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"Mach dein Ding!"



Sie zählt zu den beständigsten Singer/Songwriterinnen Großbritannien: Joan Armatrading. Man mag kaum glauben, dass die auf der karibischen Insel St. Kitts geborene und in Birmingham aufgewachsene Künstlerin Autodidaktin in Sachen Gitarre, Klavier und Komposition ist, so überzeugend ist ihr handwerkliches Können und die Fähigkeit, Gefühle in Musik zu fassen.
Ihr Debüt-Album „Whatever's for Us“, erschienen 1972, war noch kein großer Erfolg. Nach einigen Schwierigkeiten mit ihrer Plattenfirma gelang ihr 1976 der Durchbruch.

Mit ihren Hits "Love And Affection" und "Drop The Pilot" eroberte Joan Armatrading Anfang der 80-ziger auch das deutsche Publikum. Unvergessen ihr Auftritt beim ARD-Rockpalast-Festival, wo sie ein Millionenpublikum vor den Fernsehgeräten und 8.000 Begeisterte in der ausverkauften Grugahalle in Essen von ihren musikalischen Qualitäten überzeugte und deutlich machte, dass man auch ohne Starallüren und Glamour-Attitüden zu den ganz großen Künstlern zählen kann. Bis heute erschienen 20 Alben, auf denen sie im Laufe der Jahrzehnte verschiedenste Musikstile, auch Jazz und Reggae kombinierte.

Joan Armatrading schreibt Songs, weil sie es liebe, verrät sie im Interview mit DEM KULTURONKEL. Die heute 57-Jährige blieb immer auf die Musik konzentriert, unabhängig von kurzlebigen Trends. Nach ihrem letzten, 2005 erschienenen Live-Album "Live All The Way From America" hat sie sich mit ihrem neuen Studioalbum, das am 13. April erschienen ist, einen Traum erfüllt und singt "Into The Blues".


Ihre letzte CD „Lovers Speak“ ist vor vier Jahren in Deutschland erschienen. Was haben Sie in der Zwischenzeit gemacht?

Zwischendurch ist ja noch eine DVD herausgekommen, ich glaube in 2005. Das ist jetzt zwei Jahre her, also nicht ganz so lange. Außerdem mache ich eine Menge anderer interessanter Sachen und bin ständig beschäftigt. Ich bin beispielsweise Präsidentin der britischen Vereinigung "Woman Of The Year", einer Organisation, die jedes Jahr Frauen auszeichnet, die sich sehr für ihre Mitmenschen einsetzen und dazu beitragen, die Welt zu einem etwas besseren Ort zu machen. Seit 2004 habe ich eine eigene Serie namens „Joan's Journey“ bei BBC Radio 4 und außerdem bin ich Kuratorin der "Open University" [1969 in Großbritannien gegründete Fern-Universität mit weltweit über 180.000 eingeschriebenen Studierenden, Anm. d. R.] und engagiere mich an zahllosen Stellen ehrenamtlich, um Spenden zu sammeln.

Sie waren vor zehn Jahren zum letzten Mal in Deutschland. Freuen Sie sich auf ein Wiedersehen?

Ich liebe es, in Deutschland auf Tour zu sein und ich mag das deutsche Publikum. Es ist sehr aufmerksam und begeisterungsfähig. Ich freue mich wirklich sehr auf meine Auftritte in Deutschland.

Was kann das Publikum bei Ihrem Konzert erwarten?

Es wird eine Super- Show. Es gibt alte Songs wie "Love and Affection", "Me Myself I " und "Willow", aber natürlich auch neue Lieder vom aktuellen Blues-Album. Es ist wirklich eine gelungene Mischung, die hier auf der Insel sehr gut ankommt.

Ihr neues Album heisst "Into the Blues". Wie sind Sie auf den Blues gekommen?

Ich habe ja schon immer Blues gesungen, allerdings nicht so konzentriert wie auf diesem Album. Damit habe ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt.

Ihr erstes Album erschien vor 35 Jahren und damals waren Sie eine der ersten Frauen, die ihre Songs selber schrieb und auch sang. Wenn Sie das mit heute vergleichen: was hat sich verändert?

Ich bin ja eigentlich erst 1976 nach meinem dritten Album, dem "Joan Armatrading"-Album, bekannt geworden. Mein erstes Album ist aber bereits 1972 erschienen. Die meisten Künstler heutzutage haben nicht die Möglichkeit, sich in Ruhe zu entwickeln und erst nach zwei erfolglosen Veröffentlichungen, ihre Karriere zu starten, auch wenn das Talent noch so groß ist. Das ist wohl der größte Unterschied zu damals.

Sie waren und sind Vorbild für viele junge Sängerinnen wie Tori Amos, Katie Melua, Joss Stone, Nelly Furtado, Avril Lavigne und viele andere, um nur einige zu nennen. Was können sie dem Nachwuchs mit auf den Weg geben?

Ich sage ihnen das, was ich allen Menschen zu sagen pflege: Erkenne dich selbst. Überlege, ob du wirklich das Zeug zu einem guten Sänger, Liedermacher oder Musiker hast. Mach' dir selbst nichts vor. Es ist sehr leicht, sich selbst in die Tasche zu lügen, wenn die Leute dir vorgaukeln, du seist gut, aber hintenrum lachen sie über dich. Wenn du wirklich gut bist, zieh dein Ding einfach durch.
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