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UTE LEMPER MIT NEUEM ALBUM AUF TOURNEE



Die New York Times bezeichnete sie einst als den "heißesten deutschen Import seit dem Volkswagen". Seit 1998 lebt der Weltstar aus dem Münsterland mit ihren drei Kindern und ihrem Partner, dem Produzenten und Perkussionisten Todd Turkisher, in New York. Nach dem Abitur studierte Ute Lemper Schauspiel am Wiener Max Reinhardt-Seminar; 1983 engagierte Peter Weck sie für "Cats" - Start einer Weltkarriere. Für die Erfolge in Musical-Rollen und als Interpretin von Kurt-Weill-Chansons wurde sie mit dem Pariser Theaterpreis "Molière" und später mit dem britischen "Laurence-Olivier-Award" ausgezeichnet. Anfang der Neunziger erlitt ihre Karriere in Deutschland einen nachhaltigen Dämpfer, als sie für die Rolle der Lola in einem Remake des "Blauen Engels" heftig verrissen wurde. Trotz aller Kritik widmet sich Ute Lemper seit nunmehr 30 Jahren voller Leidenschaft der Kunst.
Zum ersten Mal seit 2002 ist sie nun wieder auf großer Deutschlandtournee - gemeinsam mit ihrer Band wechselt sie in ihren neuen Songs aus dem aktuellen Album "Between Yesterday and Tomorrow" problemlos zwischen Welt- und Pop-Musik, streift Jazz und Funk. DER KULTURONKEL sprach mit dem Weltstar.

„Die Lieder von Kurt Weill sowie das französische und europäische Chanson-Gut, versehen mit einer zeitgenössischen Dimension...“ - so haben Sie selbst einmal das Konzept beschrieben, mit dem Sie seit über 30 Jahren weltweit unterwegs werden. Wie kam es zu dieser Faszination?

Damals wuchs ich auf in Deutschland, war interessiert an Theater und Musik. Auf der einen Seite war mir das Musical fremd, als eine amerikanische Form von Musiktheater, obwohl ich natürlich viele Sachen liebte, aber ich suchte nach einem deutschen Repertoire. Ich war sehr jung, als ich zum ersten Mal die Lieder gehört habe von Brecht und Weill, und ich fand sie unheimlich anarchisch, frisch, intellektuell, provozierend und musikalisch auch sehr befriedigend - einfach schöne und wunderbare Kompositionen. Heute gibt es kaum ein Lied von Brecht und Weill, das ich nicht gesungen habe. Später, als ich in Paris gelebt habe, bin ich dann ins französische Chanson eingetaucht und habe versucht, es erst einmal zu empfinden, denn es ist ein ganz anderes Genre, eine ganz andere Sensibilität. Es hat mich dann einige Jahre gekostet, bis ich das wirklich voll verstanden habe - die Poesie und die Literatur im Lied - und dann ging es weiter in andere Repertoires. Meine künstlerische Entwicklung hat viele Stationen.

Ihre aktuelle CD "Between Yesterday and Tomorrow" sticht zum ersten Mal aus Ihrer über 23 Alben starken Diskografie heraus, denn alle Songs stammen aus Ihrer eigenen Feder. Wie ist es zu diesem Projekt gekommen?

Ich singe ja schon seit dem Album „Punishing Songs“ aus dem Jahr 2000 auch zeitgenössische Stücke. Mit Liedern von Tom Waits, Elvis Costello, Nick Cave und Scott Walker habe ich ganz klar eine neue Richtung eingeschlagen. Das Album hat mich inspiriert aus dem historischen Chanson-Repertoire auszubrechen, mich ans Klavier zu setzen und eigene Songs zu schreiben. Damit konnte ich mich besser identifizieren.
Die Texte schwirrten schon immer in meinem Kopf herum aus Tausenden von Tagebüchern, Notizen, Fragmenten, Gedichten. Und plötzlich war dann ein Fundus an Liedern da. Teilweise sind die Stücke autobiografisch, teilweise episch und beschreibend, fast cinematisch, wenn sie Momente von Städten oder historischen Ereignisse wiedergeben. Sie ziehen fast wie eine musikalische und poetische Landschaft an mir vorüber.


Sicherlich hätten Sie hunderte Geschichten erzählen können; warum ausgerechnet diese elf?

Das ist eher ein Zufall. Diese Stücke sind musikalisch einfach zusammengewachsen und haben mir am besten gefallen, als klar war, dass die Platte ein Konzeptalbum wird mit einer Reise durch die Welt und durch die Zeit. Deswegen auch der Titel „Between Yesterday und Tomorrow“ - zwischen gestern und morgen.

Wohin geht die Reise musikalisch?

