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Heiße Filme aus kalten Landen



Rabenschwarze Komödie, berührende Liebesfilme, intensive Psychodramen – die Vielfalt des diesjährigen Spielfilmwettbewerbs auf den Nordischen Filmtagen (NFT) Lübeck spiegelt den Reichtum des Kinos aus den nordischen und baltischen Ländern wider. Im 49. Jahr seines Bestehens - vom 31. Oktober bis 4. November - zeigt das größte nordische Filmfestival außerhalb Skandinaviens die neuesten Produktionen renommierter Regisseure. So präsentiert der mit „Elling“ bekannt gewordene Norweger Peter Næss seine auf dem Bestseller von Erlend Loe basierende Komödie „Gekrallt“, in der ein junger Mann auf äußerst amüsante Weise mit der vereinnahmenden Liebe seiner Freundin zu kämpfen hat. „Gekrallt“ ist in diesem Jahr der norwegische Oscar Beitrag und zugleich der Eröffnungsfilm der Nordischen Filmtage. Aus Schweden kommt „You, the Living“, das neue Meisterwerk von Roy Andersson, der im Jahr 2000 mit „Songs from the Second Floor“ einen weltweiten Erfolg erzielt. Seine neue Produktion verwebt eine Reihe merkwürdiger Begebenheiten in einer schwedischer Kleinstadt zu einer vielstimmigen Filmerzählung. NDR-Förderpreisträger Åke Sandgren aus Dänemark ist mit seinem intensiven Psychodrama „Wen man liebt“ vertreten. Darin geht es um die Abhängigkeiten in einer von Gewalt geprägten Beziehung. Die berührende Liebesgeschichte zwischen einer Epileptikerin und einem romantischen Uni-Dozenten erzählt „Das Wolfsjahr“ des Finnen Olli Saarela, der bereits vor sechs Jahren bei den NFT vertreten war. Auch Klaus Härö, der 2005 für „Beste Männer“ gleich zweimal in Lübeck ausgezeichnet wurde, zeigt seinen neuen Film „Der neue Mensch“. Das auf wahren Ereignissen basierende Drama beschäftigt sich mit dem in Schweden lange Zeit tabuisierten Thema der Zwangssterilisation bei Heimkindern. Die dänische Regisseurin Lone Scherfig – deren Dogma-Film „Italienisch für Anfänger“ vor sieben Jahren zum weltweiten Arthaus-Erfolg avancierte – legt mit „Heimweh“ eine in der dänischen Provinz angesiedelten Gesellschaftskomödie vor, die mit einer ganzen Riege bekannter Schauspieler besetzt ist. Eine kleine Reihe von Filmen stellt Lars von Trier in den Mittelpunkt: So wird nicht nur sein jüngstes Werk, die burleske Komödie „The Boss of it All“, präsentiert. Auch Jacob Thuesens „Erik Nietzsche – Die frühen Jahre“, der Lars von Triers Anfänge an der Dänischen Filmhochschule zu einer Satire verarbeitet, ist im Programm der NFT zu sehen. Darüber hinaus läuft der Kurzfilm „Occupations“, Lars von Triers eigenwilliger Beitrag zum diesjährigen 60. Geburtstag der Filmfestspiele Cannes.

INFO
Die Nordischen Filmtage Lübeck, 1956 vom Lübecker Filmclub erstmals veranstaltet und 1971 in städtische Trägerschaft übernommen, zählen zu den traditionsreichsten Filmfestivals weltweit. Sie zeigen alljährlich Anfang November fünf Tage lang die neuesten Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus den nordischen und baltischen Ländern. Daneben gibt es ein umfangreiches Kinder- und Jugendprogramm und eine Retrospektive. Begleitend finden Seminare, Diskussionen und Gesprächsrunden statt. Die Nordischen Filmtage Lübeck sind ein großes Publikumsfestival und ein wichtiger Treffpunkt für die Filmbranche aus Deutschland sowie dem Norden und Nordosten Europas.
Höhepunkt des Rahmenprogramms ist die Filmpreisnacht am Samstag, den 3. November, in der Lübecker Musik- und Kongreßhalle, in deren Rahmen die Preise der Nordischen Filmtage Lübeck sowie der mit 12.500 Euro dotierte NDR-Filmpreis verliehen werden.
 O-Ton anhören Titel: 49. Nordische Filmtage Lübeck


http://www.filmtage.luebeck.de
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