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Das (Fräulein) Wunder von Oslo


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Sensation in Oslo: Lena Meyer-Landrut hat den Eurovision Song Contest (ESC) geworden. Mit ihrem Song "Satellite" zog die 19-Jährige aus Hannover der Konkurrenz davon. Damit ist Lena nach Nicole (1982) die zweite deutsche Gewinnerin in der Geschichte des ESC.

Nach 28 Jahren hat Deutschland wieder den Eurovision Song Contest (ESC) gewonnen. Lena Meyer-Landrut setzt sich mit ihrem Lied "Satellite" am Samstagabend in Oslo im Finale gegen Sänger und Bands aus 24 anderen Ländern durch, wie bereits kurz vor Abschluss der Punktevergabe aus 39 Ländern feststeht.
Die Hannoveraner Abiturientin war bereits als Favoritin ins Rennen beim Eurovision Song Contest gegangen. Nicht nur in Deutschland, wo das Album der 19-Jährigen seit Wochen die Charts anführt; auch die internationalen Buchmacher hatten Lena beste Chancen auf einen Sieg beim ESC ausgerechnet. Gleiches galt allerdings auch für die Aserbaidschanerin Safura mit ihrem Lied "Drip Drop". Am Ende kommt Lena auf 246 Punkte und liegt damit mit deutlichem Abstand vorn. Auf den zweiten Platz kommt die Türkei mit 170 Punkten. Dritter wird Rumänien mit 162 Punkten. Mit-Favoritin Safura erreicht mit 145 Punkten Rang fünf.
Nach einer überzeugenden, lockeren Performance gibt es kurz nach 21 Uhr kein Halten mehr in der mit 18.000 Besuchern ausverkauften Telenor Arena in Oslo. Nicht nur die deutschen Fans feiern das Fräuleinwunder aus Deutschland mit „Lena, Lena!“-Rufen im schwarz-rot-goldenem Outfit und Deutschlandflaggen. Selbst das versammelte Pressekorps im Media Center neben der Arena jubelt. Die sonst abgeklärten Journalisten schwenken die Landesfahnen vor den Fernsehschirmen und applaudieren. Knapp zwei Stunden später scheint die Sensation perfekt. Beim Punktesammeln legt Lena sofort einen furiosen Start hin. Sie sammelt sogar in Ländern Punkte, die bisher kaum etwas für Deutschland übrig hatten. Immer wieder kassiert sie sogar die Höchstnote zwölf Punkte. Zur Halbzeit der Auszählung führt Lena das Feld an. "Wir haben nicht daran geglaubt, auch als schon klar war, dass wir gewinnen", sagt Lena später. "Es ist unglaublich, ein Wahnsinn!" Kurz nach Mitternacht sind die Würfel dann gefallen. Lena Meyer-Landrut gewinnt den Eurovision Song Contest 2010 und schreibt damit deutsche Musik-Geschichte. Und Deutschland hat einen neuen Superstar!
Der Sieg Lenas ist aber auch ein Triumph des „Systems“ Stefan Raab. Allen Unkenrufen zum Trotz hat der Produzent und Pro7-Entertainer es nicht nur geschafft, mit seiner Castingshow „Unser Star für Oslo“ tatsächlich einen Star zu finden, über den man noch lange reden wird, sondern auch den Song Contest aus einer Randnische herauszuholen und ihn wieder zu nationaler Bedeutung zu verhelfen. Mit „Satellite“ hat er einen chartkompatiblen Song an den Start geschickt, der schnell ins Ohr geht, und da auch erstmal bleibt. Ein Lied, das überall gefällt, und so ganz Europa mit dem Lena-Virus infiziert. Überhaupt war die Qualität der 25 Beiträge im größten Musikwettbewerb der Welt, den mehr als 120 Millionen Fernsehzuschauer sahen, besser als bei vielen Grand Prix' bisher. Von herzergreifenden Balladen über fetzige Dance-Pop- Nummern und Rock-Kracher bis zu mitreißendem Ethno-Pop war alles dabei; Abschalten musste dieses Mal niemand. “Ein Super-Jahrgang“, kommentierte ARD-Moderator Peter Urban.
Wo der Grand Prix im nächsten Jahr stattfinden wird, scheint noch nicht ganz klar. Lutz Marmor, der Intendant des NDR und augenscheinlich selbst überrascht über das Abschneiden des deutschen Beitrags, sagte auf der anschließenden Pressekonferenz: „Jetzt feiern wir erstmal Lenas Sieg. In welcher Stadt das große Finale stattfindet, werden wir nach sorgfältiger Prüfung entscheiden.“ Sollte sich nicht Stefan Raab mit seinem Produktionsstandort Köln oder der NDR als ausrichtende Sendeanstalt mit Hamburg durchsetzen, wird es wohl auf Berlin hinauslaufen dürfen.


Eindrücke von der After Show Party:

Einen ersten Vorgeschmack auf die Begeisterungsstürme, die Lena und die deutsche Delegation in den nächsten Tagen in Deutschland erwartet, gab es bereits auf der Osloer After Show Party. Riesenandrang im Radisson Plaza, jeder wollte dabei sein. Umlagert vom üblichen Kamerapulk zogen gegen 2:30 Uhr Stefan Raab und Lena einmal durch die Hotelhalle und zurück. Im riesigen Ballsaal wurde „Satellite“ im Laufe der Nacht mindestens fünf Mal gespielt und nicht nur die deutschen Fans tanzten entfesselt. Dazwischen Dance-Versionen aller anderen Titel. Auch dabei: Israels Hoffnungsträger Harel Skaat. Er wurde bei seinem Song von Fans hochgehoben und durch den Saal getragen. Der Verlierer des diesjährigen Wettbewerbs Josh Dubovie (10 Punkte) hielt ebenfalls bis zum frühen Morgengrauen durch und tanzte ausgelassen. Viele vorzeitig ausgeschiedene Teilnehmer, wie der Schweizer Martin von der Heide, und fast alle Künstler des Abends mischten sich unter die Menge.
Auch in Deutschland feierten Tausende Fans ihre Lena bei großen Grand- Prix-Partys. Auf der Hamburger Reeperbahn stieg traditionell die offizielle Eurovisions-Feier der ARD, die stets vor und nach dem Wettbewerb live übertragen wird. “Ich hab' voll Bock, das wird total geil“, hatte Lena ihren Fans bei einer Schalte noch kurz vor dem Start des 55. Eurovision Song Contests zugerufen. Auch in Lenas Heimatstadt Hannover stieg eine große Sause. Zum zentralen Public- Viewing unter dem Motto “Wir für Lena“ waren vor dem Rathaus zwei große Leinwände aufgebaut, auf denen der Contest live übertragen wurde. (gub)

http://www.eurovision.de
http://www.eurovision.tv
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