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Eigene Akzente jenseits der afro-amerikanischen Trampelpfade


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“Deutschlands neuer Gitarrenzauberer“ schreibt die Fachpresse. Torsten Goods, dem diese Huldigungen gelten, ist gerade mal 26 und spielte bereits mit Größen wie Les Paul oder Seleno Clark zusammen. Inzwischen gilt der Sohn einer irischen Mutter und eines deutschen Vaters nicht nur als vielversprechendster Gitarrist der Generation unter 30, sondern hat auch als ausdrucksstarker Sänger von sich Reden gemacht.
Mit seinem aktuellen Album „Irish Heart“ besticht er mit aufregenden, neuen Jazz-Versionen bekannter Klassiker irischer Größen wie Van Morrisson oder Bill Whelan, überrascht aber auch mit Titeln aus eigener Feder und Traditionals. Beeindruckt von den Aufnahmen zeigte sich auch Konzertveranstalter und Irland-Kenner Karsten Jahnke. Auf einer Pressekonferenz in Hamburg erklärte er Torsten Goods kurzerhand zum legitimen Nachfolger Van Morrisons…
DER KULTURONKEL sprach mit dem Künstler.

Du kommst aus einem sehr musikalischen Elternhaus, aber dort wurde überwiegend irische Folklore gespielt, weil deine Mutter Irin ist. Wie bist du zum Jazz gekommen?

Meine Mutter hatte eine kleine Jazzsammlung und mein Vater hat viel Blues und Rock gespielt und gehört. Zum Jazz bin ich schließlich über Oscar Petersen gekommen, den meine Eltern gehört haben und dessen KOnzertmitschnitt ich im Fernsehen gesehen habe. Das hat mich damals mit 14 Jahren sehr fasziniert.

Wie ist es dann weitergegangen?

Als Teenager habe ich erst noch viel Rock und Pop gemacht. Mit 16 hat mich das aber irgendwie gelangweilt und dann wollte ich Jazz spielen können. Beim australischen Gitarristen Peter O' Mara habe ich dann einen Workshop in Erlangen gemacht und das hat mich damals sehr beeinflusst. Das war wohl der Startschuss in die Jazzwelt.

Du bist dann in sehr jungen Jahren, mit 19, nach New York gegangen und hast dort gearbeitet und gelebt. Wie sehr hat die Stadt dich und deine Karriere geprägt?

Das waren quasi meine Lehrjahre. Ich habe dort hauptsächlich studiert und nebenbei natürlich viel gespielt. Dabei habe ich sehr viel gelernt von den großen Jazz-Musikern und meinen Lehrern. Einerseits an der Uni, aber vor allem im Nachtleben bei den Jazzsessions und Gigs, die man so gespielt hat. Allein vom Zuschauen der Musiker auf der Bühne habe ich jede Menge mitgenommen. Die Zeit hat mein Leben schon stark geprägt.

Du hast gesagt, Oscar Petersen war ein großes Vorbild für dich. Gibt es heute andere musikalische Helden, die wichtig für dich sind oder waren?

Natürlich und nicht nur im Jazzbereich. Queen ist zum Beispiel eine Band, die ich sehr bewundere für das, was sie erreicht haben. Auf der Gitarre natürlich Django Reinhardt, George Benson, Biréli Lagrène. Das ist ein junger, zeitgenössischer Gitarrist, den ich persönlich sehr gut kenne und von dem ich viel gelernt habe. So gibt es viele Einflüsse aus diversen Richtungen.

Nun hast du auf deinem aktuellen Album „Irish Hearts“ die Trampelpfade des afro-amerikanischen Jazzes verlassen und hast ein sehr persönliches Statement abgegeben. Warum ist es für dich wichtig, einen eigenen Akzent zu setzen?

Jazz ist natürlich amerikanische Musik und von daher immer vorbelastet. Als junger Musiker hört man sich anfangs meistens die amerikanischen Vorbilder an. Aber es ist meines Erachtens nicht klug, das nur zu kopieren. Ich bin ja Europäer und habe versucht, die Jazzeinflüsse, die ich mag, zu nehmen und daraus etwas anderes zu kreieren. Ich habe es in dem Sinne gemacht, dass ich irische Stücke nommen habe und die – ganz trivial gesagt – verjazzt habe. Auch mit eigenen Stücken versuche ich in dieser Richtung eine eigene Stimme zu finden.

Dabei spielt, glaube ich, auch der Gesang für dich eine große Rolle?

Ja, das habe ich immer schon gemacht. Schon als kleines Kind habe ich gesungen, auch in meinen ersten Bands, egal ob Pop, Rock oder Metal. Und das hat sich fortgesetzt, als ich Jazzgitarre studiert habe. Für mich ist der Gesang eine gleichstarke Ausdrucksform wie das Gitarre spielen. Es ist zwar sehr anders, aber die beiden Instrumente mischen sich gut. Und man kann andere Sachen auf verschiedene Arten mit beidem ausdrücken.

http://ww.torstengoods.de
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