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Husumer Filmtage 2007


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Literaturnobelpreisträger Günter Grass gilt als moralisches Gewissen der Nation. Um so umstrittener war sein in der Autobiografie "Beim Häuten der Zwiebel" bekannt gewordenes Geständnis, in der Waffen-SS gedient zu haben. Der vielfältige Künstler, der Lyrik, Prosa, aber auch Bildhauerei und Grafik beherrscht, steht im Mittelpunkt der 22. Husumer Filmtage, die vom 27. September bis 2. Oktober in der „grauen Stadt am Meer“ stattfinden. „Das Kuratorium wollte mit dieser Entscheidung keine erneute Moraldiskussion über seine Person entfachen, sondern einfach den bedeutendsten zeitgenössischen Literaten Deutschland ehren“ verrät das langjährige Kuratoriumsmitglied Hans-Peter Schweger. Als Eröffnungsfilm wird die Dokumentation „Der Unbequeme“ gezeigt, eine respektvolle 'Backstage'-Begleitung des umtriebigen Künstlers durch die Regisseurinnen Nadja Frenz und Sigrun Matthiesen, strukturiert durch Grass' eigene Gedichte und rhythmisiert durch seinen persönlichen Vortragsstil.

Zwei Jahre lang haben die Filmemacherinnen den gebürtigen Danziger, der am 12. Oktober 80 Jahre alt wird, mit der Kamera begleitet. In dieser Zeit arbeitete der Schriftsteller an seinem autobiografischen Buch, das den Autorinnen als 'roter Faden' ihres Dokumentarfilms diente.
Doch nicht nur sein Wellen schlagendes Werk ist Thema des Films: Nadja Frenz und Sigrun Matthiesen sind mit Grass auf Reisen gegangen, haben ihn in seinem Alltag, als Schriftsteller und engagierter Bürger bei SPD-Wahlkampfveranstaltungen, ausgewählten Lesungen und Begegnungen mit langjährigen Weggefährten, begleitet. Schriftstellerkollegen wie Amos Oz, Salman Rushdie und Hans Magnus Enzensberger kommen ebenso zu Wort wie Weggefährten: die Bühnenverlegerin Maria Sommer und der Politiker Gerhard Schröder. Auf diese Weise ist den Autorinnen ein umfassendes Portrait gelungen, das das bewegte und engagierte Leben des Dichters und Künstlers Günter Grass eindrucksvoll erzählt.
Seine vielfältigen schriftstellerischen Fähigkeiten dokumentieren vier Literaturverfilmungen, die das Schwerpunktthema abrunden. Natürlich darf dabei die berühmteste Adaption nicht fehlen: "Die Blechtrommel", die Volker Schlöndorff 1980 den Oscar für den besten nichtamerikanischen Film einbrachte. Auch "Unkenrufe", "Die Rättin" sowie "Katz und Maus" stehen auf dem Spielplan.
Traditionell stehen beim - nach den Nordischen Filmtagen - zweitältesten Kinofest im Lande auch der „Neue Deutsche Film“ und schleswig-holsteinische Produktionen im Focus. In diesem Jahr dabei Künstlerportäts von James Krüss, Theodor Mommsen und Emil Nolde sowie die Low-Budget-Kult-Produktion „Deichking“ mit norddeutscher Promibesetzung in Person von Ina Müller, Torfrock, Stefan Gwildis und vielen mehr, die es sich nicht nehmen ließen, ohne Gage an diesem ungewöhnlichen Projekt des Elmshorner Filmemachers Michael Söth über einen Möchte-Gern-Elvis vom Deich mitzuwirken.
Auch der Kinonachwuchs wird jedes Jahr in Husum mit einer eigenen Jugendfilmreihe bedacht, in der anlässlich des 100. Geburtstags von Astrid Lindgren "Meisterdetektiv Kalle Blomquist", "Karlsson vom Dach", "Lotta zieht um", "Die Brüder Löwenherz" sowie "Peter und Petra" über die Leinwand flimmern. Im "Spezial" gibt es unter anderem eine Aki-Kaurismäki-Trilogie und die berührende Erzählung „Auf dem Weg zu den Engeln“ des NDR-Autors Holger Vogt über das Kinderhospiz Sternenbrücke in Hamburg. Insgesamt umfasst das Programm 24 Produktionen.


http://www.husumer-filmtage.de
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