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Soulmusik mit der Extraportion Jazz



Jazul – das ist ein Mix aus gefühlvollem Soul und jazzigen Harmonien, der seit seinen Ursprüngen bei den Crusaders, Blue Mitchell oder Freddie Hubbard selten so mitreißend klang. Dass drei der vier Ausnahmemusiker der Band gerade nicht aus dem Jazz, sondern dem Rock, Pop und Hip-Hop stammen, verleiht Jazul eine unvergleichliche Frische. Dabei trägt jeder einzelne der vier genialen Individualisten seinen Teil zu dem einzigartigen und ganz typischen Jazul-Sound bei. Frontmann Ingolf Burkhardt spielte bei den weltweit bedeutendsten BigBands und Jazzorchestern. Seine Fähigkeiten vervollkommnte er bei Größen wie Bobby Shew und in der NDR BigBand, wo er seit 18 Jahren u.a. mit Van Morrison, Al Jarreau oder Bobby Mc Ferrin zusammenspielt – Namen, die für sich sprechen.
Einen begnadeten Bassisten fand er in Achim Rafain, der Dank einer einzigartigen Spieltechnik auf seinem speziell modifizierten Instrument zu wunderbar swingenden Melodien eine ganze Palette an verblüffenden Harmonien zaubert und so ein großes Stück des JAZUL-Klanges ausmacht.
Als Meister seines Faches gilt auch Gitarrist Roland Cabezas, der nach seinen Pop-Projekten mit Orange Blue oder den No Angels bei MTV unplugged sein Repertoire in der NDR Big Band immens erweitert hat und dabei mit Größen wie Mark Walker, Oscar Stagnaro, Omar Sosa und Jaques Morelenbaum auf der Bühne stand. Cabezas´ Spiel besticht bei aller Kraft und Dynamik durch seine enorme Sensibilität.
Die unglaublichen Beats von Drummer und Producer David „Dezzie“ Paulicke perfektionieren dabei den sagenhaften Groove mit absolut originellen Rhythmen.
Der außergewöhnliche Sound von Jazul folgt immer der ursprünglichen Idee der vier Künstler: Sie nehmen sich alle Freiheiten und machen Musik die aus dem Inneren kommt, und die lässt einen nicht mehr los. Die Bandbreite reicht dabei von Coverversionen wie "Pamela" von Toto, über das von Roland Cabeza auf spanisch gesungene "Fragile" von Sting und Rio Reisers "König von Deutschland" bis zu Eigenkompositionen wie ein badischer Telefonrap. Auch mit den von den Musikern selbst eingebrachten dreistimmigen Vocals erweitert die Band ihr beeindruckendes Klangarsenal um eine weitere Facette. Dabei geht die Jazz-Basis nicht verloren, ist aber meist groovig bis rockig angehaucht. Mit "Jazul" haben sich vier Menschen getroffen, die musikalisch auf dem gleichen Level kommunizieren, Musik ganz ungezwungen spielen und genießen können sowie den Begriff Fusion ein wenig neu gestalten.


"Ich bin ein Vorwärtsgetriebener"
Interview mit Bandleader Ingolf Burkhardt

Sie sind bekannt als Solo-Trompeter in der NDR Bigband und haben mit vielen internationalen Künstlern wie Lionel Hampton, Al Jarreau und Bobby McFerrin zusammengespielt. Warum haben Sie nun noch Ihr eigenes Quartett JAZUL gegründet?

Ich bin ein Vorwärtsgetriebener. Ich möchte meine eigene Musik verwirklichen und dem, was mir im Kopf herumgeistert, Ausdruck verleihen. Das kann man in einem Ensemble wie der NDR Bigband nur bedingt. Beide Aufgaben ergänzen sich hervorragend, denn wenn ich mit JAZUL erfolgreich bin, hat das auch positive Auswirkungen auf mein Spiel bei der NDR Bigband.

Wenn man Ihre musikalische Vita betrachtet, pendeln Sie zwischen Lionel Hampton, Udo Jürgens und Dieter Bohlen. Wie passt das zusammen?

Das ist einfach zu erklären. Erstens habe ich keine Berührungsängste und zweitens ist die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Udo Jürgens und Dieter Bohlen ein rein professioneller Aspekt meines Trompeterdaseins. Auch JAZUL ist letztendlich ein Auswuchs davon, auch wenn da natürlich wesentlich mehr Herzblut drin steckt. Es ist schon eine Herausforderung, wenn man gefragt wird, ob man in einer Udo Jürgens Show fürs Fernsehen live vom Blatt spielen kann. Es gehört einfach zu meiner Bandbreite dazu, sich als Studiomusiker zu betätigen, auf CD Aufnahmen dabei zu sein oder live auf der Bühne zu stehen. Wenn in einem teuren Studio das Rotlicht angeht, ist es mir eigentlich egal, für wen ich spiele. Dann zählt Professionalität und Genauigkeit.