Es ist auf jeden Fall nicht theatralisch und hat wenig zu tun mit meinen Chanson-Programmen. Man hört vielmehr eine musikalische Landschaft mit Einflüssen aus dem Jazz und Blues sowie Fragmenten von Groove. Natürlich bin ich stark beeinflusst durch die Musik, die ich in meiner Teenagerzeit gehört habe: Pink Floyd, Joni Michell, Bruce Springsteen, Al Jarreau und Billy Joel; das steckte wohl auch in meinem musikalischen Geschmack drin und in meinem Klaiverspiel; in der Art, wie die Lieder harmonisch definiert sind. Aber auch klassische Musik schlägt durch - inspiriert von Ravel, Debussy und Schönberg.

Sie haben das Album zusammen mit Ihrem Lebenspartner Todd Turkisher produziert, der während der Tournee auch am Schlagzeug sitzt. Wo bleiben währenddessen Ihre Kinder? Nutzen Sie die Gelegenheit, den dreien Ihre „alte Heimat“ zu zeigen?

Die Kinder können leider nicht alle drei mitkommen. Die älteren, Max und Stella, sind in der Schule und müssen die zwei Wochen in New York bleiben. Aber die beiden kennen das ja, wenn Mamma auf Tour geht. Aber der Zweijährige kommt mit.

Wie definieren Sie den Begriff „Heimat“ für sich selbst?

Heimat ist immer so ein wehmütiger Begriff. Ich war ja schon immer ein Weltenbummler und daher ist Heimat in mir drin, ist meine Familie. Seit dem Abitur ziehe ich durch die Welt und bin ein Vagabund - so liebe ich es.

In Deutschland wurde Ihre Karriere in den Medien nicht immer wohlwollend begleitet. Mit welchem Gefühl gehen Sie auf Deutschland-Tournee?

Ich habe ja nie aufgehört, in Deutschland aufzutreten - egal, wie kalt oder warm die Stimmung im Lande war. Das hat mich nie beeinflusst. Das Publikum hat mich ja fast immer positiv aufgenommen. Es waren eher die Meinungsmacher, die mal gut oder mal schlecht kritisierten.

Geht man im Laufe der Karriere souveräner mit Kritik um?

Ich lese das Meiste gar nicht. Aber egal, ob die Kritiken gut oder schlecht sind - ich komme nach Deutschland zurück, die nächsten Konzerte sind gebucht. Es ist aber schon vorteilhaft, nicht hier zu leben und sich laufend mit der Kritik auseinander setzen zu müssen, sondern einfach von Land zu Land zu ziehen und dann nach New York, in das Zentrum von geistiger Freiheit, zurückzukommen.

Sie werden am 4. Juli 45 Jahre alt. Gibt es eine Lebensplanung für das vierte Jahrzehnt?

Meine Zwanziger Jahre waren ganz klar meine Wanderjahre: wild und verrückt, teilweise einsam und durstig nach Liebe und Leben. Wie ein Paradiesvogel bin ich da von einer Welt in die andere geflogen. In meinen Dreißigern habe ich die Kinder bekommen und meine Prioritäten haben sich verändert. Ich habe es geliebt in einer kleinen Familie zu leben und mich um die Kinder zu kümmern. Ihr Lachen, das Verrücktsein zu erleben und diese unbändige Liebe. Das war eine ganz andere Dimension und ich war froh, dass ich mich selbst aus dem Zentrum meines Lebens wegkatapuliert hatte und wirklich den Kindern die volle Aufmerksamkeit geben konnte. Heute habe ich das Glück, dass ich immer spezifischer werden kann in der Auswahl meiner Projekte. Ich lasse mich nicht mehr in Situationen manövrieren, in denen ich mich unwohl fühle. Die Schwerpunkte werden immer klarer und ich versuche mir das Leben so einzurichten, dass ich frei leben kann. So wenig wie möglich Stress und Druck. Dadurch wird alles relaxter. Falten hin, Falten her – solange man glüklich ist, macht das alles nichts aus.

UTE LEMPER
Between Yesterday and Tomorrow 2008

05.05.08 Lübeck - Musik- und Kongresshalle
06.05.08 Hamburg - Laeiszhalle Musikhalle
07.05.08 Berlin - Admiralspalast
Theater:
Musik- und Kongresshalle
Lübeck

Telefon: 01805 - 62 62 80 (14ct/min aus dem deutschen Festnetz)

http://www.utelemper.com
http://www.karsten-jahnke.de

Premiere: Montag, 05.05.2008
Folgetermine: Dienstag, 06.05.2008, Mittwoch, 07.05.2008, Donnerstag, 30.11.0

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