Kultur
Lifestyle
Touristik
Medien
Referenzen
Archiv
Fliege deinen Traum



Jeder kennt wohl die Geschichte von Peter Pan aus Nimmerland, der nicht erwachsen werden will, und der die Kinder Wendy, John und Michael Darling aus London mit auf die Reise ins Reich der Abenteuer nimmt, wo sie gegen den bösen Piraten James Hook kämpfen müssen. Vor allem Walt Disneys Adaption wurde zum Welterfolg. Was nur wenige wissen: Autor James Matthew Barrie hatte seinen Klassiker zunächst als Theaterstück konzipiert. Erst der Erfolg auf der Bühne brachte Barrie dazu, seine Geschichte 1911 unter dem Titel „Peter Pan and Wendy“ als Kinderbuch neu zu schreiben. Christian Berg und Konstantin Wecker haben nun aus dem Stoff ein Musical erschaffen, das am 6. Mai Welt-Uraufführung im Schmidt-Theater auf der Reeperbahn feiert. DER KULTURONKEL sprach mit dem „König der Kindermusicals“, Christian Berg.

Wie sieht Ihr Regiekonzept aus?

Melanie Herzig und ich haben etwas ganz Neues geschaffen, angelehnt an das Buch von James Matthew Barrie. Es ist ein wenig moderner aufbereitet und trägt natürlich meine typische Handschrift: das Publikum wird einbezogen, muss ganz viel helfen.
Dreh- und Angelpunkt ist eine Kommode im Zimmer von Wendy, John und Michael. Diese Kommode verwandelt sich gemeinsam mit den Träumen der Kinder in alles: das Piratenschiff, die Höhle von Peter Pan, in eine Lagunengrotte. So wie sich Kinder aus ihrem Bett eine Höhle oder mit Pappkarton und Besenstiel ein Schiff bauen. Damit wollen wir vor allem die Kinder animieren, solche Spiele wieder auszuprobieren, wie wir sie früher gespielt haben, und Fantasie zuzulassen. Ich möchte aber auch erreichen, dass einige Erwachsene drei, vier Tage nach dem Stück morgens aufstehen und versuchen – gedanklich - zu fliegen. Ich finde, dass sollten wir alle viel öfter machen.


Was hat Sie an dem Stoff gereizt?

Dieser Stoff reizt mich seit 20 Jahren, es gab nur keine Rechte. Damals wollte ich Peter Pan spielen, den Jungen, der nicht erwachsen wird – eine Traumrolle für jeden Schauspieler. Als ich jetzt die Genehmigung bekam, aus dem Stück ein Musical zu produzieren, war ich zu alt für die Figur. Daher spiele ich den Käptn Hook.Es reizt mich, mit Traumstoffen zu arbeiten und dass Kinder aufgefordert sind, sich etwas zu trauen. Das ist ein ganz großer Motor meiner Arbeit. Ich finde es furchtbar, wenn Kinder zu Duckmäusern erzogen werden. Vielleicht erreiche ich mit dieser Arbeit, dass sich die Kinder wieder Zeit nehmen, an ihre Fantasie zu glauben. James Matthew Barrie sagt in seinem Stück: „Kinder haben dieses eine Lächeln, das man bekommt, wenn man fliegen kann.“ Und die Erwachsenen verlieren dieses Lächeln. Es wäre schön, wenn das Publikum nach meinem Stück mit diesem Lächeln nach Hause gehen. Denn jeder kann fliegen.

Wieviel Peter Pan steckt heute noch in Christian Berg?

(lacht) Das fragen Sie am besten unserer Peter Pan alias Jan Radermacher. Der hat bei der Arbeit an seiner Rolle zu mir gesagt: „Ich glaube, wenn ich mal krank bin, kannst du für mich einspringen.“ Das glaube ich auch, nur würde mir das niemand mehr abnehmen. Der Zug ist abgefahren. Dazu bin ich mittlerweile zu alt.

Was kann das Musical auf der Bühne, das der Film nicht kann.

Das Bühnenstück kann viel mehr Fantasie erzeugen. Wir haben viele Möglichkeiten, mit der Vorstellungskraft zu arbeiten. Bei jedem sieht Nimmerland anders aus. Das, was die Bühnenbildner gebaut haben, ist nur ein „An-die Hand-nehmen“; und dann muss jeder selber darin eintauchen.

