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Ein Hauch von Hollywood -Vokalikonen The Manhattan Transfer im Schuppen 52



„Gibt es die noch?!?“ wurde DER KULTURONKEL beim Verkünden seiner Wochenendpläne gefragt. Und tatsächlich ist es etwas stiller geworden um das Vokal-Quartett The Manhattan Transfer, die am Freitag beim dritten „Spielraum Hamburg“-Event im Schuppern 52 mitten im Freihafen für einen Hauch von Hollywood sorgten. Nicht dass sich die inzwischen betagten Damen und Herrschaften aufs Altenteil zurückgezogen hätten. Statt dessen bastelten alle an respektablen Solokarrieren, von denen Janis Siegel als klassische Jazz-Disseuse wohl am erfolgreichsten war. Doch weiterhin ziehen alle zusammen als Manhattan Transfer durch die ganze Welt und füllen mit ihrer speziellen swingenden Idee von perfekter Musik noch immer legendäre Bühnen wie den Hollywood Bowl in Los Angeles. Kein Wunder also, dass im klassischen Kaispeicher aus der Kaiserzeit, der seit drei Jahren als schicke Event-Location des Schleswig-Holstein Musik Festival für Glanz und Glamour sorgt, rund 2000 Fans auf das legendäre Gesangsensemble und eine perfekte Show warteten. Seit über 35 Jahren begeistern Ensemblegründer Tim Hauser, Janis Siegel, Alan Paul und (seit 1979) Cheryl Bentyne ihr Publikum mit einer raffinierten Mischung aus Swing, Blues, Samba und Jazz - und wurden in ihrer langen Karriere mit über 20 erfolgreichen CD-Produktionen, zahlreichen Grammy Awards und Top Charts Plazierungen belohnt. Die Erwartungshaltung war also entsprechend hoch, als die vier im weißen Dinner Jacket und schwarzem Cocktailkleid die Bühne stürmten, um den Saal zu entflammen.
Ihre jahrelange Zusammenarbeit sorgte auch in Hamburg für eine blinde Perfektion, die wohl einmalig ist in ihrer Sparte, aber auch Gefahr läuft, Hit für Hit herrunterzuspulen, weil es das Publikum eben so haben möchte. Der Gesang, so perfekt er auch sein mag, ließ ein wenig jazzige Lässigkeit und improvisierte Ursprünglichkeit vermissen. Für inspirierten Drive fehlten echte Seele und Wärme. Kontraproduktiv auch der dumpfe Sound der Begleitkombo, der einzelne jetlag-bedingte Stimmschwächen lautstark übertönte. Routiniert wühlten die Vokalikonen in alten musikalischen Erinnerungen und präsentierten Jazzklassiker wie „Birdland“, Swingnummern wie „Route 66“ und einen Ausflug ins Reich brasilianischer Musik mit „Bahia“. Natürlich durfte Nr. 1-Hit „Chanson d'Amour“ nicht fehlen, mit dem die vier Amerikaner seinerzeit den europäischen Kontinent erobert hatten.
Der Stimmung tat das alles keinen Abbruch. Erst nach drei Zugaben entließ die Fangemeinde die groovenden Goldkehlchen in einen beschwingten Freitagabend voller Ohrwürmer.

Hintergrund:
Der Name der Gruppe nimmt Bezug auf New York als den Ort ihrer Gründung und geht zum einen auf den Roman „Manhattan Transfer“ von John Dos Passos zurück, zum anderen ist er eine Reminiszenz an Tim Hausers Broterwerb zu Beginn seiner musikalischen Karriere: er war Taxifahrer in New York und somit zuständig für den „Manhattan Transfer“.
Swingende Platinkehle
Location:
Schuppen 52
Hamburg
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