Wer sind denn Ihre wahren musikalischen Heroes?

Das gibt es viele. Trompeterisch steht an erster Stelle Louis Armstrong. Der wird von der jüngeren Generation leider gern vergessen, aber er war einer der ganz Großen. Ich mag natürlich auch Miles Davis und die ganzen bekannten Trompeter, wobei ich mich eher zu Clifford Brown hingezogen fühle und Lee Morgan. Später zu Blue Mitchell, denn der hatte sehr viel mit meinem Lehrer Bobby Shew zu tun. Aber auch Frank Sinatra gehört zu meinen Vorbildern, denn wenn man lernen will wie man eine Melodie frasiert, dann sollte man ihn anhören. Deshalb sind es nicht nur Trompeter, die mich beeinflusst haben.

Wie sind Sie überhaupt zur Musik gekommen? Sie haben ja sehr früh damit begonnen.

Ich habe mit neun Jahren mein erstes Instrument von meinem Großvater bekommen, ein seitlich gegriffenes Flügelhorn, und ich habe angefangen in dem Blasmusikverein in meiner schwäbischen Heimat mitzuspielen. Im Gymnasium war ich in einem Schülerorchester und geriet an einen Bigband begeisterten Musiklehrer, Herrn Kühn, dem ich sehr viel zu verdanken habe. Damals wurde mir relativ schnell klar, das es das ist, was ich machen möchte und seit ich 14 Jahre alt bin, kann ich mir nichts anderes vorstellen. Nach und nach habe ich mit viel Schweiß und Tränen das auch hinbekommen. Ein bisschen Talent ist sicher auch dabei.

Wie würden Sie die Musik von JAZUL beschreiben?

Ich sage immer, wir spielen Soulmusik mit der Extraportion Jazz. Es ist sehr groovig angelegt, das geht schon aus der Besetzung hervor, denn die drei Jungs haben ihre Wurzeln sehr stark im Soul, Rock und Pop mit einem immer ganz offenen Herzen für Jazz. Dadurch ergibt sich eine Melange aus melodischen Grooves verbunden mit Bebop-Lines. Vielleicht kann man Groovejazz dazu sagen.

Woher stammt Ihr Songmaterial? Entsteht das beim Jammen oder gehen Sie planvoll vor?

Beides. Wir haben angefangen, Stücke zusammen zu komponieren. Es gibt auf der aktuellen CD die Komposition „Zone Sheet“ (Hamburgisch- so'n shiit), bei der ich die Grundidee hatte, wie es klingen könnte. Innerhalb einer halben Stunde haben wir ein Stück geschrieben, in dem jeder seinen Input eingebracht hat. Dann spielen wir auch Coverversionen und Bearbeitungen, beispielsweise von Toto, Rio Reiser oder Sting. Und es gibt Stücke, die einer von uns schon fertig mitbringt; da wird dann auch nicht mehr groß dran herumgeschraubt.
Der Trend geht aber ganz klar dahin, aus gemeinsamen Ideen Stücke zusammen zu entwickeln.


Wie reagiert das Publikum auf diese Melange verschiedener Stile?

Meistens tanzend und mit sehr viel Spaß. Ich glaube, wir vermitteln bei jedem Live-Auftritt sehr viel Spielfreude, und das Publikum geht eigentlich immer mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause. Aber auch die eingeschworenen Jazzfans kommen zu ihrem Recht, denn es gibt ausgedehnte Improvisationen auf jedem Instrument. Wir zeigen, dass wir keine Angst haben, Stile zu mischen und das Publikum geht diesen Weg immer zahlreicher mit.

Was kann das Publikum in der Heider Markthalle erwarten?

Sie bekommen von einem Quartett musikalisch etwas geboten, wofür andere Band vielleicht sechs oder sieben Musiker benötigen. Wir haben unseren ganz eigenen Sound gefunden. Wer möchte, kann dazu tanzen, auf jeden Fall wird es aber heftiges Fußwippen geben.
Location:
Markthalle Heide
25746 Heide

Termin: Samstag, 16.01.2010

http://www.jazzcoast-di.de
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