„Peter Pan“ ist die neunte Zusammenarbeit mit Konstantin Wecker. Wohin geht die Reise nach Nimmerland musikalisch?

Es ist wieder die ganze Bandbreite dabei: Rap, Balladen, rockige Sachen. Es gibt eine Indianer-Nummer, in der die Kinder indianisch lernen; das fetzt total, da trommelt das ganze Ensemble und macht einen Kriegstanz. Es gibt Anlehnungen an die Klassik. Was ich an Konstantin Wecker schätze, ist, dass er sich nicht ans kindliche Publikum anbiedert.
Und wir verstehen uns fast wortlos. Ich muss ihm längst kein Stück mehr zuschicken. Ich schreibe ihm eine Email, in der ich das Geschehen auf der Bühne beschreibe, und er springt einfach drauf. Anfangs ist er immer noch zu den Proben gekommen, weil er vermutlich Angst hatte, seinen guten Namen zu ruinieren. Heute schaut er sich den letzten Durchlauf vor der Premiere an und wenn ihm etwas nicht gefallen sollte, ändern wir das noch am Premierentag. Meistens sind es nur musikalische Kleinigkeiten.


Wie kritisch sind Kinder als Zuschauer?

Kinder sind das schwierigste Publikum, das es gibt, weil sie direkt reagieren und einem sagen, wenn ihnen etwas nicht passt. Das schönste Kompliment für mich ist es, wenn die Kinder während des Stückes nicht auf Toilette gehen, weil sie so gefesselt sind, dass sie es einfach vergessen. Mittlerweile kommen schon ganze Generationen in meine Stücke. Ich mache das ja mittlerweile schon seit 20 Jahren.

Für wen ist das Musical geeignet?

Für jeden, der bereit ist, sich auf seine Vorstellungskraft einzulassen.

Mit welchen Gefühlen gehen Sie in die Premiere?

Es gibt einen großen Erfolgsdruck. Wir sind das erste lizensierte deutschsprachige Peter Pan-Musical und die Zuschauer erwarten etwas. Ich werde das Publikum aber nicht erschlagen, wie es bei großen Musicalproduktionen üblich ist, sondern es gibt sehr viel Raum für Fantasie, für die eigenen Träume - jeder soll in unserer Show sein Nimmerland erschaffen.
Theater:
Schmidt-Theater
Hamburg

Telefon: 040-31 77 88 99

http://www.tivoli.de

Premiere: Dienstag, 06.05.2008
Folgetermine: Mittwoch, 07.05.2008, Donnerstag, 08.05.2008, Freitag, 09.05.2008

