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Norddeutscher Kulturpreis für "Piano meets Vibes"



Vor 20 Jahren gründeten Jens Schliecker (Piano) und Nils Rohwer (Vibraphon/Marimba) das Duo „Piano meets Vibes“. Ihre Kompositionen zeichnen sich durch einen starken assoziativen Charakter aus, der sehr intensiv die innere Bilderwelt der Hörer anregt. Neben vielen Konzerten und Tourneen haben sich die Kieler Musiker einen Namen als Filmmusikkomponisten gemacht. Gestern haben die zwei den mit 3.000 Euro dotierten Förderpreis des vom Landeskulturverband Schleswig-Holstein verliehenen Norddeutschen Kulturpreises erhalten. Kurz vor der Verleihung sprach DER KULTURONKEL mit dem Vibraphonisten Nils Rohwer.

Was bedeutet die Verleihung des norddeutschen Kulturpreises für Sie?

Rohwer: Der Preis freut uns sehr und kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, denn in diesem Monat erscheint nach sieben Jahren unsere vierte CD „Morning Clouds“. Mit dem Preisgeld können wir die Produktionskosten etwas kompensieren. Außerdem freut es uns, diesen Preis in unserem Heimatland zu erhalten, dem wir unsere Karriere verdanken.

Also ein doppelter Grund zum Feiern, denn gleichzeitig begehen Sie in diesem Jahr Ihr 20jähriges Bühnenjubiläum. Erinnern Sie sich, wie damals alles begann?

Rohwer: Ja, daran kann ich mich noch gut erinnern. Jens Schliecker und ich spielten damals gemeinsam in einer Band namens „Toccata“. Für ein Preisträgerkonzert von „Jugend musiziert“ hatte ich ein Stück für Piano und Vibraphon geschrieben, das so gut ankam, dass wir entschlossen, als Duo weiterzumachen. Das war der eigentliche Startschuss von „Piano meets Vibes“.

Wie hat sich das Projekt weiterentwickelt.

Rohwer: Wir haben zunächst nach Kompositionen Ausschau gehalten, die es auf dem Markt gibt, und auch erste Versuche unternommen, eigene Stücke zu schreiben. In den ersten Jahren entstand dadurch ein gemischtes Repertoire und wir haben vereinzelte Konzerte gespielt. Anfang der Neunziger gab es dann die ersten vom Landesmusikrat ausgeschriebenen Jazzwettbewerbe, auf die wir uns beworben und prompt den ersten Preis gewonnen haben. 1993 sind wird dadurch in die Jazzpodiumsreihe hineingerutscht, durch die wir sechs Konzerte in verschiedenen Clubs quer durch Schleswig-Holstein geben konnten.

Bereits ein Jahr später gab es dann den ersten Plattenvertrag....

Rohwer: Das Label „Acoustic Music“ aus Osnabrück gab uns die Möglichkeit, unsere erste CD „Piano meets Vibes“ zu produzieren, die wir im Nordkolleg in Rendsburg aufgenommen haben und die sehr gute Ressonanz hervorgerufen hat. Dadurch wurden wir auch außerhalb der Grenzen Schleswig-Holstein bekannter und gaben nach und nach immer mehr Konzerte in ganz Deutschland. Ein größeres Publikum wurde auf uns aufmerksam durch den Auftritt im Hauptprogramm der JazzBaltica 1994.

Bis zum Jahr 2000 folgten dann weitere CD-Veröffentlichungen und Konzerte unter anderem auf dem Jazzfest Hamburg, dem SHMF und der JazzBaltica. Danach haben Sie sich verstärkt als Komponistenduo von Orchester-, Fernseh- und Filmmusik hervorgetan.

Rohwer: In Zusammenarbeit mit dem Berliner Filmkomponisten Axel Donner sind zahlreiche Kompositionen für Fernsehserien, Krimis und Dokumentationen im Studio entstanden. Aber auch auf der Live-Ebene haben wir spannende Projekte verwirklicht. Neben einem Orchesterzyklus in drei Sätzen für großes Symphonieorchester, der im Kieler Schloss uraufgeführt wurde, haben wir uns an eine musikalische Re-Interpretation der Fritz-Lang-Filme "Metropolis" und „Pest in Florenz“ gewagt, die wir dann auch live – unter anderem während der Berlinale - begleitet haben. Ein ähnliches Projekt haben wir als Soundtrack zum Dokumentarfilm „Mikrokosmos“ realisiert, der 2001 im CinemaxX Kiel uraufgeführt wurde.

Das letzte Jahr stand dann aber wieder ganz im Zeichen des Live-Duos „Piano meets Vibes“.

Rohwer: 2007 hatten wir den 1. Preis beim Kompositionswettbewerb der International Marimba League in den USA gewonnen, der uns motiviert hat, an einer neuen CD zu arbeiten, die wir im Sommer 2008 auch aufgenommen haben. Das Zentralwerk von Yamaha Europe in Hamburg gab uns die Möglichkeit, unsere Stücke auf Meisterinstrumenten einzuspielen. Das Ergebnis erscheint in diesem Monat auf dem Album „Morning Clouds“ bei unserem neuen Berliner Plattenlabel. Und für unsere Schleswig-Holsteiner Fans geben wir zwei Live-Konzerte am 23. Mai in der Musik- und Kunstschule in Lübeck und am 24. Mai im Kieler Schloss mit musikalischen Überraschungsgästen.

Wie geht’s weiter mit „PmV“?

Rohwer: Im Herbst gehen wir auf Deutschland-Tournee, um unsere CD vorzustellen. Desweiteren sind wir gerade dabei, unsere Fühler nach Amerika auszustrecken, wo wir versuchen wollen mit unserer Musik erfolgreich zu sein. Über den Kompositionspreis haben wir dort bereits viele Leute kennengelernt, die sehr an unseren Stücken interessiert sind.
Morning Clouds
Location:
Kieler Schloss

Termin: Sonntag, 24.05.2009

http://www.piano-meets-vibes.de
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