Kultur
Lifestyle
Touristik
Medien
Referenzen
Archiv
Königliche Goldkehlchen



Noch immer sind die King's Singers der funkelndste Zacken in Englands Krone. Obwohl das weltberühmte Herren-Sextett in diesem Jahr sein 30jähriges Deutschland-Jubiläum feiert, hat es an jugendlichem Appeal nichts eingebüßt. In wechselnder Besetzung sind sie ihrem spezifischen Klang und Profil immer treu geblieben - gediegene, geschmeidige, swingende Mehrstimmigkeit, in der Musik der Renaissance ebenso aufblüht wie Songs der Beatles oder Gospels.
Unter dem Motto „Tanzen und Springen“ gaben die Gentlemen des Gesangs am Dienstagabend ihr Debut im Heider Tivoli und damit das einzige Konzert des Schleswig-Holstein Musik Festival in der Kreisstadt. Im Namen des Heider Ortsbeirats freute sich Dirk Matthiessen über das nahezu ausverkaufte Haus und verband damit sicherlich die Hoffnung, dass die Stadt trotz reduziertem Konzertangebot in diesem Jahr in Zukunft weiter im Festivalkalender vertreten sein wird.
Von nah (obwohl viele vertraute Heider Gesichter fehlten) und fern (u.a. Wolfsburg und Dänemark) waren die Zuschauer gekommen, um das ganz eigene Spiel der King's Singers jenseits von E-Musik und U-Musik zu erleben mit Liedern der deutschen Renaissance, der Romantik, György Ligetis grotesk-komischen „Nonsense Madrigals“, Poulencs liebevoll-charmanten „Chansons françaises“ und nicht zuletzt einer Reihe spezieller Arrangements aus dem Pop-Bereich.

Mit blitzsauberem Gesang, feinfühliger Dynamik, ausgewogenem Sound, pfiffigen Arrangements und vor allem mit spürbarer Freude an der Musik zogen die Sechs das Publikum in ihren Bann und bewiesen im ersten Konzertteil, wie frivol Texte des 16. Jahrhunderts auch heute noch sein können. "Bum, mädle, bum - ich kum, ich kum, ich kum" dichtete Renaissance-Künstler Orlando di Lasso zweideutig unter dem Titel "Im Mayen" und komponierte eindeutig-zweideutig klingende Musik dazu. Die Schwelle zur Schauspielkunst leichtfüßig überschreitend trieben die sechs Männerstimmen die Stelle derart auf die Spitze, dass der Saal tobte. Ähnlich ging’s zu bei di Lassos "Ich hab dich lieb", in dem der liebeskranke Lover das große Niesen und Röcheln bekommt. Ein gefundenes Fressen für die sechs Goldkehlchen aus Großbritannien - und ein Heidenspaß für die Zuhörer.
Das Bemerkswerte bei großen Könnern wie den King's Singers ist aber nicht nur, dass sie alles wunderbar singen, sondern dass sie jeden Stimmungswechsel glaubwürdig transportieren. Während sie im zweiten Konzertteil gerade noch mit britischem Humor die französischen Trinklieder Francis Poulenc spielerischen interpretiert hatten, sorgten die Sänger wenig später mit dem Beatles-Arrangement „Blackbird“ und dem traditionellen schottischen Volkslied „The Bonnie Banks o' Loch Lomond“ für Gänsehaut. Spätestens mit der Zugabe, dem Kinderlied "Old McDonald" - weil ja Ungarn-Schwerpunkt ist auf Italienisch - demonstrierten die Briten, dass sie auch nach drei Jahrzehnten noch „Simply The Best“ sind.
diesen Beitrag downloaden
Museum
Der Mann, der die Welt erleuchtete
Emil Noldes "Land am Meer"
Die SS Cimbria - eine deutsche Titantic
Gegen Diktatur
"Karl Valentin. Filmpionier und Medienhandwerker"
Geschichtenbilder
Neues Flaggschiff für die Westküste
Bühne
Die Oper zum Klimawandel
"Der fliegende Holsteiner"
„Ich bin der willenlose Sklave meiner eigenen Neugier“
Ausgelassenes Treiben bei den Schlossfestspielen Schleswig
Zerrissen zwischen zwei Welten
Macht und Moral
Wiederentdeckung eines Stiefkindes der Opernliteratur
Neue Spielzeit am Schleswig-Holsteinischen Landestheater
Neue Konzertsaison am Schleswig-Holsteinischen Landestheater
Fliege deinen Traum
Eine Odyssee
UTE LEMPER MIT NEUEM ALBUM AUF TOURNEE
Hauke Haien reitet wieder
Kultfilm als Bühnenversion
Keine verrostetet alte Dame
Im Hamsterrad der Bürgerlichkeit
Les Misérables am Theater Lübeck
„Die norddeutsche Fassung des 'Paten'“
„Ninotschka“lässt es an der Förde swingen
Public Viewing mit Bio
Literatur
Starke Frauen in scheinbar ausweglosen Situationen
Hellmuth Karasek liest Wilhelm Busch
„Wo kann ich am besten eine Leiche verschwinden lassen“
Ein Schuss, ein Schrei - das Meiste von Karl May
Träume vom verlorenen Paradies
 
   
  ImpressumKontakt