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Die SS Cimbria - eine deutsche Titantic


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Der Untergang des Auswandererschiffes "SS Cimbria" 1883 in der Nordsee galt bis zum Untergang der "Titanic" als größte zivile Schiffskatastrophe. Bei dem tragischen Schiffsunglück vor der Insel Borkum kamen damals über 400 Menschen ums Leben. Eine Ausstellung im Kreishaus Heide erinnert jetzt an das Schicksal der "Cimbria", ihre Passagiere und die Bergungsarbeiten.

Die letzte Reise der „Cimbria“ beginnt am Nachmittag des 17. Januar 1883. Es geht wieder einmal in Richtung Neue Welt. An Bord befinden sich neben 92 Mann Besatzung 401 Frauen, Kinder und Männer als Passagiere. Überwiegend handelt es sich um Auswanderer aus dem östlichen Europa und Deutsche. Über der Elbe liegt dichter Nebel. Auf der Unterelbe muss das Hamburger Schiff wegen schlechter Sicht vor Anker gehen. Nach einem Tag Zeitverlust sind die Sichtverhältnisse noch immer ungünstig. Aber Kapitän Hansen entscheidet, die Reise fortzusetzen. Eine schicksalhafte Entscheidung: In der Nacht des 19. Januar kollidiert das einstige Prestigeobjekt der HADAG Reederei mit dem britischen Dampfer "Sultan" im dichten Nebel vor Borkum. Die Wucht der 1025 Tonnen des Kohledampfers reißt ein riesiges Loch in die Bordwand der "Cimbria". Gewaltige Wassermassen überfluten das Deck und dringen infolge nicht geschlossener Querschotten schnell ins Schiffsinnere. Das Schiff kippt zur Steuerbordseite. Da nicht alle Rettungsboote abgefiert werden können, überleben nur 56 Menschen und 437 sterben.
126 Jahre später erinnert die Ausstellung "Cimbria-1883" an die Geschichte des Schiffes und die Schicksale der Passagiere. Gezeigt werden geborgene Artefakte und Schiffsteile sowie Fotos, Bilder, Modelle und Schautafeln. Ans Licht der Öffentlichkeit geholt hat sie der Schiffswracktaucher Andreas Peters. Im Mai 2007 begab sich der Dithmarscher mit seinem Team 18 Seemeilen nordwestlich von Borkum auf Spurensuche und begann mit den Bergungsarbeiten. 250 Tauchgängen waren nötig, um die 103 Fundstücke zu bergen, darunter wertvolles Meißner Porzellan. 200 Tonnen des kostbaren Geschirrs soll die "Cimbria" vor ihrer letzten Ausfahrt geladen haben. Ferner wird auch über den Verbleib der zwei Millionen Goldmark des Spielwarenherstellers Moritz Strauß gefahndet, die er in einem Tresor an Bord gehabt haben soll. Doch "nicht das Gold ist der Schatz, sonndern die Geschichte, die Schicksale" lautet das Credo von Andreas Peters, seit vergangenem Jahr Geschäftsführer der eigens gegründeten Firma "Cimbria Operations Ltd. & Co KG".
Die Ausstellung, die vom 22. Januar bis 11. Februar im Kreishaus Heide zu sehen ist, ist der erste Schritt zur Entwicklung von Projekten zum Schutz des maritimen Kulturerbes an der Westküste. Die geplante "Mare Germanicum"-Stiftung könnte schon bald in Brunsbüttel mit dem "Maricum" ein maritimes Center errichten, in dem die Dokumentation und insbesondere die Erforschung und Darstellung von Geschichten und Schicksalen, die mit der Seefahrt verbunden sind, eine große Rolle spielen. "Rund 1000 Wracks liegen noch auf dem Grund der Nordsee. Die wenigstens kennen wir" blickt Andreas Peters hoffnungsvoll auf kommende Projekte.
Ausstellung
Museum:
Kreishaus Heide
http://www.cimbria-1883.de

von Donnerstag, 22.01.2009 bis Mittwoch, 11.02.2009
Eintrittspreis: €0,00
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