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Les Misérables am Theater Lübeck



Victor Hugos Roman „Les Misérables“ von 1862 gehört zu den Standardwerken der französischen Literatur. Das Epos erfuhr zahlreiche Dramatisierungen und regte mehr als 30 Regisseure zur Verfilmung an. 1985 erlebte dann die Musical-Version seine Uraufführung in London und begann einen Siegeszug um die ganze Welt. Das opulente Ausstattungswerk wurde mittlerweile mit 8 Tony Awards ausgezeichnet, 50 Millionen Besucher haben es weltweit in 38 Ländern, 213 Städten, 21 Sprachen gesehen.
Nun ist die französische Revolution auch in der ehrwürdigen Hansestadt Lübeck angekommen. Unter der Regie von Wolf Widder feiert das Musical zur Zeit Erfolg am Theater Lübeck. Obwohl das Haus mächtig unter Sparzwang steht, hat man sich für die mehrstündige Materialschlacht entschieden. 28 Musiknummern in 25 Bildern und 160 Minuten bringen die Technik und die Darsteller an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit und ist für eine städtische Bühne kein Zuckerschlecken. Aber der Aufwand hat sich gelohnt: Dem Kreativteam ist ein spannender und fantasievoller Bilderbogen gelungen. Wolf Widder, der seine Theaterkarriere als Schauspieler und Regieassistent in Lübeck begann und zuletzt als Operndirektor am Theater Pforzheim sowie als freier Musicalregisseur (u.a. für „Jesus Christ Superstar“ an der Staatsoperette Dresden) tätig war, inszeniert das Historien-Musical mit viel Liebe zum Detail, verliert aber dennoch nicht den Blick fürs Ganze aus dem Auge. So gelingt es ihm, aus der unüberschaubaren Handlungs- und Personenfülle des Romans die zentralen Themen und Figuren zu destillieren. Unterstützt wird Widder dabei durch ein schlichtes, aber multi-funktional einsetzbares, in schmutzig-grau gehaltenes Bühnenbild (Ausstattung: Katja Schröder), das sich auch für die intimen Szenen schnell verwandeln lässt, und ein hervorragend eingespieltes Ensemble. Allen voran Thomas Christ als Jean Valjean und Steffen Kubach als Javert: Wie schon in „Kuss der Spinnenfrau" harmonieren die beiden Sänger hervorragend, stimmlich und schauspielerisch setzen sie Glanzlichter. Mit starker Bühnenpräsenz, glasklarer Stimme und viel Charme erreicht es Andrea Stadel, aus der undankbaren Rolle der Cosette ein weiteres Highlight der Aufführung zu machen.
Tomasz Dziecielski stellt Marius als Sympathieträger und Romantiker dar, ohne in Arroganz oder Tagträumerei abzudriften. Kai Bronisch als Enjolras bleibt sowohl stimmlich als auch in seiner Interpretation des Studentenführers eher blass. Professionell und angemessen: Katharina Schutza als Fantine. Manfred Ohnoutka und Simone Mende gelingt als schlitzohriges Gaunerpaar Thénardier der Spagat zwischen Boshaftigkeit und Witz. Viele der kleinen und kleinsten Partien sind aus dem von Joseph Feigl einstudierten Chor des Theaters besetzt.
Leider lässt sich an dieser Stelle keine abschließende Bewertung der Gesangsqualität vieler Nebenfiguren treffen, da am Aufführungsabend der Tontechniker erkrankt war und kurzfristig Ersatz durch Kollegen des Staatstheaters Schwerin eingeflogen wurde, die die komplizierte Mikroport-Technik nicht vollständig im Griff hatten. Dadurch wurde der akustische Gesamteindruck deutlich geschmälert. Diesem Umstand sei es auch geschuldet, dass die Textverständlichkeit stark litt und das Philharmonische Orchester unter der Leitung von Ludwig Pflanz deutliche Abstimmungsschwierigkeiten mit dem Geschehen auf der Bühne hatte.
Diese Probleme sollten mittlerweile behoben sein, so dass einem unterhaltsamen Besuch im Theater Lübeck nichts im Wege stehen dürfte.

Theater:
Theater Lübeck

http://www.theaterluebeck.de
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