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Atelierkonzert mit dem „Ensemble du Verre“



Als Sönke Düwer 1995 die Berliner Hochschule der Künste verließ, war Jazz die Musik in deren Universum er sich bewegte. Seine Helden waren, und sind es bis heute, Miles Davis und John Coltrane, aber auch Vertreter zeitgenössischer Auffassung wie Pat Metheny, John Scofield
und Keith Jarrett. Sogar Gustav Mahler nennt der Hamburger im Gespräch mit dem KULTURONKEL als wichtigen Einfluss. Als junger Schlagzeuger strebte er zunächst seinen Vorbildern Ed Blackwell und Jack De Johnette nach, mittlerweile hat er seinen eigenen Stil gefunden. Am Freitag kommt Sönke Düwer mit seinem „Ensemble du Verre“ auf Einladung der Jazzinitiative Dithmarschen zum mittlerweile vierten Atelierkonzert in die Räume des Dithmarscher Bildhauers Dieter Koswig nach Großenrade in Dithmarschen..
DER KULTURONKEL mit dem Drummer.

Herr Düwer, in Deutschland denkt man noch immer gern in Kategorien und Schubladen. Die Presse versucht ihre Musik mit Begriffen wie Nu Avantgarde Jazz, E-Jazz oder Jazz No Jazz zu beschreiben. Wie würden Sie Ihren Stil definieren?

Es ist schwer mit diesen Begriffen, etwas zu verbinden. Wenn man Elektro-Jazz sagen würde, wäre das auch falsch. Das hat schon Miles Davis in den 70er Jahren gemacht. Später nannte man das Fusion und Jazz-Rock. Das würde alles für uns in die falsche Richtung zeigen. Deshalb habe ich das bisher immer vermieden; und einen wirklich treffenden Begriff zu finden, ist mir bis heute nicht gelungen. Ich würde sagen, es ist eine Fusion aus verschiedenen Stilelementen wie Jazz, Drum & Bass, House, Rock und Electro.

Auf dem aktuellen Album „Sing Me Something“ stellen Sie als Drummer die menschliche Stimme in den Mittelpunkt. Wie passt das zusammen?

Ich verstehe mich nicht nur als Schlagzeuger, sondern bin hauptsächlich Komponist und Soundkünstler und habe mich schon immer für alle Instrumente interessiert. Die Stimme ist daher nur eins von vielen 'Instrumenten', mit denen ich mich seit meinem Kompositions-Studium beschäftige. Das Schlagzeug ist also nur ein Job, den ich innerhalb der Band habe; meiner geht dann mit Komposition noch weiter.

Bei der Produktion haben Sie mit einer ganzen Reihe von bekannten Sängerinnen wie Sidsel Endresen, die das Album eröffnet, Torun Eriksen und Ursula Rucker zusammengearbeitet; Namen, die in der Jazz-Szene längst Ehrfurcht einflößen. Mit Michael Schiefel, Britta-Ann Flechsenhar, Platnum und Ute Lorenzen sind aber auch Vertreter des Young German Jazz dabei. Wie war die Zusammenarbeit mit dieser ganz unterschiedlichen Sängerriege?

Die Zusammenarbeit basiert zum Teil auf persönlichen Kontakten, da ich einzelne Sänger bereits von früher kenne. Deshalb war die Arbeit auch sehr entspannt. Ich habe ihnen die Songs geschickt, von denen ich mir wünschte, dass sie drauf singen, und habe von überall ein positives Feedback bekommen.

Warum haben Sie sich nicht auf wenige bekannte Stimmen beschränkt? Das wäre bei der ersten reinen Gesangs-CD auch aus Marketinggründen ja naheliegend gewesen.

Mir ist es egal, ob die Sänger bekannt oder unbekannt sind. Es geht mir darum, wer mich auf seinen Platten berührt hat. Außerdem fand ich es spannend, mit verschiedenem Ausdruck zu arbeiten. Wenn ich ein Bläser-Album produziert hätte, würde ich mich auch nicht auf einen einzigen beschränken. Ich versuche immer, mit verschiedenen Klangfarben zu arbeiten. Mit jemandem aus Norwegen und jemandem aus Berlin zusammenzuarbeiten, macht die Arbeit außerdem interessanter für mich.

Nach Großenrade kommen Sie allerdings ohne diese Sängerriege, sondern mit Ihren beiden Mitstreitern Claas Ueberschär (Tromepete) und Daniel Cordes (Bass), mit denen Sie seit 2003 als „Ensemble du Verre“ unterwegs sind. Was bedeutet der Name?

Das ist mein Nachname. Du Verre - Düwer. Ist vor langer Zeit "eingedeutscht" worden. Meine Vorfahren waren auf der Flucht vor der französischen Revolution. Haben sich im alten Land angesiedelt und sind Obstbauern geworden. Da gibt es heute noch ein paar Exemplare von.

Was erwartet uns musikalisch am Freitag beim Atelierkonzert?

Wir spielen ein komplett neues Programm, mit dem wir seit Frühjahr auf Tournee sind und das im Februar auch auf CD veröffentlicht wird.
Location:
Bildhaueratelier L2, Dieter Koswig
Lieth 2
Großenrade

Termin: Freitag, 31.08.2007

http://www.ensemble-du-verre.com
http://www.jazzcoast-di.de
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