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Tiefe Töne und hohe Qualität


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Die BARITONALE will die Hansestadt Hamburg mit einem Fest der tiefen Stimmen bereichern. Das junge Festival vereinigt Innovation mit Tradition und bietet ein Forum für spannende und tiefe Begegnungen in der klassischen Musik, wobei bewusst Genre-Grenzen überschritten werden. 25 Bariton-Solisten renommierter Opernhäuser singen Lieder und Stücke, die die Seele berühren: Tiefe Töne und hohe Qualität. Eigens für die Baritonale haben sechs Komponisten Werke zum Thema "Tiefe" komponiert. So interpretieren Knabenstimmen, Baritone und ein präpariertes Klavier die Wendepunkte im Leben eines Musikers. Während der Festivalwoche vom 24. Februar bis 1. März werden Kurse und Workshops angeboten, die sich mit der Entwicklung der Gesangsstimme und der Weiterbildung im Sängerberuf befassen.

Im Gespräch mit dem KULTURONKEL erläutert Initiator Thomas Franke das Programm.

Herr Franke, es gibt die drei Tenöre, die Ten Tenors und nun auch die zwölf Baritone, die die Grundlage für das Musikfestival BARITONALE bilden. Wie ist das Projekt entstanden?

Wir hatten bei einem Konzert in der Liedergalerie, bei dem drei Baritone aufgetreten sind, ein „Aha-Erlebnis“: als Zugabe gab es die Leporello-Arie aufgeteilt à la drei Tenöre. Das ist so gut beim Publikum angekommen, dass ich mir überlegt habe, wir müssen das irgendwie ausbauen und mit dem Kunstlied verbinden. Dabei entstand die Idee, den berühmtesten Liederzyklus „Die Winterreise“ für mehrere Baritone zu arrangieren. Natürlich mussten wir die Ten Tenors noch toppen, also haben wir im Laufe eines Jahre zwölf Baritone gecastet, die im letzten Jahr dann zwei Konzerte gegeben haben. Da alle zwölf fest an internationalen Opernhäusern engagiert sind, war es schwierig ein Folgeprojekt zu machen. Deshalb haben wir kurzerhand ein Festival organisiert, das gleichzeitig ein Arbeitstreffen für 25 Baritone ist, mit denen wir das alte Programm mit neuen Kollegen einstudieren und ein neues Programm entwickeln werden, das einen noch größeren Unterhaltungswert als „Die Winterreise“ hat.

Was sind die anderen Bestandteile der Musikfestivals?

Das Schöne an der Woche ist, dass wir uns nicht nur auf das Kunstlied festlegen, sondern in verschiedene Genres eintauchen. Wir werden das Genre Chanson und Musical bedienen, auch in die Oper abgleiten. Außerdem gibt es sechs Uraufführungen, die extra für die „Baritonale“ komponiert wurden. Die Idee dabei war, die Kompositionen so zu vergeben, dass nicht nur Baritonstimmen erklingen, sondern auch Knabensoprane, die zukünftigen Baritone. Außerdem haben wir einen szenischen Liederabend als Eröffnungskonzert dabei, das sich unter dem Titel „Somewhere over the Alpen“ sarkastisch und ein wenig wehmütig zwischen heimatlicher Idylle und perfekt organisiertem Massentourismus bewegt. Und am Dienstag gibt es in den Zeisehallen eine europäische Erstaufführung mit Werken britischer und amerikanischer Komponisten.

Baritone sind im Bewusstsein vieler Menschen nicht verankert. Man kennt eher Soprane oder Tenöre. Woran liegt das?

Das würde ich auch gern wissen. Meines Erachtens liegt es daran, dass die meisten Menschen lieber in den hohen Tönen schwelgen und daher eher Sopran- oder Tenorstimmen kennen. Der Bariton bewegt sich ja eher unauffällig in der Mittellage und ist auf den ersten Blick vielleicht nicht so spektakulär. Aber für bestimmte Musikrichtungen ist er viel idealer als der Tenor oder Bass, weil der Bariton von der Stimmlage her, dem menschlichen Ohr am besten entspricht. In der Mittellage versteht man die Vokale und Konsonaten am besten.

Die meisten Konzerte finden in einer Galerie in den Zeisehallen mitten in Altona statt. Wie ist es zu dieser „location“ gekommen?

Wir wollten einfach verschiedene Kunstformen miteinander mischen - so wie wir beim Eröffnungskonzert einen Schauspieler dabei haben und bei anderen Projekten Video und Malerei einbinden. In der Galerie kann der Zuhörer immer wieder an den gleichen Ort kommen und trotzdem ein anderes optischen Empfinden haben, weil bei jedem Konzert eine andere Ausstellung zu sehen ist.

Wie geht es nach der „Baritonale“ weiter?

Während des Festivals erarbeiten wir ein neues Programm, das seine Uraufführung am 5. April im Hotel „Atlantic“ haben wird zugunsten der Kinderkrebshilfe.


Festival-Konzerttermine:

So, 24. Februar 08 / 20:00 Uhr Zeisehallen
"Somewhere over the Alpen" / Eröffnungskonzert
Szenischer Liederabend mit T. Franke (Bariton), N. Popow (Klavier), H. Schöberl, G.Picolin (Schauspieler), Regie: C. Jarosch

Mo, 25. Februar 08 / 20:00 Uhr Haus am Schüberg
„Another reason why I don't keep a gun in the house“ / Europäische Erstaufführung
Songs von Ricky Ian Gordon, Tom Cipullo und Georg Kreisler mit Matthew Morris (Bariton), Jan Frank Süsse (Bariton), Ricarda Gnauck (Klavier)

Di, 26. Februar 08 / 20:00 Uhr Zeisehallen
Über den Jägern jagt der größere Hund / Hamburger Erstaufführung von T. Rank
mit Lars Grünwoldt (Bariton), Tobias Rank (Klavier)

Mi, 27. Februar 08 / 20:00 Uhr Zeisehallen
Mondgesicht im Mondlicht / Uraufführungen von Navarro, Schachtner, Scheuer, Saunway und Rank
mit L. Grünwoldt, C. Jung, C.Palm, T. Franke (Baritone) und den Knabensopranen F. Rehm & A. Hühnel
Klavier: R. Gnauck, C. Pantelmann & T. Rank

Do, 28.Februar 08 / 20:00 Uhr Zeisehallen
Vom Knaben zum Bariton - Wendepunkte
Uraufführungen von J. Schachtner und B. Scheuer mit P. Schöne, C. Jung, C. Palm (Baritone) und den Knabensopranen F. Rehm & A. Hühnel
Klavier: K. Hornig, E. Larina & M. Wilhelmi

Sa, 1. März 08 / 15:00 Uhr Jenisch Haus
"12baritone" auf Winterreise / Abschlusskonzert
mit P. Schöne, C. Sökler, K. Bischoff, C. Jung, F. Beyer, T. Franke, S.Kroggel, Holger Linn, G. Gädker, M. Morris, O. Hartveit, n.n., Klavier: N. Popow

Tickets (15 / 23 / 42 Euro) über die Konzertkasse Gerdes, Tel: 040 - 45 33 26

Der Festivalpass zu 110 Euro (berechtigt zum Eintritt zu allen Konzerten, Kursen und Workshops) ist zu beziehen über die Liedergalerie, Tel: 040 - 43 27 42 37 oder www.liedergalerie.de
Location:
div.
Hamburg

http://www.baritonale.de
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