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Ein Schuss, ein Schrei - das Meiste von Karl May



Er war einer der produktivsten Abenteuerschriftsteller und zählte jahrzehntelang zu den meistgelesenen Schriftstellern Deutschlands: Karl May. Wer erinnert sich nicht an seine Reiseerzählungen und Indianergeschichten. Vor allem männliche Leser haben in ihrer Jugend mit roten Ohren und heißem Herzen die Geschichten der beiden Blutsbrüder Old Shatterhand und Winnetou verschlungen. Manchem mag es rückblickend ein bisschen peinlich sein, dass man sich so begeistern konnte für diese ewige Wiederkehr von Anschleichen und Belauschen, Gefangennahme und Befreiung. Aber niemand muss sich der Tränen schämen, die er über Winnetous Tod vergoss.
Auch TV-Talker, Journalist und Romancier Roger Willemsen hat damals die grünen Bände mit den bunten Deckelbildchen gelesen; später verfasste der gelernte Literaturwissenschaftler dann eine Art Karl May-Brevier. In lustigen Knittelversen lässt er sein lyrisches Lasso kreisen und destilliert eine heitere Essenz aus den bekannten Romanen. Unter dem Motto „Ein Schuss, ein Schrei – das Meiste von Karl May“ präsentiert der Sprachakrobat die Abenteuergeschichten in einer Revue aus 23 Gedichten beim SHMF, überaus phantasievoll geschrieben und beeindruckend sorgfältig recherchiert. Mit sprachlichem Witz, manchmal spöttisch, aber immer mit viel Sympathie für die Helden Karl Mays, entführt Roger Willemsen seine Zuhörer in das Wilde Kurdistan und an den Silbersee. DERKULTURONKEL sprach mit dem Multitalent.

„Zum Lachen ging er in den Keller, Deutschlands großer Volksschriftsteller. Im Knast schrieb er aus Langeweile – Halt! Das alles sind bloß Vorurteile!“ heisst es in einem Ihrer Gedichte. Wie war Karl May denn nun wirklich?

Man hat ihn häufig unterschätzt seiner überbordenden Phantasie und seiner etwas kriminellen Biographie wegen. Aber er ist ein guter Rechercheur und wunderbarer Arrangeur von Material. Er schwelgt in Jungsphantasien und weiß uns auch an Sachlichem einiges mitzuteilen.

Sie haben seine Romane in 23 Gedichten zusammengefasst. Mussten Sie sich tatsächlich durch alle Bände durchkämpfen?

Glücklicherweise nicht. Ich stellte aber dabei immer wieder fest, dass das häufig gar keine Romane sind, sondern ganze Scheiterhaufen einzelner Episoden, weil die meisten als Fortsetzungsromane gedruckt wurden. Ich brauche häufig Ursituationen, also Szenen, die sich gut bedichten lassen und nicht notwendigerweise die Kenntnis des Gesamtwerkes voraussetzen.

Was genau reizt Sie an diesen menschlichen Ursituationen?

Ich glaube es sind Archetypen von vor allem Jungsphantasien - wobei ich mich immer genausosehr freue, wenn Frauen im Publikum sitzen wie Männern. Es sind Situationen der Verfolgungsjagd, der Befreiung aus dem Gefängnis, der Schatzsuche, der Marterpfahlsituation, der Betrügerei – solche Szenen sind es, bei denen Karl May immer zu großer Form aufläuft. Er setzt dann gezielt Spannungspunkte und stellt fassungsloses Entsetzen neben pietätloses Moralisieren.

Gibt es neben diesen Situationsbeschreibungen auch eine Romanfigur, die Ihnen besonders nahe steht?

Ich glaube, niemand kommt an Winnetou vorbei. Das ist schon unabhängig von Pierre Brice eine Figur, die sehr viel Aura hat. Als Kind habe ich aber auch Sam Hawkins gemocht. Man kann sich aber mit keinem dieser Helden derart identifizieren; dazu sind sie zu gut, zu stark und leben zu riskant.

Wie ernst nehmen Sie die Helden Karl Mays?

Ich nehme sie nicht ganz so ernst wie Pierre Brice Winnetou nimmt. Manchmal sind sie Knallchargen und über die darf man auch lachen. Sie sind aber auch Gefäße von Weltanschauungen, wenn es beispielsweise um Sklavenhandel geht oder wenn Schwarzafrikaner mit einer rührenden Menschlichkeit ausgestattet werden. Da sind sie mir auch wirklich nahe.

Verfechten Sie damit auch einen kleinen Bildungsauftrag? Was kann das Publikum von diesem Abend mitnehmen?

Ich hätte schon gerne, wenn die Art, wie diese Stoffe – auch von Karl May – arrangiert werden, komisch gefunden werden. Das hat sich bisher auch immer eingestellt. Es gibt dazu die Musik der beiden Schwestern Walachowski aus Breslau, die musikalisch einen Bogen schließt zu den Stimmungen der Romane. Manchmal sind es auch Gegengewichte, bei denen der Text komisch und die Musik ernst ist. Wir spielen dann so etwas wie „Open Prairie“ von Copland, wenn es um „Winnetou I“ geht, sowie morgenländische und klassische Klaviermusik mit Werken von Dvorák, Fauré, Poulenc und Strawinsky. Insofern ist das Nützliche und Unterhaltsame gleichmaßen für den Abend entscheidend. Und wenn das ein bißchen gelingen würde, wäre ich froh.
Link 1: http://www.shmf.de
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