der zuviel wusste, 1956), Pier Paolo Pasolini (Edipo Re – Bett der Gewalt, 1967), John Houston (Der Mann, der König sein wollte, 1975), Martin Scorsese (Die letzte Versuchung Christi, 1988 und Kundum, 1997) und Bernardo Bertolucci (Himmel über der Wüste, 1989/90), um nur einige zu nennen. Sie alle kamen, um die schönsten Aufnahmen ihrer Filme vor außergewöhnlicher, in unterschiedlichen Regionen des Landes gebotener Kulisse zu machen. Übrigens wird in diesen Tagen das 50-jährige Jubiläum des marokkanischen Kinos gefeiert: Die erste öffentliche Filmvorführung in Marokko fand im Jahr 1958 in Casablanca statt. Heute werden in Marokko jährlich etwa 700 ausländische Filme gedreht. Auf Celluloid gebannt verzaubern die archaischen Formen und das unvergleichliche Licht dieses einzigartigen Landes.
Die Stadt Ouarzazate ist die Kinohochburg. "Gladiator", "Lawrence von Arabien" oder auch "Asterix: Mission Cleopatra", wurden hier, unweit des prächtigen natürlichen Wüstendekors der Sahara , gedreht. Um der ständig wachsenden Nachfrage nachzukommen, hat sich die Stadt für Produktionen sogar mit drei Studios ausgestattet.
Neben den eindrucksvollen natürlichen Kulissen ist es die gute Infrastruktur, sind es die Fähigkeiten der marokkanischen Handwerker – Designer, Kostümschneider und Bühnenbauer - , die den hervorragenden Ruf der örtlichen Filmindustrie begründen. Das Centre Cinématographique Marocain ist Motor dieser rasanten Entwicklung, die Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen und sich zum bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt hat.
Nicht zuletzt deswegen ist Marokko heute ein Treffpunkt internationaler Stars, denen man mit etwas Glück auf einem Fest oder in der Stadt begegnen kann. Von dem einen oder anderen liest man bereits, er wolle sich in Marokko ein Haus kaufen.

Bis es soweit ist lädt aber erst einmal Marakkesch vom 14. bis zum 22. November zum Internationalen Filmfestival ein. Seit dem Gründungsjahr 2001 findet das Filmfestival, das unter der Schirmherrschaft des marokkanischen Königs Mohammed VI steht, regelmäßig in der Trendmetropole Marokkos statt. Was als Schritt, sich der Welt zu öffnen, begann, entwickelte sich schnell zu einem der bedeutendsten Events des Landes und der internationalen Filmbranche. „Das Filmfestival ist für uns jedes Jahr ein wichtiges Ereignis. Vor allem das Zusammentreffen der verschiedenen Kulturen verleiht Marrakesch immer wieder neuen Glanz und internationalen Flair“, so Jamal Y. Kilito, Direktor des Staatlich Marokkanischen Fremdenverkehrsamtes in Deutschland.

Mit dem Ziel, neue Talente zu entdecken, bewertet eine internationale Jury zirka 14 Filme und vergibt insgesamt vier Preise in den Kategorien „Golden Star“, „Jurypreis“, „Beste Schauspielerin“ und „Bester Schauspieler“. Darüber hinaus werden im Rahmen des Filmfestivals Ehrungen für verschiedene Filmkünste ausgesprochen. Geehrt werden dieses Jahr unter anderem die drei britischen Regisseure Alfred Hitchcock, Barry Lindon und Joseph Losey für ihre herausragenden Werke in der Filmkunst Großbritanniens sowie der ägyptische Filmregisseur Youssef Chahine. Darüber hinaus wird rückblickend die internationale Karriere des russischen Theater- und Filmregisseurs Andrei Konchalovsky betrachtet.

weitere Infos: www.tourismus-in-marokko.de und www.festivalmarrakech.info


Anreise:
Seit dem 27. Oktober 2008 fliegt die portugiesische Airline TAP Marokko an. Die Flüge zwischen Lissabon und Casablanca werden täglich, außer sonntags, also mit sechs wöchentlichen Verbindungen, durchgeführt. Anschlussflüge gibt es von allen deutschen Flughäfen, bspw. von Hamburg ab 273 Euro. Buchung: www.flytap.com
Marokko
http://www.tourismus-in-marokko.de
http://www.festivalmarrakech.info
http://www.flytap.com
diesen Beitrag downloaden
Städtereisen
Winter an der niederländischen Küste
Kunstmetropole Basel/ Van Gogh Superstar
Malmö – Zwischenstopp am Öresund
Europäische Kulturhauptstadt Linz
Adieu am Holmenkollen
Essaouira – Perle am Atlantik
Märchenhaftes Marrakesch
Ken Follett und die Kathedrale Santa Maria
Weihnachtliches Göteborg
Auf den Spuren von ABBA durch Stockholm
Verkehr
Mit Verspätung zur Reisemesse
 
   
  ImpressumKontakt