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Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm



Es gibt Familienverhältnisse, da übernehmen die Söhne im besten Fall die Bäckerei oder die Autowerkstatt des Vaters. Auch die drei jungen Männer von C:A:S:T schlüpfen in die Fußstapfen ihrer Erzeuger: Julian Coryell ist der Sohn des berühmten Gitarristen Larry Coryell, Karma Auger der von Brian Auger, Nicklas Sample der von Jazzer Joe Sample. Während die Väter auf ihre Art Musikgeschichte schrieben, präsentiert sich der Nachwuchs bereits fast wie alte Hasen und zeigt, dass alle ein erstklassiges Musik-Gen geerbt haben. Mit ihrem lockeren Fusion-Mix kommt das Coryell-Auger-Sample-Trio (C:A:S:T ) am 11. März ins Capitol Marne.
Der Kulturonkel hat mit dem Gitarristen Julian Coryell gesprochen.

Wie habt ihr drei euch getroffen?

Ich habe früher oft aus Jux mit meinem Vater gespielt. Für einen Auftritt in San Diego hatte er Karma als Schlagzeuger engagiert. Das Zusammenspiel klappte gut und wir stellten nach dem Gig fest, dass wir beide nur fünf Minuten voneinander entfernt in Venice/ Kalifornien leben. Wir haben uns dann kurz darauf zuhause wiedergetroffen und Karma erwähnte, dass Nick Sample ein guter Freund von ihm sei. Wir dachten, es wäre vielleicht witzig, wenn wir drei zusammenkommen, um miteinander zu spielen. Und daraus wurde dann Ernst. Wir haben uns in meinem Studio in Venice getroffen und festgestellt, dass wir nicht nur musikalisch auf einer Welle liegen, sondern auch menschlich gut miteinander auskommen. Das war im Sommer 2007 und seitdem gibt es das Coryell-Auger-Sample-Trio.

Wie habt ihr euch dann musikalisch ausprobiert?

Zuerst haben wir unsere Debut-CD „Coolidge returns“ aufgenommen und anschließend haben wir einige Auftritte in Los Angeles absolviert. Unsere erste Amerika-Tournee führte uns in den Mittleren Westen und anschließend in den Osten der USA. Auch einige Festivals wie Phönix und Detroit haben uns eingeladen, um dort zu spielen. Zwischendurch haben wir eine weitere CD aufgenommen und im letzten Jahr ging es dann auf Europa-Tournee, wo wir eine Superzeit hatten. Viele der Auftritte dort haben wir aufgezeichnet und sind gerade dabei, aus dem Material eine Live-CD zusammenzustellen.

Wie würdest du eure Musik beschreiben?

Es gibt viele Möglichkeiten, unsere Musik zu beschreiben. Sie ist ein wenig altmodisch und ich nenne sie gern Funky-Jazz. Aber es gibt auch viele klassische Rock&Roll-Einflüsse beispielsweise von „Cream“ und Jimmy Hendrix, außerdem viel Soul und R&B.

Eure Väter sind bekannte Musiker. Wie groß war deren Einfluss auf euch?

Der Einfluss war schon prägend. Gerade bei mir, da ich wie mein Vater Gitarre spiele. Auch wenn ich natürlich nicht wie er klingen will, findet sich viel von ihm in meinem Spiel. Aber genauso bin ich beeinflusst von John Scofield, Scott Henderson, Pat Matheny und Allan Holdsworth. Für die beiden anderen ist es etwas unterschiedlich, da ihre Väter andere Instrumente spielen. Karma hat aber auf jeden Fall den musikalischen Geist seines Vaters geerbet und auch bei Nicklas merkt man den Einfluss seines Vaters in Sachen Soul, Gospel und Funk.

Waren eure Väter Türöffner ins Showbusiness oder war es eher hinderlich?

Beides. Am Anfang unserer Karriere gab es viele Leute, die gesagt haben, sie seien wegen der Musik gekommen, die unsere Väter machen, und waren dann vielleicht enttäuscht. Das hat sich mittlerweile zum Glück geändert. Wir sind durch die Tür, die unsere Väter aufgestoßen haben, gegangen und können natürlich nur bestehen, wenn wir einen eigenen Eindruck hinterlassen. Wir machen zwar nicht die Musik unserer Väter, aber wir nehmen ihre Musiktradition auf und führen sie fort.
Wenn man also deren Musik mag, besteht eine gute Chance, auch unsere Songs zu mögen.


Woher bekommt ihr eure Inspiration?

Wir inspirieren uns gegenseitig. Nicklas ist ständig dabei, irgendetwas zu komponieren. Und wenn wir uns treffen, um zu proben, entsteht meistens mindestens ein neuer Song. Es herrscht dann eine ganz besondere Chemie zwischen uns, die dafür sehr förderlich ist. Aber auch unser Umfeld beeinflusst uns und wir schreiben viel auf Tournee, zum Beispiel beim Soundcheck. Und je nachdem wo wir sind, wird das im Song reflektiert. Wir gehen also nicht - wie viele Kollegen - planmäßig vor, studieren neue musikalische Trends und kopieren diese dann, sondern spielen einfach zusammen und lassen uns von unserer musikalischen Erfahrung leiten.

Worauf darf das Publikum sich bei eurem Konzert in Marne freuen?

Richtig viel Spaß zu haben. Das ist bei unseren Konzerten genauso wichtig wie die Musik. Wir nehmen uns als Musiker nicht bierernst, sondern lachen viel. Dadurch finden wir auch schnell einen Zugang zum Publikum
Location:
Captiol Marne
Marne

Termin: Donnerstag, 11.03.2010

http://www.capitol-marne.de
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