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„Ninotschka“lässt es an der Förde swingen



Die Uraufführung des Cole Porter Musicals „Silk Stockings“ im Jahr 1955 machte Hildegard Knef zum Broadway-Star. Als Vorlage bediente sich das Musical dabei der Film-Komödie "Ninotschka" der Altmeister Ernst Lubitsch und Billy Wilder, die es schafften, selbst die Zeit des Kalten Krieges in eine gleichsam rasante wie romantische Komödie zu verwandeln. Gepaart mit der Weltklassemusik Cole Porters wurde das Bühnenstück zu einem der großen Erfolge der Broadwaygeschichte.
Die dem Kommunismus ergebene russische Kommissarin Ninotschka soll einen abtrünnigen Komponisten aus Paris ins glorreiche Moskau zurückholen, trifft dabei auf einen attraktiven Filmproduzenten, mehrere weniger attraktive Sowjetkommissare sowie den Glamour der westlichen Welt und verstrickt sich im Netz von Liebe, Heimat und Linientreue.
Für das Theater Kiel verlegt Regisseur Christian von Götz das Musical „Ninotschka“ – benannt nach seinem filmischen Ursprung - vor den Hintergrund der drohenden Invasion Frankreichs durch die Nazis in den Mai 1940 und sorgt so für bittersüße Nuancen. Durch diese dramaturgische und konzeptionelle Hinwendung zum Lubitsch-Film wird außerdem der schauspielerische Anteil betont, gleichwohl wertet das Regieteam aber auch die musikalische Struktur stark auf. Schon durch die Ergänzung mit dem Stilelement Ballett in der Produktion erfährt die Musik zusätzliche Einsatzmöglichkeiten. Außerdem wurden zwei weitere Porter-Songs hereingenommen, die für Figur der Ninotschka passen und ihren Gesangsanteil im Vergleich zur Broadwayfassung deutlich erweitern.

Das Ensembles setzt sich in bewährter Form aus hauseigenen Kräften und Musicalgästen zusammen. Chor, Orchester, Ballett und Solisten begeistern mit immenser Spielfreude, Bühnenbild, Kostüme und Choreografie greifen so glücklich ineinander, dass es schwer fällt, Einzelleistungen hervorzuheben. Dennoch brilliert allen voran Stephanie Theiß als Ninotschka. Versiert tanzend, wendig spielend und mit einer umwerfenden Stimme überzeugt sie als stocksteife Kommissarin, die sich zu einer fühlenden Frau wandelt.
Ihrem Partner Leon van Leeuwenberg nimmt man den amerikanischen Draufgänger leicht ab. Auch ohne Gesang erspielt sich Karl Schmid-Werter als Komponist Boroff, Kulturkommissar Markowitsch und in einigen weiteren Rollen seinen Platz
Kleine Kabinettstückchen liefern Steffen Doberauer, Markus Dentler und Slaw Koroliuk als lebensfrohen Russen Bibinski, Ivanov und Brankov, die vom „funkelnden Auge des Klassenfeindes" geblendet sind. Ein paar ganz besondere Auftritte hat Katharina Schutza als aufgedonnerter Filmstar Janice.

Beeindruckend auch, wie elegant und dabei leicht auf der mondän wandlungsfähigen Bühne von Norbert Ziermann die Szenenwechsel gelingen. Fast wir auf der Leinwand verwandelt sich die edle Lobby des Hotel Central in ein kleines Restaurant mit Blick auf die glitzernde Stadt und die Seine, das karge Büro des sowjetischen Kulturkommissars oder ein quietschbuntes Filmset. Die unsterbliche Musik von Cole Porter lassen Kapellmeister Simon Rekers und das Philharmonische Orchester ordentlich swingen und klingen. Neben dem Flair von Paris und Moskau kommt so aus dem Orchestergraben ein gehöriger Schuss Broadway mit ins Spiel. Gabriele Jaeneckes Kostüme sorgen für zeitgemäßes Kolorit, und Christian von Götz, unterstützt von Stephan Brauer (Choreografie) und Kordula Kohlschmitt (Stepptanz), arrangiert mit dem Ballett sowie dem Chor (Einstudierung David Maiwald) und der Statisterie immer wieder bestaunenswerte ins Prächtige drängende Bilder. So wird aus der ursprünglichen Politsatire ein wahrer Tanz auf dem Vulkan, der vom Premierenpublikum stürmisch gefeiert wurde.

http://www.theater-kiel.de
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