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"Wir brennen für die gleiche Sache"



Leipzig hat nicht nur das weltberühmte Gewandhaus, sondern ist auch ein kulturelles Gewächshaus mit fruchtbarem Klima. 1999 enstand hier auch das Calmus Ensemble aus ehemaligen Mitgliedern des Thomanerchores. Das A Capella Sextett gastiert am 7. Juni im Rahmen der Brahmswochen in der St.-Clemens-Kirche in Büsum. DER KULTURONKEL sprach mit dem Bariton Ludwig Böhme.

Sie feiern in diesem Jahr Ihr 10jähriges Bühnenjubiläum. Erinnern Sie sich noch, wie alles anfing?

Böhme: Daran erinnere ich mich noch sehr gut, da ich selber eines der zwei verbliebenen Gründungsmitglieder im Ensemble bin. Es ergab sich vor zehn Jahren, dass wir große Lust hatten, den "Comedian Harmonists"-Klassiker "Ein Freund, ein guter Freund" bei einer Hausmusik im Thomanerchor zu singen. Das hat so viel Spaß gemacht, dass wir weiter zusammengeblieben sind und daraus ist dann ein Ensemble gewachsen, das auch nach der Thomanerzeit bestand hatte.

Was reizt Sie am A Capella Gesang?

Wir sind mit Chormusik aufgewachsen. Der Thomanerchor beginnt im Alter von neun Jahren und seitdem singe ich eigentlich jeden Tag. Das prägt einen sehr stark und die meisten entscheiden sich nach der Thomanerzeit weiterzumachen, sei es als Hobby oder beruflich. Niemand von uns kann sich eigentlich vorstellen, nicht mehr zu singen.

Seit 2001 krönt die Sopranistin Anja Lipfert den Ensembleklang mit ihrem hellen Sopran. Warum haben Sie sich entschlossen nicht in reiner Männerbesetzung weiterzumachen?

Das war eigentlich Zufall. Bis 2001 haben wir mit sechs Männern gesungen und hatten auch einen Countertenor, der ziemlich hoch singen konnte. Allerdings waren wir doch sehr eingeschränkt im Repertoire und hätten gern noch mehr Chorliteratur singen wollen. Da waren der männlichen Stimme Grenzen gesetzt. Ich kannte Anja aus einem anderen Leipziger Chor und wir haben sie zu einer Probe eingeladen. Schon nach den ersten Tönen war klar: Das passt fantastisch zusammen und ergibt einen sehr schönen Ensembleklang. Damit war die Zukunft von Calmus beschlossen.

Musikalisch sind Sie in vielen Welten zuhause. Wie sieht Ihr Repertoire aus?

Wir lieben die Vielfalt.Natürlich sind wir durch unsere Vergangenheit sehr eng mit geistlicher Musik verbunden. Das ist eines der wichtigsten Standbeine des Calmus Repertoires: Motetten aus der Renaissance und vor allem aus der Bach'schen Musiktradition wie Bach selber und die Leipziger Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy oder später Hugo Distler. Auf der anderen Seite haben wir schon immer Spaß an Unterhaltungsmusik gehabt. Die leichte Muse begleitet uns mit Poparrangements, Chansons und auch ganz derben mittelalterlichen Matrigalen. Diese Vielfalt ist auch ein wichtiger Faktor, dass das Ensemblesingen uns über solange Jahre Spaß macht.

Geht es hinter der Bühne immer genauso harmonisch zu wie auf der Bühne?

Im Prinzip schon. Natürlich gibt es auch mal Diskussionen und Streitigkeiten; aber so ein Vokalensemble funktioniert nur dann, wenn alle für die gleiche Sache brennen und das gleiche Ziel verfolgen, gute Musik zu machen.

Was kann das Publikum bei Ihrem Konzert in Büsum erwarten?

Die Brahms-Gesellschaft hat sich unser Geburtstagsprogramm ausgesucht: "10 Jahre Calmus!" Das Jubiläumsprogramm zeigt die vielen Facetten, die wir im letzten Jahrzehnt gesungen haben. Der erste Teil wird geistlich sein mit romantischen Motetten von Franz Schubert und Max Reger. Eine zentrale Rolle spielt Johann Sebastian Bach. Von ihm singen wir die Motette "Jesu, meine Freude". Durch Auftragskomposionen sind aber auch neue Stücke für uns entstanden, die wir zu Gehör bringen werden. Nach der Pause geht es weiter mit Madrigalen und enden mit unterhaltsamen Arrangements von Volksliedern, Chansons und Popsongs.
Brahmswochen 2009
Location:
St.-Clemens-Kirche
Büsum

Telefon: 0481-96531

Termin: Sonntag, 07.06.2009

http://www.calmus.de
http://www.brahms-sh.de
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