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Familientreffen des nordischen Films


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Die Nordischen Filmtage Lübeck sind für Fans und Freunde des skandinavischen und baltischen Films ein Pflichttermin im Kalender wie Weihnachten. Jedes Jahr am ersten Wochenende im November präsentiert das größte nordische Filmfestival außerhalb Skandinaviens die Vielfalt einer der innovativsten Filmbranchen Europas. Wie eine große Familie strömen Filmschaffende und Zuschauer für fünf Tage ins beschauliche Lübeck, um leichtfüßige Komödien, skurrile Typen, aber auch Bilder vom Scheitern, Verzweifeln und Sterben einsamer Menschen zu sehen. Aber die Filmtage sind auch ein Ort der Kommunikation und ein Marktplatz für die Filmbranche. Nirgendwo sonst kommt man so dicht her an die Protagonisten wie in der Hansestadt. Vor und nach den Filmen laden Schauspieler und Regisseure ein zur Diskussion. Und das Lübecker Publikum gilt bei den Filmschaffenden als interessiert und gut informiert. „Viele Lübecker nehmen sich für die Filmtage eine Woche frei, um von morgens bis abends im Kino sitzen zu können“ verrät die Intendantin des Festivals Christine Berg. „Ein Großteil ist mit den Filmtagen aufgewachsen und bringt heute die Kinder mit in die Vorstellungen.“
Auch im 50. Jahr ihres Bestehens spiegeln die Nordischen Filmtage (NFT) Lübeck im Jubiläumsjahr die Vielfalt und den Reichtum des Kinos aus den nordischen und baltischen Ländern wider. So präsentiert die dänische Regisseurin Pernille Fischer Christensen das Liebesdrama „Der Tanz“ über die Romanze zwischen einer Tanzlehrerein und einem Handwerker, der eine gewalttätige Vergangenheit hat, als diesjährigen Eröffnungsfilm. Die 39jährige Dänin wurde 1999 bekannt durch den Nachwuchspreis der Filmfestspiele von Cannes und dem „Silbernen Bären“ für ihren ersten abendfüllenden Spielfilm „En Soap“ 2006 in Berlin.
Ein schwedisches Familienepos aus dem Arbeitermilieu von Malmö zu Beginn des 20. Jahrhunderts präsentiert Altmeister Jan Troell mit „Die ewigen Augenblicke der Maria Larsson“. Aus Norwegen
kommt der Coming-of-Age-Film „Der Mann, der Yngve liebte“ von Stian Kristiansen über einen Schüler, der sich in einen Klassenkameraden verliebt und ein schmerzhaftes Coming-Out erlebt. Der finnische Regisseur Aku Louhimies erzählt in „Die Unbeugsame“ eine Liebesgeschichte zwischen den Fronten des finnischen Bürgerkriegs im Jahr 1918. Aus Island kommt „Aufkommender Sturm“ von Gudny Halldórsdóttir. Die Tragikomödie erzählt vom Scheitern eines antiautoritären Erziehungsprojektes in der isländischen Provinz. Der Dogma-Regisseur Kristian Levring präsentiert mit „Wen du fürchtest“ einen verstörenden Thriller über einen Familienvater, der sich unter Pilleneinfluss zum Psychopathen entwickelt. In der Hauptrolle brilliert der dänische Star Ulrich Thomsen. Der schwedische Kinostar Peter Stormare spielt die Hauptrolle in Daniel Alfredsons „Wolf“ über zwei samische Rentierhalter, die einen Wolf töten und sich dafür vor Gericht verantworten müssen. Weitere renommierte Regisseure im Spielfilmprogramm sind der Däne Søren Kragh-Jacobsen mit dem Polit-Thriller „Was niemand weiß“, der Däne Ole Bornedal mit dem Neo-Film-Noir „Bedingungslos“, der Norweger Bent Hamer mit seiner skurrilen Komödie „O'Horten“, der Norweger Nils Gaup mit dem 'Schneewestern' „Die Rebellion von Kautokeino“ und der Este Peeter Simm mit dem Opern-Biopic „Georg“.

Im diesjährigen Dokumentarfilmprogramm spiegeln 25 Beiträge auf vielfältige Weise aktuelle wie auch historische Aspekte des gesellschaftlichen Zusammenlebens wieder und die nordische Kinder- und Jugendfilmproduktionen zeigen sich wie gewohnt am Puls der Zeit und qualitativ als eine der weltweit führenden.

Rund 30 Filme zeigt das Filmforum, die norddeutsche Sektion der Nordischen Filmtage Lübeck, in diesem Jahr: Zu den Höhepunkten im Spielfilmprogramm zählen die deutsch-israelische Koproduktion „Alles für meinen Vater“ von Dror Zahavi über einen palästinensischen Selbstmordattentäter in Tel Aviv und „Das Fremde in mir“, von Emily Atef, der von einer jungen Frau mit einer postnatalen Depression erzählt. Trockenen, norddeutschen Humor bietet das Roadmovie „Die Schimmelreiter“ des Meldorfer Regisseurs Lars Jessen mit Axel Prahl und Peter Jordan in den Hauptrollen. Ebenso im Programm ist der wohl erste norddeutsche Horrorfilm
„Gonger“ von Christian Theede, der mit Untoten aus dem Watt und wabernden Nebeln in Atem hält.
In einer umfangreichen Retrospektive präsentieren die Nordischen Filmtage Lübeck zu ihrem 50. Jubiläum eine Auswahl der schönsten und beliebtesten Klassiker aus 50 Jahren. Persönlichkeiten, die das Festival über die Jahrzehnte begleitet haben, haben dafür 20 persönliche Favoriten und
Geheimtipps ausgewählt.
Eine Hommage anlässlich des 150. Geburtstages der schwedischen Schriftstellerin Selma Lagerlöff sowie zahlreiche Sondervorführungen runden das umfangreiche Programm beim Familientreffen des nordischen Films ab.

INFO
Die Nordischen Filmtage Lübeck, 1956 vom Lübecker Filmclub erstmals veranstaltet und 1971 in städtische Trägerschaft übernommen, zählen zu den traditionsreichsten Filmfestivals weltweit. Sie zeigen alljährlich Anfang November fünf Tage lang die neuesten Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus den nordischen und baltischen Ländern. Daneben gibt es ein umfangreiches Kinder- und Jugendprogramm und eine Retrospektive. Begleitend finden Seminare, Diskussionen und Gesprächsrunden statt. Die Nordischen Filmtage Lübeck sind ein großes Publikumsfestival und ein wichtiger Treffpunkt für die Filmbranche aus Deutschland sowie dem Norden und Nordosten Europas.
Höhepunkt des Rahmenprogramms ist die Filmpreisnacht am Samstag, den 1. November im Theater Lübeck, in deren Rahmen die Preise der Nordischen Filmtage Lübeck sowie der mit 12.500 Euro dotierte Norddeutsche Filmpreis der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein verliehen werden.


Eckdaten

50. Nordische Filmtage Lübeck:
29. Oktober bis 2. November 2008 im CineStar Filmpalast Stadthalle (Mühlenbrücke 11, 23552 Lübeck) und im Filmhaus Lübeck (Königstrasse 38 - 40, 23552 Lübeck)

Eröffnung:
Mittwoch, 29. Oktober, 19 Uhr im Kino 3 und 4 des CineStar Filmpalast Stadthalle


http://www.filmtage.luebeck.de
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