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„Wo kann ich am besten eine Leiche verschwinden lassen“


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Vor kurzem hat sie den Medienpreis 2007 des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes (SHHB) für ihren Debütroman „Deichgrab“ erhalten, nun hat sie es wieder getan: Sandra Dünschede, 1972 geboren in Niebüll, begibt sich erneut auf die Suche nach einem Mörder in ihrer jetzt erschienenen Fortsetzung „Nordmord“. DER KULTURONKEL sprach mit der Krimi-Autorin.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Ich habe schon immer gern geschrieben. Das fing früh an mit Artikeln für die Schülerzeitung, später auch für eine Tageszeitung. Dann habe ich Kurzgeschichten und andere Erzählformen ausprobiert und bin schließlich beim Krimi gelandet.

Was reizt Sie an diesem Genre, speziell am Regionalkrimi?

Ich bin über ein Autorenseminar zunächst zum Kurzkrimi gekommen und habe gemerkt, es liegt mir, Figuren und Spannungsbögen zu entwickeln. Der eigentliche Auslöser war aber mein Mann, der immer den Tatort guckt. Da ich nach zehn Minuten immer schon wusste, wer der Täter ist, meinte er: 'Das Prinzip beherrscht du aber im Schlaf.' Da habe ich gemerkt, dass Krimi mir wohl ganz gut liegt und ich habe es einfach mal ausprobiert. Und zum Regionalkrimi bin ich gekommen, weil ich mich zunächst schwer getan habe mit den Schauplätzen. Bis ich den Tipp bekam, die Geschichte dort spielen zu lassen, wo ich mich gut auskenne. Und so ist es gekommen, dass mein erster Krimi in Nordfriesland spielt, wo ich geboren bin.

Und das kommt nicht nur beim Leser an - „Deichgrab“ liegt inzwischen in der 4. Auflage vor -, sondern auch bei Fachleuten. Sie haben in diesem Jahr den Medienpreis des SHHB bekommen. Hätten Sie mit diesem Erfolg beim ersten Mal gerechnet?

Nein, ich war selber sehr erstaunt, wie gut der Krimi schon bei den ersten Lesungen angekommen ist. Und dass ich beim Medienpreis wirklich eine Chance gehabt hätte, habe ich nicht gedacht und mich umso mehr darüber gefreut.

Ist Ihnen der zweiten Krimi leichter von der Hand gegangen?

Die Charakterisierung der Figuren ist mir leichter gefallen, weil sie mittlerweile zu guten Bekannten geworden sind. Ich hatte mich schon am Anfang hingesetzt und für jeden eine eigene Biografie geschrieben. Und während des Schreibprozesses ist es tatsächlich so, dass man mit diesen Figuren lebt. Man könnte auch meinen, die wohnen nebenan. Daher war die Hauptarbeit ja schon getan und ich habe nur den Kommissar neu erfunden. Auf die Story bin ich eigentlich durch Zufall gekommen, als ich mir mit meiner Straßenkarte in der Hand überlegt habe, wo kann ich am besten eine Leiche verschwinden lassen. Und an der Stelle, die ich mir ausgesucht hatte, ist tatsächlich in den 50er Jahren mal ein Mord passiert.

Worum geht’s in „Nordmord“?

Die Hauptfiguren aus dem ersten Buch, Tom Meissner und seine Freundin Marlene, haben mittlerweile in Nordfriesland ein gemeinsames Leben begonnen, als ihr kleines Dorf wieder von einem Mord erschüttert wird – und diesmal sind sie persönlich betroffen: Die Ärztin Heike Andresen, Marlenes beste Freundin, wird tot aus der Lecker Au geborgen. Ein Motiv für die Tat ist nicht erkennbar, eine wirklich heiße Spur gibt es nicht – bis Kommissar Thamsen das Tagebuch der Toten entdeckt. Mehr verrate ich nicht.

Sie arbeiten bereits am nächsten Krimi, der wird diesmal in Düsseldorf spielen. Warum werden Sie Ihrer Heimat untreu?

Das Dreiergespann Marlene, Tom und Haie wird sicherlich wieder kommen. Aber ich bin in meiner Wahlheimat Düsseldorf mittlerweile so oft angesprochen worden, dort eine Geschichte spielen zu lassen, dass ich dem nun gerecht werden möchte.

Interview: Andreas Guballa

Lesungen aus „Nordmord“ mit Sandra Dünschede

07.09.2007, 20:00 Uhr
Jacqueline's Café, Schlossgang 10, 25813 Husum

08.09.2007, 19:30
Dom-Café, Süderstraße 4, D-25704 Meldorf
09.09.2007, 16:00
Buchhandlung Schopf, Koogstr. 64, 25541 Brunsbüttel
Link 1: http://www.gmeiner-verlag.de
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