Kultur
Lifestyle
Touristik
Medien
Referenzen
Archiv
"Der fliegende Holsteiner"



Er ist auf den Opernbühnen dieser Welt zuhause und seit drei Jahren in Folge in Bayreuth engagiert, doch in seinem Heimat-Bundesland kennen ihn nur eingefleischte Fans und Kenner: den Holsteiner Tenor Klaus Florian Vogt. Im letzten Jahr erhielt der Sänger den Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein, nun kehrt er zurück in den Norden. Am Sonntag feierte Vogt in der Wiederaufnahme von Wagners "Lohengrin" in der Inszenierung von Peter Konwitschny als Schwanenritter sein Rollendebüt an „seiner“ Hamburger Staatsoper.
Der „Lohengrin“ führt den sympathischen Sänger zurück an die Stätte, wo seine Karriere begann. Damals allerdings noch als Hornist am Philharmonischen Staatsorchester. Durch einen Zufall probierte es der Musiker, der als Kind im heimischen Kirchenchor in Heide eher widerwillig mitwirkte, mit dem Gesang. Unterstützung bekam er dabei von seiner Ehefrau, einer ausgebildeten Sängerin. Beim gemeinsamen Duett auf einer Familienfeier entschied sie: „Du bist ein Tenor!“. Als dann noch ein Stimmlehrer bestätigte, dass eine Gesangsausbildung nicht abwegig sei, kam eins zum anderen. „Ich bin regelmäßig zum Unterricht gegangen und habe anschließend eine Aufnahmeprüfung gemacht. Neben dem Hornjob habe ich dann noch Gesang studiert“, erinnert sich der Holsteiner. Vogt ging ins Engagement an Schleswig-Holsteinische Landestheater, und schon bald wusste er: Das macht wahnsinnig viel Spaß. Fünf Jahre lang reifte er noch im Ensemble der Oper Dresden zum Sängerdarsteller heran, seit 2003 singt er frei. Seither hat er sich weltweit mit Wagner-Partien einen Namen gemacht. Wie schnell wird man da als Heldentenor abgestempelt? „Es ist schon so, dass man schnell in eine bestimmte Schublade gesteckt wird. Aber ich fühle mich nicht abgestempelt, sondern bin sehr froh über das Fach und die Partien, die ich bedienen kann“ widerspricht Vogt. „Sicherlich gibt es Schlimmeres als als Wagner-Sänger abgestempelt zu sein; trotzdem halte ich es für wichtig, auch andere Partien anzubieten, über den Tellerrand zu gucken und nicht immer im gleichen Fahrwasser herumzudümpeln. Auch für die Stimme ist es gesund, mal anderen Anforderungen ausgesetzt zu sein.“ Beispiele wie Sängerkollege Rolando Villazon, der seine Stimme zu früh zu sehr verausgabt hat, habe er dabei immer vor Augen. Daher verordnet er sich regelmässige Pausen und Erholungsphasen in seiner Heimat hinterm Deich in Brunsbüttel, wo Frau und vier Söhne im Alter zwischen zwei und 16 Jahren auf ihn warten. „Meine Familie, die ja meinen unsteten Lebenswandel mittragen muss, gibt mir viel Halt“, ist Vogt sich sicher. Diese Bodenhaftung gibt er höchstens mal auf für eine Spritztour auf der Harley oder mit dem einmotorigen Privatflieger. „Die Fliegerei ist ein Kindheitstraum von mir. Ich habe eigentlich nur gewartet, bis ich das erste Geld zusammen hatte, um den Flugschein zu machen. Seitdem fliege ich und es ist tatsächlich so, dass man seine Sorgen am Boden lässt und vollkommen ausspannen kann. Die schönsten Flüge sind es, wenn man bei gutem Wetter das Flugzeug auch als Verkehrsmittel zu Auftritten nutzen kann.“ Von Kollegen wird er daher gern scherzhaft als „fliegender Holsteiner“ bezeichnet.

