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Zwei "Meistersinger" beim Schleswig-Holstein Musik Festival



Er ist auf den Bühnen dieser Welt zuhause, doch in seinem Heimat-Bundesland kennen ihn nur eingefleischte Fans und Kenner: den Holsteiner Tenor Klaus Florian Vogt. Im letzten Jahr erhielt der Sänger den Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein (wir berichteten), wodurch vermutlich das Schleswig-Holstein Musik Festival auf ihn aufmerksam wurde. Denn - es ist kaum zu glauben - der Wagner-Held kennt das größte Klassikfestival Deutschlands bisher nur als Besucher. Das wird sich nun ändert. In diesem Jahr debütiert er an der Seite von Michaela Kaune mit einem SHMF-Galakonzert auf der HDW Werft in Kiel. Die Hamburger Sopranistin wiederum ist seit ihrem SHMF Debüt im Jahre 2002 regelmässiger Gast beim Festival und war zuletzt beim diesjährigen Eröffnungskonzert in Lübeck zu erleben. Zusammen präsentieren beide in der Werkshalle 11 am Sonntag Arien und Duette aus Opern von Beethoven, Weber, Marschner und Wagner. Zur Zeit sind beide noch bei den Bayreuther Festspielen engagiert. Wie schwer ist es, auf Galaabend umzuschalten? "So ein Konzert ist eine ganz andere Herausforderung als eine Opernvorstellung. Wenn man eine Inszenierung um sich herum hat, ist man viel stärker eingebunden. Bei einem Galakonzert ist viel stärker die eigene Persönlichkeit gefragt. Darauf muss man sich schon einstellen", sagt Vogt. Und Kaune ergänzt: "Wir bleiben ja ein bisschen bei Wagner, selbst wenn es der Lohengrin ist. Insofern ist es einfacher umzuschalten als wenn es eine andere Operninszenierung wäre. Das wäre ein Stück schwieriger." Beide freuen sich sehr auf den Galaabend, wissen aber auch um die Herausforderung der Location. "Ich muss gestehen, ich habe noch nie auf einer Werft oder in einer Werkshalle gesungen und bin sehr gespannt auf das Ambiente und die Akustik. Man hat mir aber erzählt, dass es eine ganz tolle Atmosphäre sein soll. Daher bin ich positiv gespannt auf Sonntag", so Kaune. Auch Klaus Florian Vogt ist neugierig auf den ungewohnten Rahmen.

Als Eva und Walther von der Vogelweide in "Die Meistersinger von Nürnberg" haben beide Sänger den Generationenwechsel auf dem "grünen Hügel" hautnah mitbekommen. Ist der Anbruch einer neuen Ära spürbar? "Ich finde man merkt, dass sich die Festspiele geöffnet haben. Ich selber merke eine starke Präsenz und Ansprechbarkeit der beiden Führungspersönlichkeiten Katharina und Eva Wagner. Mit Katharina hatte ich durch die Inszenierung im letzten Jahr schon eine intensive Kontakt. Aber auch Eva Wagner-Pasquier erweist sich als angenehme Gesprächspartnerin. Das tut den Festspielen gut", so Vogt. "Für mich war es unmittelbar spürbar, weil ich von dem Streik betroffen war, der so sicher nicht unter der alten Ägide stattgefunden hätte", meint Michaela Kaune. "Daher hatten die beiden Schwestern sicherlich keinen leichten Start. Man merkt, dass Eva sehr präsent ist und vor bzw. nach den Vorstellungen vorbeischaut, obwohl sie auch stark mit administrativen Aufgaben zu tun hat. Vieles muss sich sicher auch noch einspielen, dazu ist alles zu frisch. Ich glaube, beide haben guten Chance das zu meistern, wenn man ihnen Zeit und die Chance gibt zusammenzuwachsen."
Nach Galaabend und drei weiteren Meistersänger-Vorstellungen bleibt beiden wenig Zeit zum Erholenn. Ab September stehen neue Produktionen an. "Für Ferien habe ich in diesem Jahr leider keine Zeit", bedauert Kaune. "Im September geht es gleich wieder los mit meinem ersten Falstaff in Berlin und dann gehe ich nach Amsterdam um Figaros Hochzeit zu singen." Auch für KLaus Florian Vogt geht es nahtlos ins nächste Engagement. "Ich werde nach vielen Jahren endlich wieder in Norddeutschland tätig sein. Ab dem 13. September bin ich an der Hamburger Staatsoper als Lohengrin zu sehen. Ich freue mich sehr, an mein altes Haus zurückzukehren."
Gala der deutschen Oper
Location:
HDW Werft
Kiel

Termin: Sonntag, 09.08.2009

http://www.shmf.de
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