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„Dieser Moment hat mich energetisch überzeugt“



Michael Wollny revolutioniert die Jazzmusik. Unverkennbar ist der Senkrechtstarter der vergangenen Jahre in zwei Welten aufgewachsen: In der Welt der Jazzmusik und in der Welt der klassischen Musik. Auch Björk war für ihn ein weiterer großer Einfluss, so der 31jährige, dessen Erfolg sowohl auf seiner Arbeit mit dem Trio [em], als auch auf der hoch gelobten Kollaboration mit dem Frankfurter Saxophonisten Heinz Sauer beruht. Am Sonnabend ist er mit einem weiteren Jazz-Titanen, dem Improvisationskünstler Joachim Kühn, bei der JazzBaltica zu erleben. DER KULTURONKEL sprach mit dem Pianisten.

Selten wurde über ein Konzert so viel gesprochen wie über den gemeinsamen Auftritt von Joachim Kühn und Ihnen im letzten Jahr auf Schloss Elmau. Musikerkollegen, Publikum und Kritiker sollen tagelang geschwärmt haben. War es denn auch für Sie ein magischer Moment?

Als Beteiligter ist es immer ganz schlecht objektiv zu beurteilen, ob es ein guter oder ein schlechter Moment war. Ich erinnere mich nur, dass es schon im Vorfeld ein ganz großes Ereignis bedeutete, einmal mit Joachim Kühn zusammenspielen zu können, den ich jahrelang als Pianist verehrt habe. Diese Vorfreude hat sich dann eingelöst durch die Energie, die ich beim Spielen empfunden habe und die nachhaltig geblieben ist. Dieser Moment hat mich energetisch wahnsinnig überzeugt.

Sie haben über die Improvisationskünste Joachim Kühns Ihre Diplomarbeit geschrieben. Wie war es, nun mit dem „Studienobjekt“ zusammen zu arbeiten?

Ich kannte Joachim Kühn vorher nur als Person durch Konzertbesuche und die Möglichkeit, ihn für die Diplomarbeit interviewen zu können. Mit ihm zusammenzuspielen ist natürlich noch einmal etwas ganz anderes. Ich war sehr froh, dass wir die Gelegenheit hatten, in der Nacht davor auf Schloss Elmau zusammen zu jammen. Das war ein guter Moment sich abzutasten und zu schauen, was passiert, wenn man sich als Duo gegenübersitzt. In dieser konkreten musikalischen Situation blieb dann gar keine Zeit darüber nachzudenken, dass dort mein Hero sitzt.

Was schätzen Sie an Joachim Kühn?

Ich schätze an ihm, dass er so klingt wie kein Zweiter. Jeder einzelne Ton, den er spielt, ist unmissverständlich Joachim Kühn. Es ist nur wenigen gelungen, am Piano eine so klare, innovative Klangsprache zu finden. Jedesmal, wenn ich eine Aufnahme von ihm höre, bin ich überfahren von soviel Spielenergie und Ideen. Das inspiriert mich tagelang.

Am Sonnabend soll nun dieser „magische Moment“ des Konzerts von Schloss Elmau wiederholt werden. Was erwartet das Publikum?

Es wird einige Momente von immenser Energie geben, da Joachim sie quasi in sich trägt und an Mitspieler und Publikum abstrahlt. Ich hoffe, der Nachmittag wird ein Erlebnis von großer Offenheit, bei dem man aufeinander hört und wo auch der Raum und das Publikum auf die Gestaltung Einfluss nimmt.
Location:
JazzBaltica 2009
Salzau

Termin: Samstag, 04.07.2009

http://www.jazzbaltica.de
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