Zur Person:
Klaus Florian Vogt wurde in Heide/Holstein geboren, studierte zunächst Horn an den Musikhochschulen in Hannover und Hamburg und war nach seiner Diplomprüfung neun Jahre als Hornist im Philharmonischen Staatsorchester Hamburg engagiert. Währenddessen studierte er Gesang an der Musikhochschule in Lübeck und erhielt 1997 sein erstes Engagement in Flensburg. Von 1998 bis 2003 war er Ensemblemitglied der Dresdner Semperoper, wo er Partien wie Tamino (Die Zauberflöte) und Jeník (Die verkaufte Braut) sang. Seit 2003 ist der Dithmarscher als freischaffender Künstler tätig und gastierte seitdem in Hamburg, Dresden, Brüssel, Antwerpen, Amsterdam und Köln mit dramatischeren Partien wie Lohengrin, Parsifal, Erik (Der fliegende Holländer), Stolzing (Die Meistersinger von Nürnberg), Florestan (Fidelio), Paul (Die tote Stadt) und Hoffmann (Les Contes d’Hoffmann). Im Mai 2006 erfolgte sein Amerika-Debüt als Lohengrin an der Metropolitan Opera New York unter der Leitung von James Levine. Mit dieser Partie war er auch in einer Neuinszenierung von Nikolaus Lehnhoff in Baden-Baden unter Kent Nagano zu erleben. Klaus Maria Brandauer holte den Sänger anschließend für seine Neuinszenierung des „Lohengrin“ für die Titelpartie an die Kölner Oper.
Als Walther von Stolzing in „Die Meistersinger von Nürnberg“ wurde Vogt an der Hamburger Staatsoper, am Theater Genf und schließlich bei den Bayreuther Festspielen umjubelt, wo er die Partie auch in diesem Sommer übernahm. Im November 2008 erhielt der Tenor den mit 20.000 Euro dotierten Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein in Anerkennung hervorragender Leistungen.

Theater:
Hamburgische Staatsoper
Hamburg

Telefon: 040-356868

http://www.staatsoper-hamburg.de

Premiere: Sonntag, 13.09.2009
Folgetermine: Sonntag, 20.09.2009, Sonntag, 27.09.2009, Sonntag, 04.10.2009

