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Gerade hat er ein großes Schubert-Projekt beendet – eine einzigartige Verbindung von Schuberts Liedern mit seiner Klaviermusik – da widmet sich der englische Tenor Ian Bostridge bereits dem Werk eines weiteren bedeutenden Komponisten aus Deutschland: Georg Friedrich Händel, 1685 geboren in Halle. Händels Arien spielen in Bostridges künstlerischer Entwicklung eine große Rolle – nicht nur, weil die Musik des Sachsen in Bostridges Heimat England seit Lebzeiten des Komponisten eine ungebrochene Traditionslinie aufweist. „Ich habe den „Messias“ schon in der Schule gesungen und wie viele meiner Kollegen meine professionelle Karriere damit begonnen, das Stück landauf und -ab mit Chorvereinigungen aufzuführen“ verrät der Tenor in einem Podcast-Beitrag auf seiner Homepage.
„Vielen ist Händel vorwiegend als Schöpfer des „Messias“ bekannt, dem ersten Werk, das 1742 in die große Tradition westlicher Musik eintrat; aber seit einigen Jahren wird ein neuer Händel entdeckt: der Opernkomponist.“ Neue Gesangstechniken und Theaterstile hätten geholfen, die Vitalität der Opernwerke wiederzubeleben, die in den 1720er und 1730er Jahren Händels Hauptbeschäftigung waren und das Schwergewicht seines kompositorischen Schaffens bildeten. „Namhafte Sängerinnen und Sänger konzentrieren sich auf die Neubelebung des außerordentlichen Repertoires, das für die großen Kastraten geschrieben wurde“ verrät der promovierte Historiker, der heute als einer der tiefgründigsten, facettenreichsten und faszinierendsten Liedinterpreten der Ära nach Fischer-Dieskau und Hermann Prey gilt. „Frauenstimmen und männliche Countertenöre haben sich begeistert diese Musik wieder erobert und die Händelschen psychologischen Tiefen auf der Bühne zum Leben gebracht.“ Um die Werke für seine Stimme zugänglich zu machen, nutzt Bostridge ein Verfahren, das schon Händel selbst anwandte: Er setzte den Solopart der Kastratenstücke eine Oktave tiefer. Zusammen mit den Musikern des Orchestra of the Age of Enlightenment kommt Bostridge für ein einziges Konzert zum Schleswig-Holstein Musik Festival am Montag in die Christkirche nach Rendsburg. Das in Großbritannien ansässige Ensemble wurde 1986 von renommierten Instrumentalisten der Alte-Musik-Szene gegründet. Sein Name spielt auf das Zeitalter der Aufklärung am Ende des 18. Jahrhunderts an, eine Zeit, in der viele der Werke entstanden, die heute zum Kernrepertoire des Ensembles gehören. Unter dem Motto „Musik und Magie“ stehen Stücke Händels auf dem Programm, deren musikalischer und kompositorischer Reichtum bis heute faszinieren. Darunter zwei Concerti grossi sowie spektakuläre Arien aus den Opern „Semele“, „Acis und Galatea“, „Jephtha“ und „Ariodante“. „Als ich die Arie 'Scherza infida' mit ihrer klagenden, herzzerreißenden Fagottlinie zum ersten Mal hörte, verliebte ich mich sofort in sie“ gesteht Bostridge im Booklet seiner aktuellen CD „Great Händel“. „Sie wird von Ariodante gesungen, als er glaubt, dass seine Geliebte Dalinda ihn mit einem anderen betrogen hat.“ Schon zu Händels Zeiten ein heißes Eisen.
Location:
Christkirche Rendsburg

Termin: Montag, 13.08.2007

http://www.shmf.de
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