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Die Königin des Akkordeons sucht die Intimität des Trios



"In der Musik von Lydie Auvray steckt die Energie eines Clochards, der soeben sechs Richtige im Lotto getippt hat und alle Lebenskünstler von Paris zu einem Rotweinfestival auf dem L'Arc de Triumphe zusammentrommelt." Eine von hundert bildreichen Beschreibungen, zu denen sich die Feuilletonisten unseres Landes hinreißen lassen, wenn sie die Musik von Lydie Auvray und ihrer Band, den Auvrettes, beschreiben sollen. Dank ihres musikalischen Einsatzes hat das Akkordeon Eingang in die deutsche Popularmusik erfahren: Klaus Hoffmann, Hannes Wader, Stephan Remmler griffen ebenso wie Peter Maffay und die Rainbirds auf die Dienste der gebürtigen Französin zurück. Die aus der Normandie stammende Lydie Auvray wollte eigentlich nur ein Jahr in der Bundesrepublik bleiben. Dank vieler geknüpfter Freundschaften lebt und arbeitet sie inzwischen seit langem in Köln. Die Auvrettes-Mischung ist eine Spezialität geworden, die das Konzertpublikum liebt und gut gelaunt nach Hause gehen lässt. Am 20. November kommt Lydie Auvray ins Theodor-Schäfer-Freizeitheim nach Husum. DER KULTURONKEL hat mit der Künstlerin über das neue Album TRIO gesprochen.

Seit über 30 Jahren üben Sie schon diesen wunderbaren Beruf der Akkordeonspielerin aus. Wie hat alles angefangen?

Ich habe als kleines Mädchen in Frankreich angefangen, Akkordeon zu spielen. Nach dem Abitur bin ich dann wegen meines Ex-Mannes nach Berlin gegangen, der dort Musik in kleinen Clubs machte. Irgendwann habe ich dann mein Akkordeon ausgepackt und angefangen, ihn zu begleiten. So ist alles langsam ins Rollen gekommen. Zunächst war das nicht so einfach, da man damals das Knopfakkordeon in Deutschland kaum kannte. Ich war quasi eine kleine Sensation und plötzlich wollte jeder mit mir spielen und Studioaufnahmen machen.

Eine Zuordnung Ihrer Musik ist auch nach 30 Jahren noch schwer, denn Sie schöpfen aus verschiedenen musikalischen Quellen. Wie würden Sie Ihre Musik selbst beschreiben?

Im weitesten Sinne würde ich es als Weltmusik bezeichnen. Meine Wurzeln liegen natürlich in der französischen Musette-Musik und dem europäischen Tango. Aber ich war auch oft in den französischen Antillen und die Musik aus Martinique hat meine Arbeit sehr beeinflusst. Überhaupt bin ich ein Mensch, der überall Einflüsse aufnimmt – von Jazz über Klassik bis Folklore. Durch meine Reisen und meine Musiker verarbeite ich ganz unbewusst neue Ideen.

Ihr aktuelles Album TRIO klingt wieder ganz anders. Das sind 14 ganz neu in kleiner, aber sehr abwechslungsreicher Besetzung aufgenommene Stücke. Wie ist es dazu gekommen?

Ich bin letztes Jahr mit meinem Pianisten Eckes Malz und Gitarristen Markus Tiedemann als Trio auf einer Gala aufgetreten und wir haben gemerkt, wie schön das klingt. Die Musik ist filigraner und ruhiger. Trotzdem ist das Album sehr bunt. Das Projekt war eine echte Herausforderung für mich, denn man muss ganz anders arbeiten. Das Programm ist nicht einfach das „Auvrettes„-Programm ohne Bass und Schlagzeug, sondern ein völlig anderes Zusammenspiel, ein gleichwertigeres, partnerschaftlicheres, intimeres. Da zählt plötzlich jeder Ton.

Was braucht eine Musikerin, um wie Sie über 30 Jahre erfolgreich auf der Bühne zu sein?

Ich glaube, ich war immer authentisch und konnte immer machen, wozu ich Lust hatte. Selbst die großen Plattenfirmen haben mich machen lassen und an mich geglaubt. Nach all' den Jahren habe ich ungebrochene Freude am Spielen und das springt über aufs Publikum. Gerade hat mir ein Veranstalter wieder bestätigt: „Nach deinem Auftritt kommen die Leute immer mit einem Strahlen aus dem Konzert.“

Nächste Woche sind Sie bei uns im Norden. Worauf darf sich das Publikum freuen?

Auf die altbewährte „Auvrette“-Mischung, große Spielfreude und einige neue Stücke.
"Trio"
Location:
Theodor-Schäfer-Freizeitheim
25813 Husum

Telefon: 0 48 41 - 8 99 27 53

Termin: Freitag, 20.11.2009

http://www.lydieauvray.de
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