diesen Beitrag downloaden
Museum
Der Mann, der die Welt erleuchtete
Emil Noldes "Land am Meer"
Die SS Cimbria - eine deutsche Titantic
Gegen Diktatur
"Karl Valentin. Filmpionier und Medienhandwerker"
Geschichtenbilder
Neues Flaggschiff für die Westküste
Literatur
Starke Frauen in scheinbar ausweglosen Situationen
Hellmuth Karasek liest Wilhelm Busch
„Wo kann ich am besten eine Leiche verschwinden lassen“
Ein Schuss, ein Schrei - das Meiste von Karl May
Träume vom verlorenen Paradies
Musik
Neues Image fürs Akkordeon - Interview mit Martynas Levickis
„Musik ist Emotion“
Jazz lebt von Veränderung
Liederabend mit dem Bassbariton Thomas Tatzl in Glückstadt
Wunderkind wider Willen
Deichbrand 2013 – Sonne, Staub und Rooooooomy
„Brahms hätte das gefallen“
Smoke on the Kuhweide
„Brahms ist ein Gigant“ - Interview mit dem Star-Cellisten David Geringas
Rock am Ring 2012
"Jazz ist das innere Feuer, das in mir brennt"
Wunderkind wider Willen
Die Königin der Blockflöte zu Gast in Heide
Die Meisterin der Saiten
„Ich wollte einfach lauter sein“
Das (Fräulein) Wunder von Oslo
Mit dem Kontrabass um die Welt
„Barock ist fetzig und revolutionär“
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
Von Helden, Schurken und Schönheiten der Leinwand
Mit Harfe und Flöte das neue Jahr begrüßen
Soulmusik mit der Extraportion Jazz
Die Königin des Akkordeons sucht die Intimität des Trios
"...dass nichts bleibt wie es war."
"Liebe auf den ersten Griff"
„Kreuzung zwischen Horn und Trompete“
Detektive in Sachen Musikgeschichte
„Ich würde einen Liederabend nie in einem Stadion geben“
Zwei "Meistersinger" beim Schleswig-Holstein Musik Festival
Primadonna Assoluta der Klarinette
Die Oboe in all' ihren Facetten
Keine Angst vor zeitgenössischer Musik
Wie klingt Heimat?
Sieg der Poesie über die Barberei
Der Sound Berlins
"Musik ist meine Identität"
„Dieser Moment hat mich energetisch überzeugt“
JazzBaltica Förderpreis an LandesJugendJazzOrchester
Ein Festival für die "Königin der Instrumente"
Furiose Solisten in furiosen Konzerten
JazzBaltica startet "Bigband Battle"
"Wir brennen für die gleiche Sache"
Norddeutscher Kulturpreis für "Piano meets Vibes"
Norwegens melancholische Stimme
Atemberaubende Vokaltechnik - Swingle Singers in Symphony
Traditionelle skandinavische Volksmusik zwischen Beatbox und Jazz
"Die Musik ist meine Berufung"
The Harlem Gospel Singers auf großer Deutschland-Tour
Weihnachtliches A Capella Konzert in Heide
Schwedische Weihnacht'
God Jul
Wohlklänge zum 1. Advent
Solopiano der Sonderklasse
"Dream A Little Dream"
Familienfest der Musikstile
Copacabana im hohen Norden
Musik als Friedensmission
Weltmusik OpenAir in Meldorf
Die wirklich wahren Wahrheiten über den Klassikbetrieb
Königin der Blockflöte
Die "Grande Dame" der russischen Klavierschule
Der Sound von Moskau
Der Aristokrat auf der Violine
Orchester der Stimmen
Ein Hauch von Hollywood -Vokalikonen The Manhattan Transfer im Schuppen 52
Das Klavierspielen ist wie eine Droge für mich
„Der Brahmspreis ist eine Bestätigung unserer Arbeit“
"Die Geige war für mich wie ein Spielzeug"
Weltumspannende Panoramawanderung mit Bobby McFerrin und der NDR Bigband
Milla Kay: Die Gesangsentdeckung des Jahres
Jazz Baltica Förderpreis an Firomanum
Virtuoses Tastenspiel beendet diesjährige Brahmswochen
Saxophon gibt den Ton an
100 Jahre Laeiszhalle
Frischer Akustikjazz
Der Grandseigneur des Cello
Druckvoller Jazz und anrührende Balladen
Auf den musikalischen Spuren von Johannes Brahms
Ein neuer Akzent in der deutschen Jazzszene
"Ich denke nur Musik"
Russisch gestimmt - Dithmarscher SHMF Konzerte
Vierte folkBALTICA widmet sich estnischer Volksmusiktraditon
Glanzvolle Auferstehung einer unvergessenen Musik-Legende
Tiefe Töne und hohe Qualität
Wer ist eigentlich Adeline?
Raviolidosen, ausufernde Kadenzen und Hyperventilationen
Rock mit Freunde
Norwegens melancholische Stimme
Tribut an die Erfinder der Popkultur
Nils Landgren - Grenzgänger der Genres
Elektrisierender Jazz
Die Kraft der Musik
Brahmspreis 2008 an Simone Young
Atelierkonzert mit dem „Ensemble du Verre“
„Sobald Musik erklingt, erklingt Hoffnung“
Klang-Magier
Budapest Sounds mit Yonderboi
Gypsy Night
Die Chorschmiede
Der Meister des Mundstücks
Geistliche Momente
Die wilden 13
Open Air Sommer-Weltmusik-Fest
Königliche Goldkehlchen
Gentlemen des Gesangs: Die King's Singers feiern Jubiläum beim SHMF
Moderation als Kunstform
JazzBaltica 2007
Eigene Akzente jenseits der afro-amerikanischen Trampelpfade
Musik für den Bauch
"Mach dein Ding!"
Brahmspreis an Bariton Thomas Quasthoff
 
   
  ImpressumKontakt