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Zerrissen zwischen zwei Welten



Die Oper "Rigoletto" gilt als Giuseppe Verdis erstes Meisterwerk. Ihre Uraufführung 1851 in Venedig war ein Riesenerfolg und begründete den Weltruhm des Komponisten. Regisseur Thilo Reinhardt verlegt das Geschehen aus der Renaissance in die Gegenwart. Seine Inszenierung feiert am Samstag, 23. Mai Premiere am Schleswig-Holsteinischen Landestheater in Flensburg. DER KULTURONKEL sprach mit dem aus Heidelberg stammenden Regisseur.

"Rigoletto" gehört zu den bekanntesten Opernreißer der Musikliteratur. Was hat Sie an dem Stoff gereizt?

Vor allem die Figur des Rigoletto, einem Mann, der zerrissen ist zwischen zwei Welten, in denen er lebt. Einerseits ist er liebender Vater einer Tochter, die er beschützen will vor dem Bösen in der Welt. Andererseits ist er selber einer der Bösen in seinem Umfeld, was ihn zwingt, mit den Wölfen zu heulen. Unter diesem Doppelleben leidet er und versucht, sich mit einem schmutzigen Leben ein sauberes Leben zu erkämpfen, scheitert aber am Ende.

In einer Rezension über Ihre "Hoffmanns Erzählungen" in Berlin heisst es:
"Thilo Reinhardt glaubt an das Werk, vertraut der Partitur und will einfach nur die Geschichte erzählen." Ist das bei Ihrem "Rigoletto" auch der Fall?

Das ist auf jeden Fall so. Das Stück ist sehr spannend und psychologisch sehr genau. Man kann daher sehr genau dem Werk vertrauen.

Wie sieht Ihr Regiekonzept aus?

Uns war wichtig, die Geschichte in die Gegenwart zu verlagern und sie herauszulösen aus der uns sehr fern liegenden Welt der Renaissance. Daher haben wir dem Rigoletto den Beruf des Kneipenwirtes gegeben. Erst wenn alle seine Gaststätte verlassen haben, lebt er sein zweites Leben, öffnet die Bodenluke und holt seine versteckte Tochter ans Tageslicht. Sobald jemand klopft, muss sie jedoch wieder verschwinden. Diese ungewollten Besucher sind Jugendliche und Bandenmitglieder, die in seine Kneipe einfallen und Gäste malträtieren. Um die Jugendlichen nicht gegen sich aufzubringen, macht er gute Miene zum bösen Spiel.

Wie zeichnen Sie die anderen Charaktere der Oper?

Der Herzog von Mantua ist der Anführer dieser Jugendbande, lebt aber eigentlich auch ein Doppelleben. Er hat die Nase voll von diesem Macho-Gehabe und hat sich in Gilda verliebt. Die Begegnung mit ihr hat einen anderen Menschen aus ihm gemacht und er sehnt sich nun nach einer liebevollen Beziehung. Als das seine Gang herausfindet, nehmen sie ihn nicht mehr ernst, so dass er zwischen zwei Fronten steht.

Wie unterstützt das Bühnenbild von Paul Zoller Ihre Inszenierung?

Durch einen Einheitsraum, der beide Welten, in der Rigoletto lebt, in sich vereint: die Gastwirtschaft auf der einen Seite; dann aber auch der familiäre Schutzraum für seine Familie.

Warum sollte man sich "Rigoletto" Ihrer Meinung nach unbedingt anschauen?

Weil es eine unglaublich leidschaftliche Musik ist, die viel erzählt über die Zerrissenheit von Menschen, die versuchen in zwei Welten zu leben.
Theater:
Schleswig-Holsteinsiches Landestheater
Flensburg

http://www.sh-landestheater.de

Premiere: Samstag, 23.05.2009
, Donnerstag, 30.11.0, Donnerstag, 30.11.0

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