Kultur
Lifestyle
Touristik
Medien
Referenzen
Archiv
Wohlklänge zum 1. Advent



Am Sonntag, 30.11.2008, 17.00 Uhr, gastiert auf Einladung der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein das Amaryllis Quartett im Saal der Museumsinsel Lüttenheid in Heide. Das deutsch-schweizerische Streich-Quartett hat sich im Jahr 2004 gegründet und wurde von Walter Levin, dem Primarius des La-Salle Quartetts, in Basel ausgebildet. Seit 2007 werden die vier Musiker vom Alban Berg Quartett in Köln gecoacht. Kennengelernt haben sich die Musiker an verschiedenen Musikhochschulen, wo sie eine klassische Instrumentalistenausbildung absolvierten.
Andreas Guballa sprach mit dem Violinisten Gustav Frielingshaus.

Was macht die Faszination aus im Ensemble zu spielen statt eine Solistenkarriere anzustreben?

Die persönliche und fachliche Entwicklung eines Komponisten lässt sich sehr häufig an den Streichquartetten ablesen. Daher reizt uns einfach die Gattung. Ansonsten ist es natürlich viel schöner zu viert aufzutreten als alleine zu spielen; das ist bei den Auftritten genauso wie bei den Reisen. Es ist einfach ein schönes Gemeinschaftserlebnis.

Wie sieht Ihr Repertoire aus?

Wir versuchen eine besondere Herausforderung in der Gestaltung von Programmen, die im Spannungsfeld zwischen den klassischen Streichquartett-Kompositionen und den Werken der Zweiten Wiener Schule um Arnold Schönberg stehen. Das ist sicher unserem Lehrer Walter Levine geschuldet, der uns für diese Musik sehr begeistert hat. In den Konzerten zeigen wir daher ein möglichst breites Feld an verschiedenen Stilepochen auf, weil das für den Zuhörer am spannendsten ist. Und für uns eigentlich auch.

Auch die Wiederentdeckung heute vergessener Meisterwerke ist ein wichtiges Anliegen Ihres Quartetts. Woran arbeiten Sie zur Zeit?

Unsere diesjährige CD-Veröffentlichung ist die Weltersteinspielung von Streichquartetten des jüdisch-ungarischen Komponisten Géza Frid, einem Schüler von Kodály und Bartók, den man bei uns kaum kennt. Zu Unrecht, denn seine Kompositionen sind tolle Quartette, für deren Interpretation wir viel Zuspruch bekommen haben.

Die Presse beschreibt Ihr Zusammenspiel regelmäßig als „leidenschaftlich“ und „perfekt“. Worin liegt das Geheimnis Ihres Erfolges?

Von außen ist das immer einfacher zu beurteilen als es selber beschreiben zu müssen. Ein Kriterium unserer Arbeit ist aber sicherlich, dass wir immer versuchen, davon auszugehen, was in der Partitur steht und das sehr genau zu hinterfragen; auch was viele Hörgewohnheiten angeht. Auch wenn man viele Stücke schon oft gehört hat, fragen wir uns immer wieder: wollen wir das wirklich so machen? Ist es das, was in der Partitur ausgedrückt werden sollte?

Was erwartet die Zuhörer bei Ihrem Konzert am Sonntag in Heide?

Es ist ja der 1. Advent und daher spielen wir eher die Wohlklänge. Das Streichquartett von Schubert ist ein wunderschönes Jugendwerk; danach spielen wir mit der „Italienischen Serenade“ von Hugo Wolf ein eher spritziges Stück. Und zu Brahms' Streichquartett A-Moll op 51/2 braucht man nicht viel zu sagen. Das Werk gehört zu den schönsten Quartetten der Romantik überhaupt, das wir immer wieder sehr gerne spielen.
 O-Ton anhören Location:
Museumsinsel Lüttenheid
25746 Heide

Termin: Sonntag, 30.11.2008

http://www.brahms-sh.de
http://www.amaryllis-quartett.de
diesen Beitrag downloaden
Museum
Der Mann, der die Welt erleuchtete
Emil Noldes "Land am Meer"
Die SS Cimbria - eine deutsche Titantic
Gegen Diktatur
"Karl Valentin. Filmpionier und Medienhandwerker"
Geschichtenbilder
Neues Flaggschiff für die Westküste
Bühne
Die Oper zum Klimawandel
"Der fliegende Holsteiner"
„Ich bin der willenlose Sklave meiner eigenen Neugier“
Ausgelassenes Treiben bei den Schlossfestspielen Schleswig
Zerrissen zwischen zwei Welten
Macht und Moral
Wiederentdeckung eines Stiefkindes der Opernliteratur
Neue Spielzeit am Schleswig-Holsteinischen Landestheater
Neue Konzertsaison am Schleswig-Holsteinischen Landestheater
Fliege deinen Traum
Eine Odyssee
UTE LEMPER MIT NEUEM ALBUM AUF TOURNEE
Hauke Haien reitet wieder
Kultfilm als Bühnenversion
Keine verrostetet alte Dame
Im Hamsterrad der Bürgerlichkeit
Les Misérables am Theater Lübeck
„Die norddeutsche Fassung des 'Paten'“
„Ninotschka“lässt es an der Förde swingen
Public Viewing mit Bio
Literatur
Starke Frauen in scheinbar ausweglosen Situationen
Hellmuth Karasek liest Wilhelm Busch
„Wo kann ich am besten eine Leiche verschwinden lassen“
Ein Schuss, ein Schrei - das Meiste von Karl May
Träume vom verlorenen Paradies
 
   
  ImpressumKontakt