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Die Chorschmiede


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"Das Schwierigste ist es, aus 50 Solisten einen homogenen Klangkörper zu formen" sagt Edward Caswell. Und er muss es wissen. Der gefragte Chor- und Festivalleiter arbeitet seit Jahren mit namhaften Chören wie dem City of Birmingham Symphony Chorus, dem Edinburgh Festival Chorus oder dem Bournemouth Bach Choir. Seit Samstag ist er zu Gast beim Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) und leitet momentan die zweite Chorphase des Festival Chors in Travemünde.
Dank eines musikalischen Elternhauses in Bournemouth kam er schon früh mit Musik in Berührung. "Meine Eltern waren zwar keine Profi-Musiker, aber Musikliebhaber" sagt der heute 43-Jährige. „Daher hatte ich ständig Musik um mich herum.“ Schon als Chorknabe an der Kathedrale von Exeter entstand bei dem 9jährigen Edward der Berufswunsch, Sänger zu werden. Nach der Ausbildung an der Christ Church in Oxford und am Londoner Royal College of Music, wo er Gesang bei Norman Bailey studierte, gab er bereits mit 18 Jahren sein Debut als Chorleiter mit Haydns „Nelsonmesse“. „Es war immer mein Plan, auch Chöre zu leiten“ erinnert sich Caswell an den Beginn seiner Karriere. „Als Sänger habe ich viele Jahre lang mit so wunderbaren Dirigenten wie Chelsey, Abbado, Gerghiev, Gardener, Colin David gearbeitet und ein breites Repertoire kennengelernt. Irgendwann entschloss ich mich, die Seiten zu wechseln und selbst Chöre einzustudieren.

Diese Erfahrung auf beiden Seiten des Dirigentenpultes ist es, was die Arbeit des Briten auszeichnet. „Die größte Herausforderung bei meiner Arbeit mit der Chorakademie ist es, einen Gemeinschaftssinn und eine Gruppendisziplin zu entwickeln, ohne die Stimmen in ihrer Entfaltung zu hemmen.“ Dafür arbeitet Caswell in Travemünde vor allem an Stimmtechnik und Ausdruck, hat aber auch einige Anekdoten bereit. „Ich erzähle immer was für ein miserabler Chorsänger Pavarotti ist, das spornt unheimlich an“ schmunzelt er. „Gerade bei einem A Cappella Programm muss ein Chor daran arbeiten, dass die Artikulation klar und rein rüber kommt. Da kann man sich bei einem Auftritt nicht durchschummeln. Text und Töne müssen stimmt. Es gibt kein Orchester, hinter dem man sich verstecken kann“ weiß der Familienvater, den es vor vier Jahren nach Schottland zog, wo er das hochkarätig besetzte Paisley Choral Festival organisiert, aus eigener Anschauung.

Für die Auftritte mit dem SHFC in Plön und Husum hat er sich kein leichtes Programm ausgesucht. „Im ersten Teil singen wir Orlando di Lassos Doppelchor-Messe „Bell’ amfitrit’ altera“. Ein wundervolles Werk aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Außerdem die „Laudes organi“ für gemischten Chor und Orgel, eines der letzten Kompositionen von Zoltán Kodály sowie „The Gallant Weaver“ des Schotten James MacMillan, der wunderschönen Vertonung eines Gedichts von Robert Burns, das MacMillian 1997 zum Jubiläum der Universität von Paisley komponiert hat.“
Location:
Nikolaikirche Plön
St. Marienkirche Husum

Telefon: 0431-570 470

http://www.shmf.de
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