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Public Viewing mit Bio



Sein Gesicht kennt jeder. Seine Leidenschaft für gute Gespräche, gutes Essen und guten Wein auch. Alfred Biolek war als Talkmaster jahrzehntelang ständig präsent im deutschen Fernsehen. Nun hat er sich vom Bildschirm zurückgezogen. Doch der sympathische Herr mit der runden Brille kann\'s nicht lassen. Nach über vier Jahrzehnten in der deutschen TV-Unterhaltung geht Alfred Biolek auf die Bühne und erzählt dem Theaterpublikum seine Geschichte. DER KULTURONKEL sprach mit dem Allround-Talent über das Bühnenprogramm „Mein Theater mit dem Fernsehen“.

Herr Biolek, den meisten sind Sie natürlich als Talkmaster aus dem Fernsehen bekannt, aber wenn man sich ihre Vita anschaut, dann sieht man, dass das nur ein kleiner Teil von Alfred Biolek ist. Sie sind so vieles: Jurist, Produzent, Professor, UN-Botschafter. Wie kam es, dass sie so viele unterschiedliche Dinge gemacht haben?

Alfred Biolek: Das hat sich einfach im Laufe der Jahre ergeben. Ich bin ja immerhin schon 72. Eigentlich war aber alles ein sehr konsequenter Weg. Ich habe erst Jura studiert, sehr ernsthaft und erfolgreich. Parallel dazu habe ich Studentenkabarett gemacht. Ich habe immer versucht, das Seriöse, wenn Sie so wollen, zu betreiben und dem auch einen hohen Stellenwert zu zuschreiben, aber gleichzeitig meiner Neigung nachzugehen. Diese Neigung war eben auf der Bühne zu stehen, im Mittelpunkt, ein Publikum zu unterhalten. Und das habe ich konsequent gemacht und bin dann, anstatt die Praxis meines Vaters zu übernehmen, auch eher intuitiv zum ZDF gegangen, zwar erst in die Rechtsabteilung, aber immerhin zum Fernsehen. Da war schon dieses Gefühl: ich möchte gerne mal selbst Programm machen. Und ich hab\'s auch tatsächlich schon nach wenigen Monaten ins Programm geschafft, habe da \"Tipps für Autofahrer\", \"Drehscheibe\" gemacht, also schon seriöse Information mit Unterhaltselementen. Dann bin ich stellvertretender Unterhaltungschef geworden und bin dann zur Bavaria. Dort habe ich mehrere Jahre produziert. Insgesamt acht Jahre war ich also Produzent, aber auch das war, wenn Sie so wollen, sehr konsequent, denn ich habe später, als ich selbst auf dem Schirm war, natürlich sehr davon profitiert. Dadurch, dass ich wusste, wie man das macht. Ich war auch als Produzent sehr erfolgreich und habe in der Zeit eben das Produzieren, das Machen von Sendungen gelernt, und konnte dadurch später auf die Sendungen, die ich selbst moderiert habe, großen Einfluss nehmen. Wie sie vorbereitet werden, wer eingeladen wird, wie das auszusehen hat. Es waren verschiedene Dinge sehr konsequent und immer eins nach dem anderen.

Mit dem Fernsehen haben Sie nun vor einiger Zeit aufgehört, aber jetzt fängt das Theater erst an. Was passiert in Ihrem Bühnenprogramm „Mein Theater mit dem Fernsehen“?

Alfred Biolek: Ich mache etwas, was man seit der Fußball-Weltmeisterschaft „Public Viewing“ nennt. Ich habe eine große Leinwand und zeige Ausschnitte aus meinen 43 Jahren Fernseherfahrung. Das beginnt mit der allerersten Sendung, ich erzähle dann von Monty Python, die ich nach Deutschland geholt, und Rudi Carrell, den ich entdeckt habe, und meinen eigenen Sendungen. Dazwischen gibt es immer wieder Ausschnitte aus den verschiedenen Fernsehshows, ich erzähle Geschichten dazu und führe Gespräche. Seit Herbst mache ich diese Bühnentour und bisher war das alles sehr, sehr erfolgreich.

Können Sie im Rückblick sagen, was Sie am liebsten gemacht haben?

Alfred Biolek: Nein. Jede Sendung zu ihrer Zeit und jede auf ihre Art. Natürlich war „Bios Bahnhof“ ein Highlight mit all den großen Stars. Aber „Boulevard Bio“ auch. Und letztlich „Alfredissimo“ auch. Wissen Sie: jede Sendung war immer die wichtigste.

Auf dem Bildschirm haben Sie dem Publikum immer ein sehr entspanntes Verhältnis von sich vermittelt. Auf der Bühne gibt es nun – vielleicht zum ersten Mal – auch kurze Einblicke in Ihr Seelen- und Privatleben, beispielsweise wenn Sie demonstrieren, wie Sie mit Kritiken umgegangen sind, indem Sie sich einen Kopfhörer aufsetzen, wenn die TOP 10 der schärfsten Kritiken vorgelesen werden.

Alfred Biolek: Ich habe sehr bald aufgehört, Kritiken zu lesen. Natürlich wusste ich durch mein Team immer genau bescheid, aber ich wollte mich weder durch die negativen Kritiken demoralisieren lassen, noch durch die guten euphorisieren. Ich bin schon sehr heftig kritisiert worden, auch wenn sich im Mittel gute und schlechte Kritiken die Waage gehalten haben. Im Grunde kann man sagen: im Laufe meiner Karriere habe ich beim Publikum immer große Zustimmung erhalten, bei den Kritikern überwiegend Ablehnung.

Sehr charmant und ehrlich finde ich Ihre Antwort auf die typischen Journalisten-Frage: „Sind Sie eitel?“

Alfred Biolek: Darauf antworte ich immer: \'Haben Sie einen Sportler schon mal gefragt, ob er sportlich ist?\' Natürlich ist man eitel, sonst würde man so einen Beruf nicht wählen. Auf der Bühne zu stehen, im Mittelpunkt stehen zu wollen, Leute versuchen zu begeistern, Applaus zu kriegen – das alles hat natürlich mit Eitelkeit zu tun. Das ist doch ganz normal und überhaupt nicht verwerflich. Es ist ja keine körperliche Eitelkeit, bei der man morgens in den Spiegel schaut, sieht eine Falte und meint, man muss sich liften lassen. Es ist eher eine psychologische Eitelkeit, die jeder Schauspieler und Entertainmer braucht.

In einem Interview haben Sie mal gesagt: \'Im heutigen Fernsehen hätte ich es nicht geschafft.“ Was ist heute anders als damals?

Alfred Biolek: Heute muss man erstmal ein Beau sein, man muss möglichst jung sein und man muss austauschbar sein. Ich finde, dass heute alle total beliebig sind und niemand mehr zu stark seine eigene Persönlichkeit durchsetzen darf. Man muss angepasst sein. Ich erzähle dazu in meiner Bühnenshow immer eine Geschichte über die Hummel. Es gibt hochwissenschaftliche und seriöse Untersuchungen, ob die Hummel fliegen kann. Und alle Institutionen haben bewiesen, dass dieses Insekt aus aerodynamischen Gründen nicht fliegen kann. Aber die Hummel weiß das nicht und fliegt trotzdem. Und so bin ich auch.

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