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Neue Konzertsaison am Schleswig-Holsteinischen Landestheater



Seit Beginn der Spielzeit 2007/2008 ist der Este Mihkel Kütson Generalmusikdirektor des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters. Hinter ihm liegt eine erfolgreiche Konzertsaison und auch wenn die aktuellen Zahlen noch nicht vorliegen, kann Generalintendant Michael Grosse eine große Neugierde nach den Konzerten feststellen, seit der 37jährige das Sinfonieorchester führt. Gerade ist mit Haydns „Schöpfung“ das letzte Konzert fulminant verklungen, da legt der GMD bereits ein neues Jahresprogramm vor, das eindeutig seine Handschrift trägt. DER KULTURONKEL spracht mit dem Dirigenten.

Herr Kütson, Ihre erste Saison als Generalmusikdirektor am Schleswig-Holsteinischen Landestheater geht allmählich zuende. Wie haben Sie die zurückliegenden Monate empfunden und haben Sie bereits ein musikalisches Heimatgefühl in unserem Bundesland entwickelt?

Ich fühle mich sehr wohl hier im Norden. Die Zusammenarbeit mit den Musikern war sehr angenehm und auch das Publikum hat mich sehr herzlich aufgenommen. Die Reaktionen bei unseren Konzerten waren stets positiv und das ist natürlich das beste Lob für mich und das Orchester. Dieses große Interesse hat mich ermutigt, auch für die nächste Spielzeit ein abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen.

Das liegt jetzt auch in gedruckter Form vor. Gibt es einen roten Faden durch die acht Sinfoniekonzerte?

Im gewissen Sinne schon, auch wenn ich es nicht so plakativ in den Vordergrund stellen wollte. Aber die Konzertreihe könnte unter dem Motto „...als lebten die Engel auf Erden“ stehen. Das klingt natürlich wie ein romantisches Motiv, aber spiegelt sich auch tatsächlich in der Musik wider. In allen Konzerten ist eine gewisse Sehnsucht nach Liebe, Verlust und nach Heimat zu spüren. Auch die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits spielen eine Rolle. Ich hoffe, dass der Zuhörer eine gewisse Handschrift darin entdeckt. Das wäre für mich die schönste Belohnung.

Können Sie diesen roten Faden an drei Konzerten exemplarisch erläutern?

Das 1. Sinfoniekonzert mit Mili Balakirews „Tamara“ ist eine sinfonische Dichtung nach einem Gedicht von Michail Lermontow. Das Bedürfnis nach Liebe in der märchenhaften Textvorlage ist wunderbar musikalisch übersetzt in orchestralen Farben. Gepaart wir das Stück mit Tschaikowskis „Winterträume“, in denen während des grauen Herbstes auch eine Sehnsuchts nach reinem Winterwetter mitschwingt.
Im 3. Sinfoniekonzert steht die tragische Liebe zwischen Johannes Brahms und Clara Schumann im Mittelpunkt. Neben Brahms 2. Sinfoniekonzert D-Dur op.73 und Clara Schumanns Klavierkonzert a-Moll op.7 werden wir auch Detlev Glanerts Bearbeitung der „Vier ernsten Gesänge“ spielen, die Brahms kurz nach Claras Tod uraufgeführt hat. Das ist das einzige Konzert, das ich betitelt habe, und zwar mit der Schlussformel, mit der Brahms seine Briefe an die verehrte Komponistenfreundin immer beendete: „In Liebe, Ihr Johannes Brahms“. Darin spürt man förmlich die Sehnsucht nach Nähe und Liebe zwischen den beiden.
Und schließlich das Konzert für Orchester von Béla Bartók, das er im Exil geschrieben hat, zusammen mit der „Ruralia Hungarica“ von Ernst von Dohnányi, der musikalischen Antwort auf Vorwürfe seiner Landsleute, er wäre nicht ungarisch genug, sowie Haydns „Trauersinfonie“, entstanden vermutlich 1771, als Haydn beim Fürsten Esterházy angestellt war und von der Welt abgesondert (nämlich in ländlichen Gebieten in Ungarn, Anm. d. Red.) fleißig über 100 Sinfonien komponierte.
Wenn man also etwas genauer hinschaut, findet man in jedem Konzert genügend Hinweise, warum gerade diese Stücke zusammengestellt wurden.


Man darf sich in der kommenden Saison aber nicht nur auf ein attraktives Programme freuen, sondern auch auf Gaststars auf dem Sprung zur ganz großen Karriere. Wo haben Sie die Elite von morgen gefunden?

Ich bin froh, dass wir so hochkarätige Solisten engagieren konnten wie beispielsweise die Pianistin Evgenia Rubinova, die gerade ihre Debüt-CD bei EMI veröffentlicht hat und dafür international von der Fachpresse beste Kritiken erhalten hat. Sie zählt heute zu den beeindruckendsten Musikerpersönlichkeiten der jungen Generation und spielte bereits mit so bedeutenden Orchestern wie dem London Philharmonic Orchestra, den Berliner Symphonikern und dem Wiener Kammerorchester. Sie pflegt auf eine gewisse Art romantische Musik zu spielen, die mir sehr imponiert.
Oder Linus Roth, ein junger Geiger aus Deutschland, der eine sehr eigene Art zu spielen hat und bereits mit Dirigenten wie Frank Beermann und Andrej Boreyko zusammenarbeitete. 2006 erhielt er von der Deutschen Phono-Akademie den Titel „Bester Nachwuchskünstler 2006“. Auch der Bratschist Maxim Rysanov ist bereits gern gesehener Gast bei renommierten Orchestern und wurde im letzten Jahr von der BBC als Nachwuchskünstler „Young Artist Of The Year“ ausgezeichnet. Er wird bei uns das Stück „Styx“ seines Landsmanns, des ukrainische Komponisten Giya Kancheli, für Viola, Chor und Orchester spielen. Auch die 18-jährige Koreanerin Kathy Kang hat bereits mehrere international renommierte Violin-Wettbewerbe gewonnen und ihr geht ein feurig-brillanter Ruf voraus. Sie wird im 1. Sinfoniekonzert Alexander Glasunows Violonkonzert interpretieren. Ich glaube, auf diese außergewöhnlichen, jungen Künstler dürfen sich die Besucher wirklich sehr freuen.



Zur Person
Mihkel Kütson wurde 1971 in Tallinn / Estland geboren, studierte zunächst in seiner Heimatstadt und wurde 1992 als Stipendiat des DAAD in die Dirigierklasse von Prof. Klauspeter Seibel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg aufgenommen. 1998 wurde er zum ersten Gastdirigenten, 1999-2004 zum Generalmusikdirektor des Theaters "Vanemuine" und des Vanemuine Sümfooniaorkester in Tartu, Estland berufen.
Seit 2001 ist er eng mit der Niedersächsischen Staatsoper Hannover verbunden, zunächst als Gastdirigent und von 2002 bis 2006 als Erster Kapellmeister. 2002 wurde er ins Förderprogramm „Dirigentenforum" des Deutschen Musikrates aufgenommen und erhielt in Oktober 2006 den Deutschen Dirigentenpreis. Seit der Saison 2007-08 ist er Generalmusikdirektor am Schleswig – Holsteinischen Landestheater.



Theater:
Schleswig-Holsteinisches Landestheater

http://www.sh-landestheater.de
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