diesen Beitrag downloaden
Museum
Der Mann, der die Welt erleuchtete
Emil Noldes "Land am Meer"
Die SS Cimbria - eine deutsche Titantic
Gegen Diktatur
"Karl Valentin. Filmpionier und Medienhandwerker"
Geschichtenbilder
Neues Flaggschiff für die Westküste
Literatur
Starke Frauen in scheinbar ausweglosen Situationen
Hellmuth Karasek liest Wilhelm Busch
„Wo kann ich am besten eine Leiche verschwinden lassen“
Ein Schuss, ein Schrei - das Meiste von Karl May
Träume vom verlorenen Paradies
Musik
Neues Image fürs Akkordeon - Interview mit Martynas Levickis
„Musik ist Emotion“
Jazz lebt von Veränderung
Liederabend mit dem Bassbariton Thomas Tatzl in Glückstadt
Wunderkind wider Willen
Deichbrand 2013 – Sonne, Staub und Rooooooomy
„Brahms hätte das gefallen“
Smoke on the Kuhweide
„Brahms ist ein Gigant“ - Interview mit dem Star-Cellisten David Geringas
Rock am Ring 2012
"Jazz ist das innere Feuer, das in mir brennt"
Wunderkind wider Willen
Die Königin der Blockflöte zu Gast in Heide
Die Meisterin der Saiten
„Ich wollte einfach lauter sein“
Das (Fräulein) Wunder von Oslo
Mit dem Kontrabass um die Welt
„Barock ist fetzig und revolutionär“
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
Von Helden, Schurken und Schönheiten der Leinwand
Mit Harfe und Flöte das neue Jahr begrüßen
Soulmusik mit der Extraportion Jazz
Die Königin des Akkordeons sucht die Intimität des Trios
"...dass nichts bleibt wie es war."
"Liebe auf den ersten Griff"
„Kreuzung zwischen Horn und Trompete“
Detektive in Sachen Musikgeschichte
„Ich würde einen Liederabend nie in einem Stadion geben“
Zwei "Meistersinger" beim Schleswig-Holstein Musik Festival
Primadonna Assoluta der Klarinette
Die Oboe in all' ihren Facetten
Keine Angst vor zeitgenössischer Musik
Wie klingt Heimat?
Sieg der Poesie über die Barberei
Der Sound Berlins
"Musik ist meine Identität"
„Dieser Moment hat mich energetisch überzeugt“
JazzBaltica Förderpreis an LandesJugendJazzOrchester
Ein Festival für die "Königin der Instrumente"
Furiose Solisten in furiosen Konzerten
JazzBaltica startet "Bigband Battle"
"Wir brennen für die gleiche Sache"
Norddeutscher Kulturpreis für "Piano meets Vibes"
Norwegens melancholische Stimme
Atemberaubende Vokaltechnik - Swingle Singers in Symphony
Traditionelle skandinavische Volksmusik zwischen Beatbox und Jazz
"Die Musik ist meine Berufung"
The Harlem Gospel Singers auf großer Deutschland-Tour
Weihnachtliches A Capella Konzert in Heide
Schwedische Weihnacht'
God Jul
Wohlklänge zum 1. Advent
Solopiano der Sonderklasse
"Dream A Little Dream"
Familienfest der Musikstile
Copacabana im hohen Norden
Musik als Friedensmission
Weltmusik OpenAir in Meldorf
Die wirklich wahren Wahrheiten über den Klassikbetrieb
Königin der Blockflöte
Die "Grande Dame" der russischen Klavierschule
Der Sound von Moskau
Der Aristokrat auf der Violine
Orchester der Stimmen
Ein Hauch von Hollywood -Vokalikonen The Manhattan Transfer im Schuppen 52
Das Klavierspielen ist wie eine Droge für mich
„Der Brahmspreis ist eine Bestätigung unserer Arbeit“
"Die Geige war für mich wie ein Spielzeug"
Weltumspannende Panoramawanderung mit Bobby McFerrin und der NDR Bigband
Milla Kay: Die Gesangsentdeckung des Jahres
Jazz Baltica Förderpreis an Firomanum
Virtuoses Tastenspiel beendet diesjährige Brahmswochen
Saxophon gibt den Ton an
100 Jahre Laeiszhalle
Frischer Akustikjazz
Der Grandseigneur des Cello
Druckvoller Jazz und anrührende Balladen
Auf den musikalischen Spuren von Johannes Brahms
Ein neuer Akzent in der deutschen Jazzszene
"Ich denke nur Musik"
Russisch gestimmt - Dithmarscher SHMF Konzerte
Vierte folkBALTICA widmet sich estnischer Volksmusiktraditon
Glanzvolle Auferstehung einer unvergessenen Musik-Legende
Tiefe Töne und hohe Qualität
Wer ist eigentlich Adeline?
Raviolidosen, ausufernde Kadenzen und Hyperventilationen
Rock mit Freunde
Norwegens melancholische Stimme
Tribut an die Erfinder der Popkultur
Nils Landgren - Grenzgänger der Genres
Elektrisierender Jazz
Die Kraft der Musik
Brahmspreis 2008 an Simone Young
Atelierkonzert mit dem „Ensemble du Verre“
„Sobald Musik erklingt, erklingt Hoffnung“
Klang-Magier
Budapest Sounds mit Yonderboi
Gypsy Night
Die Chorschmiede
Der Meister des Mundstücks
Geistliche Momente
Die wilden 13
Open Air Sommer-Weltmusik-Fest
Königliche Goldkehlchen
Gentlemen des Gesangs: Die King's Singers feiern Jubiläum beim SHMF
Moderation als Kunstform
JazzBaltica 2007
Eigene Akzente jenseits der afro-amerikanischen Trampelpfade
Musik für den Bauch
"Mach dein Ding!"
Brahmspreis an Bariton Thomas Quasthoff
 
   
  ImpressumKontakt