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Druckvoller Jazz und anrührende Balladen


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Am Freitag, den 16. Mai, präsentiert die Jazzinitiative ab 20 Uhr in der Jazzscheune der Familie Köhler in Trennewurth das Gary Barone-Hendrik Meyer Quartett, das mit Modern Jazz und Groove, mit Eigenkompositionen sowie Bearbeitungen aus dem Standardrepertoire fesselt. Druckvolle Stücke wechseln mit anrührenden Balladen, heiße Rhythmen mit coolem Swing. Dem KULTURONKEL verriet der Hamburger Gitarrist Hendrik Meyer, wie sich das Quartett gefunden hat.

Ich spiele in der Downtown Bigband Kontrabass und der Leiter diese Bigband, Bob Lanese, ist mit Gary Barone zusammen zur Schule gegangen. Seitdem sind sie eng befreundet. Bob hatte irgendwann die Idee, ein Konzert zu organisieren unter dem Titel „Trumpet Madness“; denn von Gary und seinem Bruder Mike gibt es Arrangements für Rhythmusgruppe und fünf Trompeten. Die Idee von Bob war es allerdings, die Band auf zehn Trompeten aufzustocken. Gary hat das ganze geleitet und dabei haben wir uns kennengelernt. Als Gary dann das nächste Mal nach Hamburg kam, habe ich zwei Freunde gefragt, den Schlagzeuger Wolff Reichert und Felix Behrendt am Kontrabass, ob sie Lust hätten zu viert etwas zu jammen. Wir haben dann ein paar Standards gespielt und einige eigene Stücke. Und da das sehr gut lief, haben wir beschlossen, dass ein bisschen zu intensivieren. Also habe ich mich ans Telefon gehängt und eine Woche mit Auftritten organisiert, damit es sich für Gary auch lohnt, aus den Staaten rüber zu kommen. Im Rahmen dieser kleinen Tournee haben wir die Platte „Live“ aufgenommen, die wir auch jetzt präsentieren, ein Mitschnitt aus dem Hamburger Birdland, den wir nachträglich etwas gemischt haben.

Wie würdest du eure Musik charakterisieren?

Schubladen gibt es ja viele; aber was wir spielen, sind mittlerweile fast ausschließlich Eigenkompositionen. Die meisten von Gary Barone selbst, der ja seit den 60er Jahren musikalisch unterwegs ist und aus der Zeit heraus, Stücke schreibt: etwas modalen Jazz oder modernen BeeBob könnte man sagen. Die Sachen von mir sind eher von den 80er/90er Jahren geprägt, das geht so ein bisschen in Richtung Fusion und Jazz-Rock.

Gibt es Einflüsse anderer Musiker oder Vorbilder?

Gary ist eher ein Naturspieler, also niemand, der wahnsinnig schnell und hoch und laut spielt, sondern einfach spielt wie es kommt. Damit ist er vielleicht etwas mit Chet Baker zu vergleichen. Von den Linien, die er spielt, ist er definitiv auch von Miles Davis beeinflusst. Er kommt ja ursprünglich aus der Westcoast Jazzszene rund um Los Angeles und hat damals bei Shelly Manne und Shorty Rogers angefangen und hat in den 70ern bei Frank Zappa mitgespielt – daher auch die Rockeinflüsse.
Bei mir sind das eher John Abercrombie, ein bisschen John Scofield und Pat Matheny natürlich. Auch Jim Hall ist einer meiner großen Helden.


Wie bist du selbst zum Jazz gekommen?

Anders als die meisten Gitarristen. Normalerweise ist es ja so: man fängt an, Rockgitarre in einer Band zu spielen und wagt sich dann immer weiter vor in Richtung Jazz. Bei mir war das so, dass ich seit meinem 16. Lebensjahr Jazz höre und das auch immer spielen wollte. Ich habe damals oft Radio gehört, als es noch richtige Jazzsendungen gab, und bin viel auf Konzerte gegangen und habe versucht zu hören, was zu hören ging. An der Jugendmusikschule Neumünster habe ich dann noch einen Jazz-Kurs besucht, in dem man die theoretischen und praktischen Hintergründe geliefert bekam.

Was erwartet das Publikum am 16. Mai in Dithmarschen?

Wir haben eine ganze Menge unterschiedlicher Klangfarben in unseren Stücken. Das geht von swingigen, relaxten Sachen bis hin zu Nummern, die ziemlich abgehen können. Aber auch akustisch geprägte Balladen sind dabei. Also ziemlich Querbeet von kammermusikalisch bis richtig druckvoll.

Also ein Programm nicht nur für Freunde des Modern Jazz?

Nein, dafür sind zuviele Einflüsse drin. Da ist schon für jeden etwas dabei. Und es gibt einen Unterschied, ob man die Musik nur von der CD hört oder man die Band live dabei sieht.
Location:
Jazzscheune Köhler
Trennewurth

Termin: Freitag, 16.05.2008

http://www.jazzcoast-di.de
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