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Frischer Akustikjazz



Am Samstag, 19. Juli 2008 präsentiert die Jazzinitiative Dithmarschen das Heiko Fischer Quartett im 6. Atelier-Konzert des atelier L2 von Dieter Koswig in Großenrade (Dithmarschen). Ab 20 Uhr erwartet das Publikum frischer Akustikjazz aus der Feder von Bandleader Heiko Fischer, dessen Kompositionen geprägt sind von eindriglichen Melodien und weiten Harmonien, fernab von kopflastiger Jazzkomplexität als Selbstzweck. DER KULTURONKEL sprach mit dem 28jährigen Gitarristen, der an der Musikhochschule Hamburg Jazz studiert.

Wie hat sich das Heiko Fischer Quartett gefunden?

Das war vor ungefähr zwei Jahren. Da haben mein Mitbewohner Claas Abert und ich versucht eine Band zu gründen. Claas, der Piano spielt, kannte damals einen Bassisten, der wieder einen Schlagzeuger kannte. So haben wir uns hier in Hamburg getroffen und für einen ganz bestimmten Auftritt geprobt, für den wir die Zusammensetzung brauchten. Danach sind wir zusammengeblieben und haben zwei Monate später beim „Jugend jazzt“-Wettbewerb teilgenommen und den

Was „Jugend jazzt“ ein Sprungbrett für euch?

Das kann man schon sagen. Die Frage ist heute eher, wielange wir davon noch profitieren. In den letzten zwei Jahren haben wir über 50 Auftritte gehabt mit selbstgeschriebener Musik. Das ist ziemlich viel, wenn ich das mit anderen Bands vergleiche, die ich kenne. Jetzt geht es vor allem darum, am Ball zu bleiben und das weiter voran zu treiben.

Der Jazz heutzutage ist sehr vielfältig. Da fällt es sicher schwer, seinen Platz zu finden. Wo siehst du euch? Wie würdest du eure Musik beschreiben?

Das besondere an unserer Musik ist, dass wir von der musikalischen Sprache her sehr modern sind. Wir benutzen alles, was die zeitgenössischen Jazz-Bands ausmacht und versuchen das einzubinden, sind von unserem Sound her aber rein akustik und kommen ohne Effekte oder Spielereien aus. Es ist immer wieder spannend, einfach darauf angewiesen zu sein, mit seinem Instrument und den Tönen, die da rauskommen, Stimmung zu erzeugen.

Gibt es musikalische Einflüsse?

Am Anfang waren es Pat Metheny und Esbjörn Svensson. Aber gerade im letzten halben Jahr hat sich unsere Musik weiterentwickelt. Im Vergleich zur Ursprungsbesetzung haben wir zwei neue Leute dabei, die andere Akzente setzen. Außerdem haben wir durchs Studium und die zahlreichen Gigs viel Input von Außen bekommen, was unsere Musik angeht und was eine Richtung angeht, in die man sich weiterentwickeln könnte. Wir versuchen immer, was Neues zu machen und nicht gelangweilt zu sein von seinen eigenen Sachen. Daher haben wir in letzter Zeit daran gearbeitet, uns auf die Kommunikation innerhalb der Band zu konzentrieren und die Stücke offen zu machen für Sachen, die dann jeden Abend anders passieren können. Aus diesem Grunde würde ich sagen, dass uns heute eher Brian Blade und seine „Fellowship Band“ beeinflussen. Also eine Band, die versucht im Moment Musik zu erzeugen. Das ist so die Richtung, in die wir gerade gehen.

Du schreibst die Stücke für die Band selbst. Wie entstehen deine Kompositionen?

Ich brauche meistens einen kleinen Aufhänger. Den bekomme ich, wenn ich einfach Gitarre vor mich hinspiele. Dann setz ich mich konzentriert hin und überlege mir genau: ist das eher ein Thema, eher ein Intro oder ein Solo. Ich versuche, das vorauszuhören und mir vorzustellen, wie die Band das am Ende spielt. Wenn ich dazu passende, organische Parts gefunden habe, schreibe ich das auf und bringe es zu einer Probe mit. Wir spielen das dann an, meistens bin ich mit der ersten Version nicht zufrieden, dann nehme ich es wieder mit nach Hause, setze mich hin und arbeite neu dran. Irgendwann ist man dann soweit, dass man sagt, das Stück ist rund und können anfangen, es für die Band zu bearbeiten. Die Stücke setzen nur noch den Rahmen, das meiste passiert durch Improvisation. Dadurch entwickeln sich die Stücke auch mit uns weiter und ein Solo klingt heute ganz anders als vor einem halben Jahr.

Was erwartet die Zuhörer bei eurem Konzert am 19. Juli?

Das Spannende ist, dass man nicht sagen kann, was das Publikum erwartet. Es erwartet sie auf jeden Fall, dass wir genauso gespannt auf das Konzert sind wie die Zuhörer auch. Wir wissen vorher meistens auch nicht so genau, was passiert. Man kann uns aber dabei zusehen, wie wir in dem Moment etwas erschaffen. Das finde ich das Interessante an der Musik. Im Vergleich zu anderer freier Musik würde ich sagen, dass meine Kompositionen noch sehr gut anzuhören sind. Es gibt bestimmte Sachen, die fest umrahmt sind und an denen sich der Zuhörer entlanghangeln und orientieren kann.

Für wen ist die Musik geeignet und wer sollte besser zuhause bleiben?

Man muss schon daran interessant sein, diese Jazzmusik zu erleben. Das heisst zu erleben, wie die Leute auf der Bühne improvisieren. Wer erwartet, dass hochvirtuose Stücke einfach nur runtergenagelt werden wie bei anderen Konzerten, ist vielleicht eher falsch. Aber so wie ich unsere Musik sehen, ist für jeden etwas dabei, der an gutgemacht Musik interessiert ist. Sie ist ziemlich vielfältig und jeder kann daran Spaß haben.

Location:
atelier L2
Großenrade

Termin: Samstag, 19.07.2008

http://www.heikofischerquartett.de
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