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Träume vom verlorenen Paradies



In der Literatur wird Franz Schubert (1797 – 1828) gern als verkanntes Genie dargestellt, das seine Meisterwerke unbeachtet von der Öffentlichkeit schuf. Wahr daran ist, dass Schubert mit seinen Großwerken – etwa seinen Sinfonien – keine große Wirkung erzielte und ihm mit seinen Opern nicht der ersehnte Durchbruch gelang. Der Komponist, mit zehn Jahren durch seine große Musikalität und schöne Knabenstimme kaiserlicher Sängerknabe in Wien, wurde nur 32 Jahre alt. Trotz seines kurzen Lebens komponierte er 660 Lieder, 15 Opern, 10 Sinfonien, 22 Klaviersonaten und 17 Streichquartette. Heute wird er in der Musikwissenschaft neben Beethoven als der Begründer der romantischen Musik im deutschsprachigen Raum angesehen.

Lange galt der Schöpfer des „Winterreise-Zyklus“ als gemütlich unbeholfen. Eifrig arbeitete er an seinen Kompositionen, allerdings immer nur am Vormittag. Ab mittags war das Kaffeehaus mit Tabakqualm und Zeitungslektüre ein wesentlicher Schubert-Zeitvertreib. Doch das romantische Zelebrieren einer fast schon krankhaften Melancholie bis hin zur offenen Todessehnsucht war ebenso ein Wesensmerkmal des zu gedrungener Körperfülle neigenden Komponisten. Dabei betonen die Biografen zugleich, dass Schubert bei aller Hingabe an die Resignation dem Leben immer näher stand als dem Tod.
So entwickelt Harry Goldschmidt in seiner Schubert-Biografie ein bedenkenswertes Zeitkolorit, das einer von innen rührenden Gemütsschwere verstärkende Einflüsse von außen hinzufügt. In seinen Gedichten, Briefen und Tagebuchnotizen setzt sich Schubert mit den Lebensumständen seiner Zeit auseinander, die geprägt waren von katastrophaler Wirtschaftsmisere und polizeistaatlicher Bevormundung der Bürger durch das 'System Metternich'. Auch wenn sich Schubert nicht unmittelbar gegen das Willkür- und Zensur-Regime im damaligen Österreich aufgelehnt hat, so befand er sich doch eindeutig auf Seiten jener jungen Dichter und Literaten, die mit ihren freiheitlichen Vorstellungen in Opposition standen und von einer besseren Zukunft träumten. Seine künstlerische Folgerung bestand in dem Versuch, die Wirklichkeit durch Phantasie, das „höchste Kleinod des Menschen“, zu verschönern, ohne dass er sich allerdings der „unbegreiflichen Sehnsucht“ nach dem verlorenen Paradies entziehen konnte. So schrieb er 1823 in „Mein Gebet“: „Tiefer Sehnsucht heil’ges Bangen will in schön’re Welten langen ...“.
In seiner "Traum"-Allegorie, einem Text, der einerseits seinen ihn quälenden Vater-Komplex widerspiegelt, andererseits von seiner Sehnsucht nach einer Welt der Liebe, Freundschaft und Güte zeugt, erscheint er zudem als tiefgründig Reflektierender, der den Quellen seines musikalischen Schaffens intensiv nachspürte. „Meine Erzeugnisse sind durch den Verstand für Musik und durch meinen Schmerz vorhanden“ heißt es dort. Und an anderer Stelle: „Wollte ich Liebe singen, ward sie mir zum Schmerz. Und wollte ich wieder Schmerz nur singen, ward er mir zur Liebe.“
Derartige Texte werden am 25. August in der SHMF-Reihe „Text und Musik“ im Kuhhaus in Altenhof zu hören sein. Unter dem Motto "Franz Schubert und seine Träume vom verlorenen Paradies" zeichnet die Schauspielerin Gudrun Landgrebe ein Porträt des Komponisten in Selbstzeugnissen und Gedichten seiner Freunde. Das Programm wird musikalisch umrahmt von Sebastian Knauer am Klavier, u.a. von „Ungarische Melodie“ D 817 und den Impromptus op. 90 und op. 142, die in seiner letzten Lebensphase entstanden und mit ihrem poetischen Reichtum zum Inbegriff Schubertscher Klaviermusik geworden sind. (Andreas Guballa)

INFO: Gudrun Landgrebe

Es gibt nicht viele deutsche Schauspielerinnen, die auch jenseits der 50 noch auf den Fernsehschirmen und den Kinoleinwänden präsent sind. Gudrun Landgrebe ist eine von ihnen. Nach der Ausbildung an der Schule des Theaters in Köln und Engagements an verschiedenen deutschen Bühnen, wurde die heute 57jährige dem breiten Publikum 1982 durch die aufsehenerregende Kinoproduktion “Die flambierte Frau“ unter der Regie von Robert van Ackeren bekannt. Die Gesellschaftssatire über die Beziehung einer Prostituierten und eines Callboys war ein Erfolg bei den Filmfestspielen von Cannes und wurde 1984 für den Oscar in der Kategorie „Bester ausländischer Film“ nominiert. Doch der Streifen wurde Segen und ihr Fluch zugleich: Gudrun Landgrebe verdrehte allen Männern den Kopf, galt als schönste Frau der Nation – und wurde auf das Image des verruchten Vamp festgelegt. Ob in "Rossini" oder "Oberst Redl" – stets spielte sie seither gegen oder mit diesem Image. Die Künstlerin spielte in zahlreichen TV-Produktionen und war darüber hinaus in zahlreichen ausländischen Kinoproduktionen zu sehen Auch der Theaterbühne blieb sie treu, darunter in Produktionen am Theater an der Kö in Düsseldorf, in der Kleinen Komödie in München oder am Berliner Theater am Kurfürstendamm. Neben der Schauspielerei gibt Gudrun Landgrebe mit Begeisterung Lesungen und leiht etlichen Hörbüchern ihre Stimme.
Link 1: http://www.shmf.de
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