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Eine Odyssee


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Vor mehr als 2800 Jahren entstand die „Odyssee“. Ob sie tatsächlich aus der Feder des vermutlich blinden Dichters Homer stammt, fragen sich Spezialisten seit vielen Jahrhunderten. Keine Frage besteht darüber, dass die „Odyssee“ neben der „Ilias“ zu den ältesten und einflussreichsten Werken der abendländischen Literatur und Kulturgeschichte gehört. Wahrscheinlich gibt es keine vergleichbare Erzählung, die Künstler aus allen Bereichen derart inspiriert hat - egal, ob man sich im Bereich der Bildenden Kunst, des Films, des Romans, der Oper oder des Schauspiels umschaut. Erwachsene denken an „Ulysses“ von James Joyce oder „Odyssee im Weltraum“ von Stanley Kubrick, „Il Ritorno d’Ulisse in Patria“ von Claudio Monteverdi oder auch „Oh, Brother, Where Art Thou“ der Brüder Coen. Schülern wird wahrscheinlich zuerst das Strategiespiel „Age of Mythology“ oder die „Odyssee“ von Asterix und Obelix einfallen.
Wie auch immer: Der Stoff von den Abenteuern eines listenreichen Helden, der nach dem Ende des Trojanischen Krieges zehn Jahre umherirren muss, bevor er zu Frau und Sohn heimkehren darf, ist deshalb in allen Zeiten und Genres faszinierend geblieben, weil die Titelfigur als Urbild des Menschen verstanden wurde. Dank seiner Neugier und Listigkeit gelingt es ihm, Gefahren zu meistern, obwohl er der Willkür der Naturgewalten und den Launen der Götter ausgeliefert ist.
Der niederländische Schauspieler, Regisseur und Autor Ad de Bont hat im letzten Jahr die „Odyssee“ als Bühnenfassung im Auftrag des Jungen Schauspielhauses Hamburg adaptiert. Nun kommt seine Version des griechischen Epos' als Projekt des TheaterJugendClubs auch ins Schleswig-Holsteinische Landestheater – mal erzählt aus der Perspektive des herumirrenden Heldens, mal aus der der daheim wartenden Penelope und ihres Sohnes Telemachos.
DER KULTURONKEL sprach mit der Theaterpädagogin Ilona Januschewski.

Was reizt Sie an diesem uralten Stoff?

Das Kernthema bei uns ist die zerrissene Familie. Und das ist leider topaktuell, denn es gibt heute viele, die in Patchworkfamilien leben. Odysseus hat ja damals schon seine Frau und seinen Sohn allein gelassen, um kämpfen zu gehen. Das steht bei uns im Mittelpunkt jeweils aus dem Blickwinkel der drei Protagonisten gesehen.

Aus meinem Lateinleistungskurs erinnere ich mich noch, dass die „ODyssee“ eine seitenlange Erzählung ist. Wie schaffen Sie bzw. Ad de Bont es, das Epos an einem normalen Theaterabend auf die Bühne zu bringen?

Es ist schon keine Kleinigkeit, diese „Odyssee“. Aber Ad de Bont, den ich für einen der besten lebenden Jugendstückschreiber halte, schafft es, die Erzählung auf die Kernaussagen zu straffen. Und natürlich wird nicht jedes Abenteuer erzählt.

Wie sieht Ihr Regiekonzept aus?

Das Besondere an meinem Regiekonzept ist, dass wir mit Live-Percussion arbeiten und alles, was auf der Bühne steht, im wahrsten Sinne des Wortes bespielbar ist. Also nicht nur theatralisch, sondern auch musikalisch. Im Mittelpunkt stehen dabei Cachons, das sind Percussion-Kisten, auf denen man Musik machen kann, aber die auch als Bühnenelemente dienen. Ich habe mir zum pädagogischen Konzept gemacht: bei uns ist alles von Hand gemacht. Eine CD einlegen kann jeder. Jeder Ton, den der Zuschauer hört, ist auch von uns produziert.

Einer der wichtigsten Aspekte an Homers „Odyssee“ ist die Sprache. Die 24 Gesänge sind in daktylischen Hexametern geschrieben. Nicht unbedingt jugendliche Alltagssprache...

Das ist wahr, aber Ad de Bont hat eine sehr gelungene Mischung gefunden aus Hexametern, einer sehr poetischen Sprache von Penelope und dem heutigen Sprachduktus des Telemachos, der für die heutige Generation steht. Sich an diese drei Sprachebenen heranzutasten, ist schon eine Herausforderung.

Sie arbeiten ja nicht mit gelernten Schauspielern, sondern mit Teilnehmern des TheaterJugendClubs. Da gibt es sicher weitere Herausforderungen.

Wir haben im letzten Jahr zehnjähriges Bestehen gefeiert und es gibt einige Jugendliche, die von Anfang an dabei sind. Aber es kommen in jeder Spielzeit auch neue Teilnehmer mit sehr unterschiedlichen Vorerfahrungen dazu. Diese unterschiedlichen Erfahrungsstände zusammenzubringen ist auf der einen Seite eine Herausforderung, auf der anderen Seite auch pädagogisches Prinzip, weil ich glaube, dass Unerfahrene von Erfahrenen und umgekehrt sehr profitieren können.

Sie machen diese Arbeit am Schleswig-Holsteinischen Landestheater seit über zehn Jahren. Was fasziniert Sie an dieser Aufgabe?

Ich arbeite sehr gerne mit Jugendlichen, weil ich das durch die Bank sehr erfrischend finde. Sie sind in der Regel sehr begeisterungsfähig und lassen sich auf Vieles ein. Vor allem macht es sehr viel Spaß, wenn man die Entwicklung der Teilnehmer über einen längeren Zeitraum verfolgen und fördern kann. Die ersten drei Jungs des Clubs sind heute an renommierten Schauspielschulen.

Für wen ist das Stück geeignet?

Das ist ein wenig Auslegungssache. Ich habe es ab 13 Jahre angelegt, aber das Stück ist auch für jüngere theatererfahrene Besucher geeignet. Nach oben hat es keine Altersgrenze. Die „Odyssee“ ist ein zeitloses Thema, das genauso gut auch für Erwachsene interessant ist.
Theater:
Schleswig-Holsteinisches Landestheater

http://www.sh-landestheater.de

Premiere: Freitag, 14.03.2008
Folgetermine: Dienstag, 18.03.2008, Montag, 07.04.2008, Mittwoch, 16.04.2008

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