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Mit dem Kontrabass um die Welt



Mit 30 Jahren hat Nabil Shehata eigentlich schon alles erreicht, was sich ein junger Musiker nur wünschen kann: Als Solist mit renommierten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern und Konzerten im Wiener Musikverein sowie mit musikalischen Partnern wie Thomas Quasthoff, Daniel Barenboim und David Geringas ist der charismatische Kontrabassist genau dort angekommen, wo er sich schon im frühen Alter hinträumte. Am 16. Mai ist der Sohn deutsch-ägyptischer Eltern mit dem Diogenes Quartett im Rahmen der Brahmswochen 2010 zu Gast in der Maria-Magdalena-Kirche in Marne.
„Mit 14 wollte ich eigentlich Fußballer werden“ erinnert sich der 1980 in Kuwait geborene Musiker. „Aber das ließ sich dann mit dem Musikunterricht und der Schule nicht mehr unter einen Hut bringen.“ Denn bereits mit neun Jahren erhält Nabil Shehata seinen ersten Kontrabassunterricht. Zu seinem Instrument kommt er allerdings durch eine Verwechslung: Als Kind gefällt ihm in der Abspannmusik eines traurigen Cartoons der E-Bass besonders gut. In der Meinung, dieser Sound käme von einem Kontrabass, fängt er an, dieses Instrument zu lernen. „Meine Mutter wollte mich erst zu Cello überreden, da sie keinen Kontrabass für meine Kinderhände fand. Aber ich war stur und wollte dieses Instrument oder keines.“ Diese Hartnäckigkeit sollte sich lohnen, der talentierte Musiker studiert unter anderem in Berlin bei Esko Laine und gewinnt zahlreiche Preise - mit ihm erhält beim ARD-Wettbewerb in München erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs ein Kontrabassist den ersten Preis. Darüber hinaus wird ihm auch der beliebte Publikumspreis zugesprochen. Während seiner Studienzeit ist er Stipendiat in der Studienstiftung des deutschen Volkes und in der Stiftung „podium junger Musiker“. 2003 bekommt er die Stelle des Solokontrabassisten an der Staatsoper Berlin, im folgenden Jahr wechselt er in gleicher Position als einer der jüngsten Ensemblemitglieder zu den Berliner Philharmonikern. „Diese Zeit hat mich sehr geprägt. Dort wehte ein rauherer Wind als in der Musikhochschule. In so einem Orchester spürt man schon den Druck, jeden Tag alles geben zu müssen und von Publikum, Kollegen und Dirigent ständig beobachtet zu sein.“
Im Herbst 2006 wurde Nabil Shehata mit dem niedersächsischen Praetorius Preis ausgezeichnet. Weitere internationale Auszeichnungen, Meisterkurse in Israel und Japan, Solokonzerte mit Partnern wie Daniel Barenboim und Thomas Quasthoff führen ihn weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Seine Begeisterung gibt er gern an den musikalischen Nachwuchs weiter. Großes Engagement gilt dabei dem West-Eastern Divan Orchester, zu dessen langjährigen Mitgliedern er gehört und dem er als Orchestermitglied trotz seiner vielen anderweitigen Verpflichtungen treu geblieben ist. Er gibt regelmäßig Meisterkurse in Europa, Israel und Japan, unterrichtet an der Akademie der Berliner Philharmoniker und seit Oktober 2007 als Professor an der Hochschule für Musik und Theater München. „Mir ist wichtig, dass meine Studenten offen und flexibel sind. Nicht jeder kann eine Orchersterstelle bekommen und das wissen auch die meisten.“ In den letzten vier Jahren hat sich Shehata zunehmend dem Dirigieren zugewandt.

Mit dem Münchner Diogenes Quartett verbindet den Musiker eine langjährige Freundschaft. „Die vier Musiker sind eines der wenigen Ensemble, die wirklich einen Quartettklang haben. Oft findet man sonst nur bunt zusammengewürfelte Einzelspieler.“
Das gemeinsame Programm in Marne steht ganz im Zeichen der Romantik: „Das Forellenquintett“ sowie die Ouvertüre D 8 und das Adagio und Rondo concertant D 487 von Franz Schubert. Unterstützt werden die Musiker dabei von dem Pianisten Andreas Kirpal, der an den Musikhochschulen in München und Augsburg lehrt. Die Besucher erwartet „ein Konzert mit erstrangigen Interpreten, befeuert von großer Liebe zu den Werken und befruchtet durch ein hohes Maß an individuellem sowie gemeinschaftlichem Können“, verspricht der Vorsitzende der Brahms-Gesellschaft, Professor Eckart Besch.
Das Forellenquintett
Location:
Maria-Magdalena-Kirche
Marne

Termin: Sonntag, 16.05.2010

http://www.brahms-sh.de
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