Kultur
Lifestyle
Touristik
Medien
Referenzen
Archiv
Jeanne Fatale


>>> weitere Bilder ansehen >>>
Ob "Fahrstuhl zum Schafott", "Jules und Jim" oder "Viva Maria!". Viele ihrer Filme sind Klassiker, ihr Name wird in einem Atemzug mit Greta Garbo und Marlene Dietrich genannt. Am 23. Januar wird Jeanne Moreau, die Grande Dame des französischen Films, 80 Jahre alt.

Francois Truffaut dachte bei ihr nicht etwa an einen Flirt, sondern an die große Liebe, Luis Bunuel war von ihrem Gang fasziniert, und Louis Malle wollte einzig und allein sie als Hauptdarstellerin für seinen ersten Kinofilm "Fahrstuhl zum Schafott". Der damals 24-Jährige hat tatsächlich eine Zusage von Jeanne Moreau bekommen und 1957 ein Aufsehen erregendes Regiedebüt hingelegt. Jeanne Moreau selbst, die in Frankreich bereits ein Star war, sagte sich mit der Entscheidung von ihrem Agenten los. Sie hatte sich auf ihre Intuition verlassen und sollte Recht behalten. Die zierliche Französin schaffte mit dem Film den internationalen Durchbruch, wurde zur Ikone der "Nouvelle Vague". "Die Arbeiten mit Louis Malle oder Truffaut waren nur auf der einen Seite ein Wagnis, auf der anderen waren sie ja eine große Befreiung", sagte Jeanne Moreau später über ihre Entscheidung.

Ihren Ruhm verdankt Mademoiselle Moreau vor allem den frivolen und rebellischen Frauenfiguren, die sie immer wieder verkörperte und für die sie auch heute noch verehrt wird.
Mit ihrer kühlen Schönheit und dem Talent, ihrem gleichgültigen Gesichtsausdruck mit einem kaum wahrnehmbaren Zucken des Mundwinkels oder einem einzigen intensiven Blick große Emotionen zu entlocken, ist sie wie geschaffen für diese Rollen – selbstbewusst, entschlossen, unabhängig. Wie in ihrer wohl berühmteste Rolle in François Truffauts „Jules und Jim“ (1962). Als lebensfrohe Catherine steht sie hier zwischen zwei Männern und fordert das Recht auf ihr persönliches Glück und auf Liebe unentwegt und unerschrocken ein. Es wird Moreaus Paraderolle und diese Femme fatale ist es, die sie zum Gesicht des französischen Films macht.

Jeanne Moreau spielte in der Folge in über einhundert großen Filmen mit. Mal gibt sie die schöne Querulantin, mal die geheimnisvolle Unbekannte, die die Abgründe der menschlichen Existenz auslotet. Eine ihrer letzten Rollen spielte sie 2006 in Francois Ozons "Die Zeit, die bleibt". Ein Film, in dem sie die Großmutter eines Todkranken spielt, der mit 30 Jahren an Krebs stirbt. Ans Aufhören denkt sie noch lange nicht. Neugier und Energie, so sagt sie, werden sie bis zum Schluss antreiben. Am 23. Januar feiert Jeanne Moreau ihren 80. Geburtstag.

diesen Beitrag downloaden
CD-Tipp
Theresienstadt
 
   
  ImpressumKontakt